Posts from Senseless in thread "Zwölf Uhr mittags"

    Achtung: Spoiler!
    Fred Zinnemanns Kultklassiker hat alle nötigen Zutaten, um ein 10 Punkte-Kandidat
    zu sein. Gary Cooper liefert eine wahrlich grandiose schauspielerische Leistung ab. Er vermag es seine Rolle als einen zwischen Liebe und Pflicht zerrissenen Mann, welcher im Begriff alles, gar sein Leben, zu verlieren, perfekt zu mimen.
    Auch der Großteil der restlichen Schauspieler, mit besonderer Ausnahme von Grace Kelly, deren hölzerne Darstellung dem Zuschauer bereits nach zehn Minuten auf den Geist geht, leistet hervorragende Arbeit.
    Durch das durchdachte und mit erinnerungswürdigen Zitaten gespickte Drehbuch wird eine solide Grundspannung, großartig unterstrichen von der Musik Tiomkins, aufgebaut, welche den Zuschauer bis zum Finale des Filmes permanent begleitet. Damit kommen wir jedoch zum großen Minuspunkt dieses US-Westerns: das Ende. Klischeebelasteter und schnulziger, als es kaum ein anderer Film zu schaffen vermag, lässt es den Zuschauer, oder zumindest mich, enttäuscht zurück. Der gesamte Konflikt, auf der der Film beruht, wird in Luft aufgelöst, wenn Kane es schafft, durch gekonnte Schießeinlagen alle Gangster in kürzester Zeit zur Strecke zu bringen, wodurch ich mich mehr betrogen, denn unterhalten gefühlt habe. Die gesamte Laufzeit hindurch frage ich mich, durch wen, was oder ob Kane überhaupt gerettet wird, nur um dann mit einem derartig trivialen Ende belohnt zu werden.
    Nichtsdestotrotz weiß der Film bis zur Ankunft des Antagonisten perfekt zu unterhalten, was nicht zuletzt dem charismatischen Hauptdarsteller und den grandiosen Dialogen zu verdanken ist.
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