Posts from BrainMan in thread "Kaum besser als ihr"

    Zitat HorrorUli: "Die Nebenrollen waren fast alle Kacke."

    Das ist einfach nicht gerecht. Was macht den ndie biedere Familie, die von der Tötung erfährt, falsch? Sind doch ganz normal.

    Würdest du nicht auch sagen, daß hier alles in allem die schwächsten Nebenrollen gerade so gut sind wie die besten Hauptrollen bei einem "Torutra", "Necronos", "Premutos" und viel besser sind als alle Rollen bei "Exhibitionisten-Attacke"?

    Und die Hauptrollen bei "Kaum besser als ihr" stellen jeden der genannten Darsteller weit in den Schatten...

    ich bin den Schmutz los

    jetzt geht's hier aber unter die Gürtellinie. "Schmutz" kannst du vielleicht zu Kinderpornographie oder zu "Human Centipede 1-3" oder zu "A serbian movie" sagen, aber nicht zu einem Film, der auf moralische Art sich mit Seelenzutänden mißbrauchter Mädchen befaßt.
    ---Kopf schüttel----


    Aber ich freue mich, daß es immer mehr werden, die hier meine Meinung haben. Theaterzuschauer, Leute bei Filmundo und sogar ein Berufskritiker.

    Ach nee, klar, das sind ja alle eine Person. Alle zehn Leute bei Filmundo und alle Kritiker und alle Theaterzuscheuer, das ist alle der Regisseur selbst.
    Erinnert mich an einen Witz von Jürgen von der Lippe, als er als Nikolaus enttarnt wurde, dann machte er einen Aufwasch: "Weihnachtsmann, Christkind, Osterhase...gibt's auch alle nicht...ist alles Onkel Hubert."

    Ich würde mir nur wünschen, du wärste beim umstrittenen Film so akribisch und detailverliebt wie bei der Jagd nach dem Schläfer.

    Wirklich, aus tiefstem Herzen, egal ob jemand Fan oder Regisseur ist, jeder wünscht sich für die Filme, die er liebt, eine faire und ins Detail gehende Diskussion. Und wenn ich lese, wie Du bei einigen Gurken von deutschen Amateurfilmen hier alle möglichen Eigenschaften beschreibst, positiv und negativ kommentierst und dann teilweise noch 4 Punkte gibst, dann krieg ich das Heulen, wenn ausgerechnet "Kaum besser als ihr", der inhaltlich und dramaturgisch so viel mehr drauf hat, nur immer mit "die Schauspieler sind schlecht, darum ist alles andere schlecht" totgemacht wird.

    Es ist in meinen Augen mega ungerecht, wenn du Amateurschrott, wo die Leute wirklich wie die Gehirnamputierten spielen, noch Punkte für Effekte und so was zubilligst, aber beim hier umstrittenen Film nicht mal über die Effekte sprichst. Und damit meine ich nicht die, die schon im Trailer zu sehen sind. Warum sagst du nicht bei denen auch, daß die Effekte und Musik unpassend sind, weil eben die Schauspieler so mies sind.


    So, und jetzt habe ich auch mal im Netz recherschiert. Da gibt es echte Kritik von einem professionellen Zeitungskritiker (naja vieleicht hat der ja sein Foto gefälscht und heisst in Wirklichkeit auch Hans Schulte? - Spaß bei Seite, den neutralen Kritiker gibt es wirklich), der so streng ist, daß er sogar einem "Wrong Turn 6" Null Punkte gibt (dem ich viel mehr geben würde) und einem Ben-Affleck-Film mal 1 Punkt. Der gibt "Kaum besser als ihr" 3,5 von 5 Punkten:

    http://www.worteffekte.de/kaum-besser-al…-dem-sauerland/


    und sogar über den ersten Teil hab ich was gefunden:

    http://shoutboxjunkies.phpbb8.de/amateurbereich…-2013-t364.html


    Faktisch sieht es so aus, daß deine Argumentationen gegen den Film sehr dünn sind und keine besonders sichere Grundlage haben, während ich eine Breitseite nach der anderen mit wirklich guten und ernsthaften Argumenten verschiesse. Und wenn jemand als bewunderter Administrator argumentativ in die Enge kommt, dann weicht er auf Nebenkriegsschauplätze aus wie "Du bis ein Fake" oder "stehst du in Verbindung zum Team?"

    Dein Problem dabei ist aber, daß der Trailer, in dem einige schon etwas von den Schauspielern zu sehen ist, hier einigen gefallen hat, dir zunächst auch. ja was hast du denn von einem 5000-€-Film erwartet? Marlon Brando in seiner besten Rolle?


    Wirklich ganz offen und ohne Hass. Du bist wahrscheinlich ein ganz netter Kerl, der auch an einigen anderen Filmen gezeigt hat, daß er einen guten Filmgeschmack hat, aber hier argumentierst du wie jemend, der kaum mehr als 20 Jahre alt ist. Und man sollte dabei auch bedenken, daß die Meinung von so einem Administrator verflixt ernst genommen wird und man einen Film, für den sich Leute vielleicht die Seele aus dem Leib gearbeitet haben, gleich jeder Chance auf Umsatz beraubt.
    Etwas mehr Fairness zu neuen Filmemachern und etwas weniger Ar...kriecherei gegen die Leute, die sich einen Namen in der Amateurszene gemacht haben. Damit meine ich gar nicht, du speziell würdest diese Etablierten in den Himmel loben, sondern mich stört das allegemeine Loblied, wahrend Neues und vor allem wenn es anders ist, gleich erstmal rund gemacht wird.

    Ich muss mich amüsieren. Dann sind also alle Leute, die an einem 31. geboren sind und als Hobbies Filme Fußball Politik haben, ein und dieselbe Person. Das bedeutet geschätzt 12000 Fakes pro Jahr. Mann, was muss dieser Hans Schulte aktiv sein. :D

    Dann wäre es aber ein ganz dumme Art zu faken, denn solche Sgnalworte zu hinterlassen bei den Hobbies....hmmm.


    Vorsicht, vielleicht sind ja 30 % aller User hier ein Fake von mir oder von Hans Schulte. Wie schon McCarthy sagte: "Kommunisten sind überall und unterwandern uns."


    Und wenn, dann wäre dies ja das am längsten vorbereitete Fake, denn du siehst sicher, daß ich mich hier schon 2012 angemeldet habe. Oha, und dann 2015 schlage ich mit meinem subbversiven Zeug zu. Tja, Schläfer sind überall. Vielleicht arbeitet ich ja nicht nur für Hans Schulte sondern auch für Al Kaida und den CIA?

    Also "Mein" fand ganz guten Anklang in der Gruppe der Leute, die anspruchsvolle Filme sehen. Das sind diejenigen, die sonst z.B. französische Kunstfilme und Autorenkino kucken. Aber denen gehen die Buñuel-Filme auch mal aus und dann wird soetwas gekuckt.

    Du kannst ja jetzt gerne behaupten ich wäre der Bruder von Detlef Bothe, aber der bin ich definitiv nicht. Und ich habe auch zu dem Team keine persönliche Beziehung. Auf den Film wurde ich eben von Schriftstellern aus dem Kreis der Freunde des anspruchsvollen Films aufmerksam gemacht. Ihr müsst euch daran gewöhnen, daß es nicht nur Horrorfans auf der Welt gibt.

    Noch ein guter No-Budget-Film aus Deutschland:

    "Der Teufel von Rudow" (D 2002 oder 2004, Regie: Ulrich Meczulat)
    Ernsthaft und wirkt recht realistisch. Kein Kracher, weil einfacher Inhalt, aber durchaus sehbar. Zieh ich allemal den dümmlichen deutschen Splatterorgien vor.
    :prop:

    Bewertung "Der Teufel von Rudow": 3/ 10

    Und genau darum tritt die deutsche Amateurfilmer-Szene auf der Stelle, Zitat: "Trash, billig, schlecht gefilmt, sadistisch und unkorrekt." Dieses Einerlei ohne Courage zu anderem kotzt mich an.

    Achtung habe ich vor einem deutschen No-Budget-Film wie "Mein" (Deutschland 2009, Regie: Detlef Bothe. Falls du den Film nicht kennst, Finger weg, der wird dir zu anspruchsvoll sein): Leise, gut gespielt, dezente Nackszenen (die aber nicht wollüstig sind), realistische und deutliche Bilder, eine glaubhafte Story mit ganz normalen Leuten. Es geht um einen Entführer (wie in dem Kampusch-Fall), der seit vielen Jahren ein Girl bei sich hat. Die hat sich so daran gewöhnt, daß sie gar nicht mehr abhaut, sondern er sie auf dem Campingplatz rumlaufen lassen kann. Nichts Spektakuläres, nur am Ende sehr wenige, leichte Gewalt, aber für mich besser als alle Buttgereit und Walz Sachen zusammen. Man ist da wirklich interessiert am Schicksal des Mädchens.


    Meine Bewertung für "Mein", weil wenig passiert. Aber die Achtung ist größer als die Punkte aussagen, denn der wagt und schafft etwas außer der Reihe. [film]4[/film]

    Zitat Dr.Doom aus "Blair Witch Project":
    "Auf Humor sollte man hier nicht setzten, dann hätte man den Film ins alberne driftend mit Sicherheit in den Sand gesetzt"

    Und genau das sage ich auch bei diesem Amateurfilm hier. Wer verlangt, jeder Amateurfilm sollte zur Kaschierung von Schwächen Humor einbauen, der ist einseitig. Es muss auch mal den Mut geben, etwas anders als die Masse der deutschen Amateurfilmer. Oder sollen auch die sich alle nach deinen strengen Regeln richten und keinen Ernst wagen? Gähn.

    Ach, über einen Walz-Film kann man mehr diskutieren?

    Dann möchte ich mal wissen was an der Story von "La Petit Morte" und "Tortura" so viel vielschichtiger ist?

    Gerade mal das Beispiel "Tortura" rausgegriffen, weil das auch Kannibalismus ist. Keiner der Darsteller spielt überzeugend. Der Film ist auch nicht mit einem, von dir geforderten lustigen Amateurcharme versehen. Er nimmt sich verdammt ernst und ist dabei verdammt schlecht. Klar, da wird mehr mit Blut und Gliedmaßen rumgepanscht, es wird widerlich gequält, nicht so dezent und teilweise psychologisch wie bei "Kaum besser als ihr". Gerade bei dem Film habe ich mich gewundert, daß alle Darstellerinnen so unsympathisch spielen, obwohl sie in dem Making of gar nicht so übel herüberkommen. Es ist überhaupt niemand da, an den man sein Herz als Zuschauer hängen kann. Die Leute sind einem einfach egal. Es kommt gar keine Spannung auf, denn da wird gequält, dann flieht die Letzte und fertig.
    Ich meine wer Filme objektiv bewerten will und den Unterschied nicht sieht: Bei "Kaum besser als ihr" ist wirklich keine Szene vorhersagbar und jede dient dazu die Handlung ein Stück voranzubringen. Bei "Tortura" gibt es keine Überraschung, kein anders reagieren als erwartet. Es wird nur stupide zu ende gequält. Beim dem stittigen Film hingegen ist man z.B. sehr überrascht, wenn sich eine (ich will nicht spoilern) plötzlich doch wehrt und der Moment ist in keinsterweise absehbar.


    Den "Tortura" habe ich einmal qualvoll gesehen und mich zu tode gelangweilt (das war das eigentlich Grausame an dem Film), während ich jetzt, um richtig argumentieren zu können, den "Kaum besser als ihr" schon zweimal gesehen habe. Und das heisst was.


    Ich widerspreche, daß es nicht passt, wenn natürliche Personen so ein Geschehen spielen, denn das Reizvolle ist ja gerade, daß normale Menschen mit dieser schweren Thematik von mißbrauchten Mädchen konfrontiert werden. Eine Nicole Kidman möchte ich gar nicht sehen bei so etwas, sondern eben wissen, wie der Durchschnittsmensch darauf reagiert.


    Übrigens: Die Handlung tritt aber hier weniger auf der Stelle als bei "Drive" (guter Film, hat mir gefallen, aber er ist langsam). Das ist eben das Problem heute: Style ist alles und Inhalt nichts. Da werden Filme, und damit meine ich nicht vorrangig "Drive" abgeliefert, wo fast nix gesprochen wird und man haufenweise gut inszenierte Landschaftsaufnahmen mit passender Musik (der müsste dir aus diesem Blickwinkel eigentlich gefallen) präsentiert, wie bei "Van Diemen's Land" - Ein preisgekrönter, professioneller Kannibalismusfilm, den ich auch in meiner Sammlung behalten werde, aber den ich sehr viel zähflüssiger fand als "Kaum besser als ihr".


    Übrigens: "Blair Witch Project" hat mir nicht gefallen. Der ist der schlechteste Film aller Zeiten. Und zwar mit Abstand. Diese Darsteller nerven, sind einem unangenehm in ihrer Art der Darstellung und es passiert absolut nichts. Und nichts heisst hier wirklich Null. Wie kann man so einen Film gut finden, der nur eine Werbemasche geritten ist, aber nichts bietet.

    Ich habe lediglich auf facebook Kontakt mit dem Regisseur aufgenommen, nachdem der was in einer Horrorfan-Gruppe geschrieben hatte.

    Deine Bewertung berücksichtigt so viele Dinge nicht, z.B. die tolle Musik, die sich manchmal wie von "Goblin", manchmal wie von "Sean Spillane" anhört. Ist wohl aus Österreich. Allein die Tatsache, daß der Film eben nicht den typischen Trash-Metall-Sound deutscher Amateurfilme durchhämmert, sondern ganz verschiedene Passagen bringt: ruhige, hektische, wilde, schöne, nachdenkliche, schaurige....ist ein Plus für die Musikuntermalung.

    Und sie Story ist ernst und nimmt sich ernst, aber das ist ja gerade das Mutige. Ironisieren und einen auf schräg und lustig machen kann jeder Depp und das machen ja auch fast alle Amateure. Aber wirklich was menschlioches darzustellen, das ist ein Schwierigkeitsgrad, an den sich die meisten Kleinen gar nicht ranwagen. Und mal ganz konkret: Eine Handlung, welche die Resozialisierung von verwilderten Mädchen zeigt, die nach 20 Jahren Foltergefangenschaft einen unterschiedlich schweren Schaden genommen haben, muss einfach ausführlich sein. Da will ich ger keinen Film sehen, der das Ganze in einer Viertelstunde abhandelt und dann zum Fressen übergeht.


    Was du über die Darsteller schreibst ist absolut undifferenziert. Da hätte ich von so einem erfahrenen Bewerter mehr erwartet. Du schreibst doch sonst objektiver.
    Klar, ich habe selbst geschrieben, daß einige daneben sind. Der Jäger könnte ein Verwandter vom Regisseur sein. Auch dessen Frau ist Banane und einige andere Nebenrollen. Aber scheiß drauf, der Film hat 30 Rollen und das Dutzend der größten Rollen überzeugt mich durch die Bank weg. Habe extra grad noch mal reingekuckt um mich nach deiner Kritik kritisch selbst zu hinterfragen, aber ich bleibe dabei und noch gibt es hier das Recht auf eine eigene Meinung: Die Tiermädchen spielen brillant.
    Die eine, die sie "Langhaar" nennen hat ihre furchtbaren Erlebnisse wohl verdrängt (so viel hat mir der Regisseur über Teil 1 und 3 verraten) und deswegen ist die so fröhlich, verspielt. Sie handelt so, als ob alles nur ein Spiel wäre. Wie sie das darstellt muss sie eine sagenhafte Schauspielerin sein, denn jede Emotion kommt direkt aus dem Gesicht raus. Die Freude, wenn man ihr etwas Gutes tut, das Mißfallen als die Andere den Jungen totgebissen hat, dann die Erschütterung und Enttäuschung wenn die Snuff-Kerle ihr hinterhältige Fallen stellen. Da leidet man als Zuschauer richtig mit, auch weil sie so sympathisch rüberkommt und natürlich. (Das ist etwas, was man bei 95 % aller deutschen Amateurrollen nicht sagen kann). Man sieht sie ja auch auf dem Foto und dieses Bild drückt so Vieles auf einmal aus: Ihre Erschöpfung, Deprimierung und die wieder ausgebrochene Aggressivität. Denn durch die Behandlung erleidet sie quasi einen Rückfall ins Kannibalische.

    Sicher erwarten Kannibalenfans deftigere Kost, aber gerade, daß die Mädchen hier eine Seele haben und auch die immer gefährlich wirkende Dunkle ganz schwache (damit meine ich nicht schauspielerisch, sondern in der seelischen Zartheit) Momente hat, ist eben mal etwas anderes. Bei ihrer Darstellung stehen wir aber nicht mehr viel hinter der von Pollyanne Mackintosh, auch wenn die Dunkle eine ganz andere Nuancierung im Charakter hat - viel verletzlicher ist.

    Die Studenten. Hmmm, naja, das kann man mögen oder nicht mögen, aber ich habe schon so oft, auch bei anderen kleinen Filmperlen, gedacht, daß die Leute heute es verlernt haben zu sehen, was wirklich realistische Schauspielerei ist. Willst du ernstlich sagen, daß das, was wir jede Woche in Hollywood-Filmen und diversen teuren Fernsehserien aus verschiedenen Ländern sehen, alles ganeu das Verhalten und die Art zu sprechen ist, die normale, echte Menschen haben? Ich denke, das siehst du selbst, daß da sehr oft etwas (gut gespielt) geboten wird, wo man denkt, so redet doch kein normaler Mensch.
    Am schlimmsten finde ich dann das Reality-TV, bei dem dann die normalen Menschen mal ran dürfen und die können nicht mal überzeugend sich selbst spielen.

    Aber bei "Kaum besser als ihr" liegt weder das Eine noch das Andere vor. Die Hauptfiguren (gerade die Studenten) sprechen so, wie du und ich im realen Leben sprechen würden (ich unterstelle das mal einfach, denn ich will nicht hoffen, daß du mir bei einem Treffen den Freddy-Krüger vorspielen würdest) :5:


    Ich gehe mal davon aus, daß du sämtliche Werke von Buttgereit, Ittenbach, den Rohnstocks, Walz und den ganzen anderen Strategen kennst. Willst du ernsthaft, ohne Bierlaune, behaupten, daß die Schauspieler dort besser spielen als bei "Kaum besser als ihr"? Da müsste der Film aber eher "Viel besser als ihr" heissen, denn dieses Herumgezicke der Weiber, das auf Macho gemache der Kerle und die sprichwörtliche Dummheit der Pornostars ist doch augenfällig. Die versuchen ja gar nicht sympathisch rüberzukommen. In Interviews sind das dann plötzloch ganz nette Menschen, aber in den Filmen wirken auch die Hauptrollen der Guten ganz schön fies. Ich bin ehrlich der Meinung, daß die Nebenrollen aus "Kaum besser als ihr" etwa so schlecht spielen wie die Hauptrollen bei Walz, Buttgereit & Co. 8))


    Und von wegen hinziehen. Die Handlung sind nun mal vier Handlungsstränge. Da ist für jeden etwas dabei. IdyllischeRehabilitierung bei der Sanften. Quälerei auf unterschiedliche Art bei zwei anderen und die Menschjagd bei der vierten. Im Gegensatz zu vielen großen Hollywoodfilmen, und da meine ich z.B. die vielen Geisterfilme, wird aber in jeder Szene die Handlung des jeweiligen Abschnitts vorangebracht. Der Handlung tritt nicht minutenlang auf der Stelle. Die Szenen sind auch nicht lang. (Das soll wohl im ersten Teil anders gewesen sein. Werde ich sehen, denn den hab ich mir auch bestellt.)


    Was sagst du dann zu einem "Blair Witch Project 1"? Der hat dann bei dir wohl 10 Minus-Punkte statt einem Pluspunkt.


    Nicht böse gemeint, aber ich war selten von einem kleinen Film so begeistert wie von "Kaum besser als ihr" und ich lasse mir das nicht madig reden. Das tut mir weh. Hoffentlich hat der Regisseur das hier nicht gelsen, denn der soll bitte noch mehr Teile machen. Es gibt drei Cliffhanger am Schluß und ich will wissen wie's weitergeht.

    Da kann ich aber beruhigen:
    Ich kannte den ersten Teil gar nicht und habe den zweiten voll verstanden.


    Am Anfang des zweiten Teiles gibt es während des Vorspanns eine etwa 6-minütige Zusammenfassung der wichtigsten Szenen des ersten Teils. Habe den Regisseur auf facebook angeschrieben und der meinte noch, der zweite sei wohl um zwei bis drei Klassen härter. Der wird deswegen auch nur an Leute über 18 Jahren verkauft. Den zweiten gibt's angeblich auch nur auf filmundo.de und einigen Börsen und bei einigen Händler (Videothek und Internethändler). Den ersten gibt's überall, auch amazon. Werd mir den mal bestellen, weil der zweite so gut war, aber der Regisseur hat gewart, daß beim ersten wirklich nix an Härte drin wäre und die Qualität (Musik und mehr Tempo) erst beim zweiten richtig einsetzt. Der hatte auch viel mehr Drehtage.

    Also ich hab auch "Raw - Der Fluch der Grete Müller" gesehen und da liegen Welten zu "Kaum besser als ihr". "Raw" ist der letzte Dreck. Es passiert gar nichts, mieseste Kamera und Darsteller, die man wohl irgendwo aufgegabelt hat.
    Bei "Kaum besser als ihr" sind die Schauspieler (bis auf vielleicht 4 Pfeiffen, die gar nichts können, z.B. der Typ, der in dem Trailer sagt: "Die schiess ich ab.") alle sehr gut. Vorallem die Hauptrollen sind so, daß man streckenweise richtig ergriffen ist. Ehrlich, ich so etwas noch nicht in einem Low-Budget aus Deutschland gesehen.

    Und am Ende drehen die Effekte von den Rohnstocks richtig auf. Kam mir vor, wie bei Jack Ketchums "The Woman", wo es erst ganz ruhig mit vielen kleinen Quälereien abläuft und dann am Schluß richtig heftig wird. Aber der Film ist nicht so hohl und doof wie die Rohnstock-Sachen sonst sind. Irgendwie diesmal die richtige Mischung aus intelligent und krass.

    Produktionsland: Deutschland
    Produktion: Hans Schulte
    Erscheinungsjahr: 2015
    Regie: Nina Rosenbohm, Hans Schulte
    Drehbuch: Hans Schulte
    Kamera: Florian Duning
    Schnitt: Hans Schulte
    Budget: ca.5000 €
    Spezialeffekte: Marc Rohnstock, Lars Rohnstock, Dominik Ruf
    Musik: Pain Before Silence
    Länge: ca. 106 Minuten
    Freigabe: 18 Jahre. Keine Jugendfreigabe
    Darsteller: Polyanna Move, Katharina Michalenko, Nina Rosenbohm, Christo Michailidis, Elise Preteux, Torsten Hampel, Ingo E. Löwen, Rudolf Karg, Gabriela Dierkes, Lydia Schulte.


    Inhalt:
    Unzählige junge Frauen waren fast 20 Jahre in einem Folterzentrum („Hostel“) eingepfercht und gequält worden. Ihr Verhalten war mehr das von Tieren als von Menschen, da man ihnen nichts beigebracht hatte. Als niemand mehr kam, um sie zu füttern, blieb ihnen nur der Kannibalismus, um zu überleben.
    Vier von ihnen konnten entkommen und streifen nun durch die Wälder, jederzeit bereit zuzubeißen. Eine wird von Vergewaltigern gefangen, die ein Snuff-Movie mit ihr drehen wollen. Eine andere fällt religiösen Fanatikern in die Hände. Andere begegnen ganz normalen Leuten, auch Kindern, und niemand ahnt, welche Gefahr von den verwilderten Mädchen ausgeht.


    Trailer:


    Deutsche DVD 01.12.2015 (Kinostart: 28.11.2015)


    Kritik:
    Der ernste Film ist abwechslungsreich und spannend, weil vier parallel verlaufende Handlungen ständig völlig unterschiedliche Szenarien mit einer gänzlich anderen Stimmung zeigen. Da ist zum einen die leise und sehr düstere Atmosphäre des Psychoterrors durch die christlichen Sektenleute. Dann der offene und zynisch brutale Terror durch die Snuff-Movie-Typen, die auf laienhafte, aber sehr boshafte Art versuchen „Saw“ nachzueifern. Dann die dramatischen Szenen der Menschenjagd im Wald, wenn ein Jäger eines der Mädchen abschießen will, weil diese seinen Neffen zerfleischt hat. Und im starken Kontrast dazu die harmonischen Szenen um die Sanfteste der Vier, die von hilfsbereiten Studenten resozialisiert wird.
    Sogar lustige und erotische Momente gibt es. Kurzum bedient der Film alle Stimmungslagen und packt so viel Inhalt hinein, wie man sonst in 2 – 3 Filmen sieht. Dies hat aber nicht zur Folge, dass es unübersichtlich würde, denn man kann die Handlungsstränge gut nachvollziehen.
    Besonders interessant wird dies, weil die vier wilden Mädchen nicht einfach persönlichkeitslose Kannibalinnen sind, sondern sehr detailliert ausgearbeitete Charaktere. Da ist die Dominante, die gefährlich aber auch empfindsam ist. Die Aggressive, die noch unberechenbarer und tierischer ist. Eine hat die furchtbaren Erlebnisse durch spielerisches Verhalten verdrängt, fällt aber nun durch falsche Behandlung in umso tieferes Seelenchaos. Und die Sanfte weckt im Zuschauer eher den Beschützerinstinkt. Die Personen und die Handlung ist vielschichtig angelegt.
    Das kommt der Spannung zugute, denn man weiß bei keinem Kontakt zwischen Kannibalin und Einwohnern, was passieren wird. Es kann sich Positives oder Negatives ereignen – für beide Seiten.
    Die Schauspieler (viele aus dem Theater) spielen sehr gut. Bis auf zwei oder drei Nebenrollen sind alle 30 Personen sehr überzeugend, in einigen Fällen sogar anrührend. Es gelingt Emotionen beim Zuschauer wachzurufen, und dies ist für einen Film dieses kleinen Budgets schon erstaunlich. Im Bereich deutscher Low-Budget und Amateurfilme vielleicht das bislang Beste.
    Die Effekte sind nicht übermäßig eingesetzt, sondern so platziert, dass man zu jeder betroffenen Person eine Beziehung aufgebaut hat, wodurch eine blutige Szene umso mehr dramatische Wucht erhält. Hierin und in einigen Szenen der Gefangenschaft ähnelt er stark Jack Ketchums „The Woman“, wobei erfreulich ist, dass er trotz diverser Erinnerungen an „Hostel“, „Saw“, „Nell“ und „Beutegier“ keinen Film imitiert, sondern komplett seine eigene Geschichte erzählt.
    Ein erfreulicher Lichtblick unter den vielen vorhersagbaren Horrorfilmen. [film]7[/film]