Hintergrund:
Der Film erregte noch einmal Aufsehen mit dem Aufkommen optischer Wiedergabe-Medien wie der Laserdisc.
Diese ermöglichte das Anschauen jedes einzelnen Bildes in einem Film.
So trägt Rogers Ehefrau Jessica keinen Slip, als sie bei einem Autounfall aus dem Auto geschleudert wird und Baby Herman schaut einer Frau beim Verlassen des Sets lüstern unter den Rock und pfeift.
Die Zeichner des Films meinten hierzu nur, dass dies ganz übliche Gags bei solchen Filmen seien und so etwas seit Jahrzehnten immer wieder auftauche.
Roger Rabbit kam 1988 in die Kinos.
Bereits drei Jahre zuvor hatten der Regisseur Robert Zemeckis und Steven Spielberg als Produzent mit ihren Planungen begonnen, um die Novelle „Who censored Roger Rabbit“ von Gary K. Wolf aus dem Jahr 1981 zu verfilmen.
Für den Zeichentrickbereich wurde mit Richard Williams ein zweiter Regisseur engagiert und für Tricks und Effekte verließ man sich auf Industrial Light and Magic, die renommierte Spezialeffekt-Firma von George Lucas.
Das Ergebnis markiert den wahrscheinlich bis heute gültigen Höhepunkt der Filmindustrie vor dem beginnenden Computerzeitalter, denn Roger Rabbit kommt tatsächlich ohne Computeranimationen aus.
Dass der Film trotzdem sehr real wirkt, zeigt eine Anekdote des Hauptdarstellers Bob Hoskins: Als dessen junger Sohn den fertigen Film sah, war er wütend auf seinen Vater, weil dieser von den Dreharbeiten keinen der Toons mit nach Hause gebracht hatte.
Er hätte sie gern persönlich kennengelernt.
Das Interessante an diesem Film ist auch, dass Toons (abgeleitet von Cartoon) von mehreren Zeichentrickstudios vorkommen, so zum Beispiel Betty Boop (von Max Fleischer), Donald Duck (Disney) und Daffy Duck (Warner Bros.).
Warner Bros. erkannte das Potenzial des Films frühzeitig und gewährte gegen eine feste Lizenzgebühr uneingeschränkten Zugriff auf ihre Trickcharaktere mit der einzigen Auflage, Bugs Bunny und Micky Maus müsse gleich viel Zeit bei ihren Auftritten eingeräumt werden.
Die Lizenzinhaber Terrytoons, Fleischer Studios und Walter Lantz Productions dagegen gewährten nur die Nutzung einiger ihrer Figuren gegen eine Lizenzgebühr pro Charakter.
Der Aufkauf der Straßenbahn und der versuchte Kauf der Toonstadt durch Cloverleaf lehnt sich an den Großen Amerikanischen Straßenbahnskandal der 1930er bis 1960er Jahre an, bei dem verschiedene große Autofirmen Straßenbahngesellschaften aufkauften und stilllegten, um den Autoabsatz zu fördern.
Die Figur des Marvin Acme als Besitzer der ACME-Fabrik basiert auf den in vielen Zeichentrickkurzfilmen von Warner Bros. und Disney vorkommenden fiktiven Firmennamen ACME als Hersteller aller Requisiten in Zeichentrickfilmen.
Als einer der wenigen Deutschen in Hollywood zeichnete Harald Siepermann als Character Designer, er war für das Storyboard verantwortlich.
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Auszeichnungen:
1988 – Spezial-Preis der Los Angeles Film Critics Association Awards
1988 – Jupiter für den besten Film
1989 – Oscar für Charles L. Campbell und Louis L. Edemann für den Tonschnitt sowie für Ken Ralston, Richard Williams, Ed Jones und George Gibbs für die visuellen Effekte und auch für Arthur Schmidt für den Filmschnitt.
Außerdem drei weitere Nominierungen und einen Spezial-Oscar (Special Achievement Award) für Richard Williams für seine Regie und die Schaffung der Figuren.
1989 – British Academy Film Award für George Gibbs, Richard Williams, Ken Ralston und Ed Jones für die Spezial-Effekte.
1989 – BMI Film & TV Awards für Filmkomponist Alan Silvestri
1989 – David di Donatello für die Produzenten Robert Watts und Frank Marshall
1989 – Hauptpreis der Evening Standard British Film Awards für Bob Hoskins
1989 – Goldene Leinwand in Deutschland
1989 – Hugo für die beste dramatische Präsentation
1989 – Golden Reel Award der Motion Picture Sound Editors, USA
Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat wertvoll.