Ich habe bislang die ersten drei Folgen der fünften Staffel gesehen – bei aktuell sieben verfügbaren Episoden – und mein Eindruck ist bisher eher ernüchternd. Auch wenn die Staffel noch läuft und sich vieles noch entwickeln kann, fehlt mir zum jetzigen Zeitpunkt deutlich der frühere Stranger-Things-Flair.
Was mich am meisten stört, ist die Wirkung der Charaktere. Die einst glaubwürdige Jugendlichkeit fühlt sich inzwischen sehr aufgesetzt an. Man merkt den Figuren – und Darstellern – ihr Alter an, während die Serie weiterhin versucht, das frühere Coming-of-Age-Gefühl künstlich aufrechtzuerhalten. Das funktioniert für mich nur noch bedingt und nimmt vielen Dialogen und Szenen ihre Authentizität.
Atmosphärisch hat sich die Serie ebenfalls verändert. Die ruhige Mystery-Spannung, das Unheimliche zwischen den Zeilen und dieses besondere 80er-Gefühl treten zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen dominiert bislang ein überzeichneter, teilweise sehr lauter Inszenierungsstil, der mehr auf Eskalation als auf Stimmung setzt. Das wirkt weniger organisch als früher und eher wie der Versuch, auf ein großes Finale hinzuarbeiten.
Natürlich ist das nur ein vorläufiges Fazit nach drei Folgen. Es bleibt abzuwarten, ob die Staffel im weiteren Verlauf emotional noch zündet oder erzählerisch überrascht. Aktuell schaue ich jedoch mehr aus Interesse am Abschluss der Geschichte weiter – weniger aus echter Begeisterung.
Ich hoffe, dass die verbleibenden Folgen noch zeigen, warum Stranger Things einmal so besonders war. Bis hierhin bleibt für mich aber das Gefühl, dass die Serie ihren Höhepunkt bereits hinter sich gelassen hat. Eventuell bin ich auch vorzeitig raus.
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