Kritik:
Nachdem Herschell Gordon Lewis dem Horrorklassiker Blood Feast bereits 2002 erfolgreich neues Leben einhauchte, darf nun der deutsche Nachwuchsregisseur (auf Grund des Alters!) Marcel Walz an das Objekt der Begierde als einer der ersten Splatterfilme, dieses Genre sollte Walz doch liegen.
Leute mit Herzprobleme und die sich Erschrecken oder schlecht Schlafen könnten, sollen das Kino gleich wieder verlassen. Was für ein Spannungsorgie zu Beginn als Ansage. Spritzen denn gleich die Gehirnwindungen in Blutfontänen durch dem Bildschirm? Zu dick aufgetragen, wie sich herausstellt.....
Auch bei mir schwebt sicher ein gewisser Walzbonus mit, so wie bei manch anderen altgedienten Splatterfreund, wenn das Blut nur so fließen und das Folterinstrument nur so brachial knacken würde. Zumindest gibt es wieder mehr Härte hier, ein abgeschnittener Pimmelman als Gewalthöhepunkt, somit es interessanter ist, wie zuletzt bei der RAW Reihe. Die Schauspieler bleiben im Schnitt zwar schwach, durch ein Robert Rusler (Nightmare 2, L.I.S.A.) als Schurke und der ein oder andere US-Schauspieler wird die Qualität diesmal allerdings auf B-Movie Niveau angehoben, es kann durchaus auch mal überzeugen aber die gewählten Dialoge sind das Problem, da kommt immer wieder zu viel Geschnatter bei raus, wie man das bei Walz seit Jahren kennt, wo man sich als Schauspieler nicht besser bei anstellen könnte, dass auch interessant rüber zu bringen. Üblich verdächtige aus der deutschen Amateurfilmszene wie Strauß oder Roland Freitag als Polizist, sind auch zu sehen und da kommt mal wieder garnichts an Schauspielerei, beide sind ein blasser Totalausfall und nur der Belustigung dienlich, da sie sich zu ernst nehmen. Metisha Schäfer (Selfi-Model mit Schlauchbootlippen), nein diesmal nicht Micaela Schäfer, darf eine mystische Erscheinung spielen. Das geht gerade so noch durch, aber auf unterm B-Niveau. Am besten schneidet neben dem Killer noch die erfahrende B-Darstellerin Sophie Monk ab, da passt die Mimik noch gut.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere funktionieren nicht, dass Geschnatter oft auf Tränendrüse gemacht, wirkt langweilig und das ist der Grund, warum der Film kein Genredurchschnitt sein kann, zumal auch das Drehbuch schlecht ist, diese Pille die das Bewusstsein verändert, lässt die Handlung zu dämlich erscheinen. Trotz der ausreichenden Gewalt, die aber auch keine Gorehound-Marke der Sorte La Petite mort oder Tortura erreicht. Der Horror brauch hier zu lange, es wird keine richtige Bedrohung auf Dauer wahrgenommen, es fehlt an Tempo, an gescheiter Handlung und daher taugt der Film nicht, schrammt nur dicht am Rohrkrepierer vorbei, wo Walz mittlerweile Angefangen von Avantgarde (2010) bis #funnyFace (2015) ganze 7 Stück produzierte, darunter auch die Fortsetzung von Uwe Bolls Seed, sowie die RAW Reihe und wenn man Petite Mort 2 ähnlich wie hier Blood Feast 2 nicht ganz als Bodensatz einsortiert, sind es „nur“ 7, dazu aber noch die folgenden Rootwood und Blind, damit sind wir schon bei 9 Megagurken in nur 9 Jahren. Das Zeug ist über Jahre schon Käse und wird auch beim Splatter nicht mehr so viel besser, dass man ihn sich für einen Abend mal ausleihen kann.
So viele Horrorschrott gesammelt hat hierzulande wohl nur Jochen Taubert, vor einigen Jahren zumindest. Das Werk ist somit auch deutlich hinter Herschell Gordon Lewis sein Blood Feast 2 zurück und natürlich auch hinter dem Originalstück, der unterhaltsame Trashwert dieser Schaffwerke, die sicher auch nicht für jeden gedacht sind, kommt zudem überhaupt nicht auf.
![4/10 [film]4[/film]](https://nightmare-horrormovies.de/core/images/smilies/smiley260.png)

