Original von Dr.Doom:
Anfangs wird fein über die Holländer gelästert. So sollen diese Mayonnaise statt Ketchup für ihre Pommes verwenden. Ich als der Mayo Fan, würde für diese Aussage am liebsten gleich 1 Punkt abziehen, aber das wäre dann doch zuviel des guten. Zumindest fällt auf, dass man hier schon sehr aufmerksam am Ball bleiben muss, denn die Dialoge werden schnell runtergerattert, wo vor allem zahlreiche Charakternamen genannt werden, die man nicht zuordnen kann. Es wird allerhand Werbung für Fast Foot (Burger) gemacht, wo diese schmackhaft uns unter die Augen gerieben werden, McDonalds wird dabei auch gerne erwähnt, ob die Firma hier als Produzent einen Quentin Tarantino mit unterstützt hat?
Die prominenten Hollywood Darsteller holen noch einiges raus, ihre Schauspielleistung ist sehr gut, insbesondere Bruce Willis, aber auch Samuel L. Jackson spielt mit viel Emotionen und John Travolta läst den cooleren Part raushängen. Zwar können die Schauspieler überzeugen, aber nie war ich so vertieft, dass ich das Gefühl hatte, hier echte Gangster zu sehen. Dafür waren sie bei weitem nicht böse genug, wie es viele 80er Filme vor allem aufzeigen. Woran das liegt, ist nicht einfach zu beschreiben, wahrscheinlich hat es etwas mit dem oberflächlichen Stil von Tarantino zu tun, mit dem ich mich sehr schwer tue, aber auch das die Gangster einerseits kurz sehr brutal vorgehen und dann wieder lang zögern wenn es um leichtere Entscheidungen geht, dazu später mehr. Mit fehlte hier das wirklich böse, vielleicht ist für den Mainstreamjünger dieser Pulp Fiction schon die Obergrenze eines bösen Filmes, was mir dann doch viel zu seicht war. Wie Drogen die gespritzt werden, wo man aber nie sieht, wie jemand die Spritze auch wirklich ansatzweise in den Arm bekommt. Dafür gibt es eine Nahansicht der Spritze mit etwas roter Flüssigkeit vermischt, recht bunt gemacht, ohne Bezug zu dem Drogenkonsument. Die Sounduntermalung ist allbekannter 90er Jahre Popmusik. Die Dialoge und auch der versteckte Witz sind klar an die 80er Jahre angelehnt. Der Unterschied ist nur, dass sie bei weitem nicht den Witz haben wie in den 80ern wo das Tempo hier auch nicht richtig aufkommen will. So musste ich mich durchquälen, vor allem hab ich keine richtige Story erkennen können, die irgendeine Richtung einschlägt. Es gibt zwar Gangster, aber die widmen sich nicht wirklich irgendwelchen Verbrechen zu, bis auf den Anfang mit dem eintreiben von irgendwelche Ware, anschleißend wird aber erst mal ewig auf die Charaktere eingegangen, die eigentlich schnell genug gut vorgestellt waren. Tanzen können unsere Darsteller definitiv, auch wenn ich den Stil schlecht zuordnen konnte, die 60er Jahre vielleicht oder ist dies jetzt doch modern gewesen, zumindest fand ich das Tanzen in künstlich bunten Clubs irgendwie unfreiwillig ulkig.
Der Film nimmt nach 50 Minuten zum ersten Mal richtig fahrt auf, wobei die lang genug präsentierte Lady zu viel von dem Koks geschnüffelt haben soll. Gezeigt wird allerdings nur so richtig, wie die Frau plötzlich aus der Nase blutet und Sabber läuft noch aus ihrem Mund (etwas eklig!). Zuvor wurde gezeigt, dass 3 kleine Tüten Koks gekauft wurden, ob die Frau gleich alle 3 Tüten auf einmal weggeknallt haben sollte? Man kann es sich nur ausmalen. Frustriert oder drogensüchtig wirkt die Lady keineswegs, eher amüsiert, wieso hat sie sich dann eine Überdosis gegeben, nur aus Dummheit? Eine nicht nachvollziehbare Handlung, die nun wenigstens viel Panik auslöst, denn die Frau muss gerettet werden und einige Charaktere werden mit hineingezogen, wie auch der Drogendealer. Die Frau blutet heftig aus der Nase und erscheint tot, sowie regungslos, nun bekommt sie eine Spritze in den Brustkorb gerammt und steht sofort wieder auf, ja sie ist wieder fit. Keine Ahnung ob das real so sein kann, es schaut jedenfalls komischbis albern aus. Seltsam fand ich auch, dass der üble und rücksichtslos schmiere stehende Gangster vom Filmanfang, so ein Bammel um die gerade kennen gelernte Frau hat und auch aus Gewissensbisse ewig brauch, um die notwendige Spritze in deren Brustkorb zu rammen. Kann ein eiskalter Gangster innerhalb von kurzer Zeit so viel Zurückhaltung vor Gewalt zeigen? Ob die Asiaten diesen Pulp Fiction auch so lieben werden? Schließlich werden sie hier stetig im ernsten Dialog als Reißfresser recht faschistisch betitelt, ohne dabei Ironie erkennen zu können. Es gibt hier so einige Softsexszenen, leider ohne das die Darstellerinen mal nackte Haut zeigen. Die ganzen Liebesszenen wirken aufgesetzt und gestellt, wo sich das Erotikspiel nur im Kopf abspielen soll. Zudem nervte mich noch der ausländische Akzent einer Hauptdarstellerin, es sollte nicht die letzte in Hollywood sein, eine ganze Welle ausländischer Akzente prasselte anschleißend unverständlicherweise auf die weiblichen Charaktere der Blockbusterfilme nieder, zumindest bei der deutschen Synchronisierung. Vielleicht soll dies ja süß und verspielt wirken?
Der Film ist sehr modern, spricht die Modewelt von der Optik her zumindest bestens an, insbesondere anhand einiger Frisuren der Charaktere und deren Outfit, sowie die etwas künstliche, aber ausdrucksstarke Kulisse. Die Erzählstruktur des Films wird im letzten Viertel dann noch mal ganz durcheinander gewürfelt, zu diesem Zeitpunkt hab ich hier dann im Kopf auch ganz abgeschaltet. Zum einen weil mir der ganze Ablauf zu langweilig war und zum anderen ist dieser auch recht konfus zusammengeschnitten, ohne das ich die Aussage dahinter richtig verstehen konnte. Pulp Fiction war nun wirklich der letzte Quentin Tarantino den ich gesehen habe, trotz einiger guter Momente, anhand der starken Darsteller, sind seine Filme für mich aber vor allem viel zu langweilig. Dass ich Pulp Fiction wie alle anderen Werke vom Mainstream-Bösewicht und Modeprince Quentin Tarantino als total überbewertet empfinde, erwähne ich nun nicht zum ersten, aber sicher zum letzten Mal.
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(Review nachberarbeitet: 26.09.2010)