Posts by DanGore

    Ich fand den Film dann doch recht eintönig. 100 Minuten eine Aneinanderreihung von Kampfszenen. Zwar alle sehenswert aber in den 100 Minuten eher ermüdent.

    Zum 2 mal schauen reicht es bbei mir nicht.

    Ach hör doch auf......

    Klöppe in die Klöten kann man sich auch 2 mal anschauen :D

    Schon vor gefühlten 13 Jahren machte einmal das Gerücht die Runde, das sich 3 deutsche Indie Regisseure aus dem Horrorbereich zusammen tun werden, um zusammen einen Anthologie Horrorfilm zu realisieren.
    Die drei Filmschaffenden waren bis weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus bekannt und trugen die Namen Jörg Buttgereit, Andreas Schnaas und Olaf Ittenbach.

    Es gab sogar ein Treffen dieser Regisseure bei dem erste Gespräche über das Konzept und das Projekt geführt wurden; ein Treffen das die Fans von Indiehorror frenetisch und voller Vorfreude als "3 Königstreffen" betitelten
    Der Film trug den Arbeitstitel BARCELONA BABYLON und erblickte nie die Leinwände der Kinos; es hieß damals das die Geldgeber ausblieben und das Projekt somit auf Eis gelegt wurde.

    Auch um Jörg Buttgereit (NEKROMANTIK, SCHRAMM, DER TODESKING) wurde es, reduziert auf seine Tätigkeit als Regisseur, relativ ruhig in den Folgejahren.
    Der Berliner richtete seine Fokus eher auf die Regie bei Theaterstücken, das Inszenieren von Genre Hörspielen oder die Produktion von Dokus (wie DIE MONSTERINSEL; eine Doku über den Kaiju)
    Nebenbei trumpfte er aber noch durch sein Fachwissen bei diversen Special Features unzähliger DVD Veröffentlichungen, wie Audiokommentare, Einleitungen und Interviews.

    Gut 10 Jahre zogen ins Land, bis man die ersten Infos zu einem Projekt eines Films namens GERMAN ANGST hörte und laß.
    Wie schon bei BARCELONA BABYLON sollte es sich auch bei GERMAN ANGST um einen Anthologie Horrorfilm handeln, der 3 Geschichten beinhaltet.
    Die Grundidee zu GERMAN ANGST stammt vom Österreicher Michal Kosakowski, welcher zuvor mit seinem halbdokumentarischem Crime Flick ZERO KILLED (2012) Aufmerksamkeit erwecken konnte.

    Der Einzige der aus dem dem anvisiertem Projekt BARCELONA BABYLON übrig blieb war Jörg Buttgereit.
    Zu dem NEKROMANTIK Regisseur und Kosakowski gesellte sich als Dritter im Bunde Andreas Marschall, der schon mit seinem Ethno Horror Debüt TEARS OF KALI und seiner Giallo Hommage MASKS überzeugen konnte.

    Glücklicherweise stand GERMAN ANGST unter einem etwas besserem Stern als es damals bei BARCELONA BABYLON der Fall war und durch eine Crowdfundingkampagne konnte ein Teil der Produktionskosten gedeckt werden.
    Und so konnte GERMAN ANGST seine Weltpremiere auf dem IFFR (International Film Festival Rotterdam) und seine Deutschlandpremiere auf den Fantasy Film Fest Nights in Köln feiern.

    Jetzt aber direkt ohne Umschweife zum Film selbst!
    Vorab sei zu erwähnen, das wie es meist bei Anthologiefilmen üblich ist, auf eine Rahmenhandlung verzichtet wurde.
    Das Einzige was die 3 verschiedenen Geschichten gemeinsam haben, ist das sie alle die dreckigen, schmuddeligen Ecken von Berlin als zentralen Schauplatz haben.


    FINAL GIRL von Jörg Buttgereit :

    Aus dem Off hören wir die Stimme eine jungen Mädchens, das uns aus dem Off über die fürsorgliche Pflege eines Meerschweinchens erzählt.
    Zuerst macht es den Anschein als würde sie die völlig desolate Bleibe alleine bewohnen, doch im Schlafzimmer ist ein Mann ans Bett gefesselt und geknebelt.....


    FINAL GIRL, der Opener zu GERMAN ANGST nimmt innerhalb der Anthologie die kürzeste Laufzeit ein und ist Jörgs Rückkehr in den Horrorfilm.
    Schon bei den ersten Frames die über die Leinwand laufen, bekommt man einen ersten Eindruck davon was den Fan hier in den nächsten 112 Minuten noch erwarten wird.
    Jörg zeigt in dreckigen Bildern die unschöne Seite der Haupstadt und vermittelt dem Zuschauer direkt, dass das Leben dort nicht nur aus High Society, High Life und Berlin Chic besteht.
    Die Stadt hat ihre dunkle, heruntergekommene Seite, die auch bei Tag ihr unschönes Gesicht offenbart.

    Zwar mag die Story von FINAL GIRL auf den ersten Blick nicht viel hergeben, aber der Schein trügt!
    Man muss sich auf den Film einlassen und nicht durch die grobkörnigen, verwackelten Bilder, die leicht lethargische Off Stimme der Hauptprotagonistin abschrecken lassen.
    Man muss genau hinhören, was die Protagonistin erzählt und darf ihre Worte nicht als Geschwätz abtun, denn nur dann machen die Bilder auch Sinn - nur dann wird einem hier mehr geboten als man zunächst annimmt.
    In der Anonymität des Plattenbaus wird der Zuschauer bei FINAL GIRL auf Distanz gehalten und nimmt die Funktion des Beobachters ein.
    Jörg prangert diese Anonymität und die heutige Zeit an, wo sich fast jeder nur noch um sich selbst kümmert und bei Greueltaten auch gerne mal wegsieht und Zivilcourage und Einsatz ein Fremdwort sind.


    FINAL GIRL als reinen, fast sinnfreien Horror Shortie abzustempeln trift es hier nicht ganz; hier gibt es unter der angekrazten Oberfläche viel mehr zu entdecken.

    FINAL GIRL ist Avantgarde Horror wie wir ihn von Jörg kennen und zu schätzen wissen, dem ein Schuß Torture Porn hinzugefügt wird und durch die visuelle Grittiness der alten Bahnhofskinofilme abgerundet wird - "psychologischer Berlin Grindhouse" wäre meiner Meinung nach der Begriff der es am besten trifft.

    Man darf hier keine blutigen Exzesse erwarten, denn die brutalen Detailaufnahmen halten sich in Grenzen.
    Doch FINAL GIRL hat es auch gar nicht nötig sich über gorige Ausschweifungen zu definieren und dadurch zu überzeugen.

    Viele mögen sich eventuell schwer tun mit FINAL GIRL, da man ihm eine Spur von anfäglicher Sperrigkeit nicht absprechen kann.
    Mich konnte Jörgs "Wiedereinstieg" aber überzeugen!


    8,5 von 10 Geflügelscheren

    MAKE A WISH von Michal Kosakowski :

    Das taubstumme und verliebte Paar mit polnischem Migrationshintergrund - Jacek und Kasia - genießt die Verliebtheit in vollen Zügen.
    Bei einem Streifzug durch die dreckigen Ecken Berlins legen sie in einer verlassenen Fabrikhalle eine Pause ein, in der Jacek seiner Freundin die Geschichte eines Medaillons erzählt, welches er bei sich trägt.

    Dieser Anhänger ist ein Familienerbstück und die Legende besagt, das es die Gabe verleiht den Geist und Körper mit einer anderen Person zu tauschen.
    Einst rettete dieses Medaillon während des 2. Weltkriegs einem Mädchen das Leben, als die Nazis über ihr Dorf herfielen und die Bewohner auf grausamste Art dezimierten.

    Die traute Zweisamkeit der beiden wird jedoch gestört, als eine Truppe Neo-Nazis in der Fabrikhalle aufschlagen.
    Für die beiden beginnt ein Martyrium aus Gewalt, Sadismus und Demütigung aufgrund ihrer polnischen Herkunft, aus dem es zuerst keinen Ausweg mehr zu geben scheint.....

    Wie der Nachname des Regisseurs - Kosakoswki - erahnen lässt, ist Michal selbst polnischer Herkunft.
    Und in seiner Episode arbeitet der ZERO KILLED Regisseur seine eigenen Erfahrungen mit Rassismus, mit dem er sich in seiner Wahlheimat Österreich konfrontiert sah, auf.
    Michals Beitrag zu GERMAN ANGST ist ein Appell an Rassismus und die damit eigehende Gewalt.
    MAKE A WISH ist ein realistisches Portrait der heutigen Zeit, in der Xenophobie leider immer noch nicht ausgestorben ist und Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Kultur oder ihres Glaubens Opfer von Übergriffen werden.

    Da der Film auf 2 Zeitebenen spielt, wird hier perfekt eine Brücke vom Zweiten Weltkrieg in die Neuzeit geschlagen.
    Diese Erzählstruktur zeigt dem Zuschauer, das leider auch im Hier und Jetzt der Rassismuss und Fremdenfeindlichkeit nicht ausgestorben sind.
    Verbunden werden die beiden Zeitebenen in denen MAKE A WISH spielt, durch ein mystisches Element; das Medaillon.
    Dies Mystik wirkt zwar nicht deplaziert, aber ich persönlich finde das Michals Episode ohne dieses authentischer wirken würde.
    Der Verzicht darauf hätte der zweiten Episode mehr Wucht verliehen und den realen Horror der Xenophobie noch besser zur Geltung gebracht; aber das ist nur meine persönliche Meinung.
    Dies heißt aber nicht, das MAKE A WISH die anvisierte Wirkung dadurch verfehlt.
    Gefühle von Schmerz, Betrübtheit, Verzweiflung und Wut stellen sich beim Betrachter ein.
    In dieser Intensität hatte ich selbst diese Gefühle das letzte mal bei der Sichtung von EDEN LAKE oder MARTYRS und ein Vergleich mit diesen beiden Titeln hinkt auch keinesfalls.

    Wirklich exzellent ist bei MAKE A WISH die Wahl der Darsteller gewesen, die ihren Job sehr gut machen und eine glaubwürdige Performance abliefern.
    Vor allem Annika Strauss als taubstumme Kasia und Andreas Pape als Anführer der Nazi Truppe liefern eine brilliante Performance, die schlichtweg überzeugen und auf den Punkt gebracht ist.
    Lediglich das weibliche Mitglied der Nazi Gang hatte mit ihren leicht nervigen Art etwas den Hang zum Overacting; aber auch dies ist wieder nur meine persönliche Meinung.

    Oft liest man in anderen Kritiken zu GERMAN ANGST das es in Kosakoswkis Episode seltsam oder gar unrealistisch wirkt, das die Darsteller und die Nazis Englisch sprechen.
    Diese Tatsache und negative Kritik kann ich selbst aber in keinster Weise nachvollziehen!
    Die Aussage dahinter ist so einfach zu verstehen, den Michal wollte damit lediglich unterstreichen das Rassismus ein globales Problem ist.
    Überall auf der Welt gibt es Nazis, Rassisten und Faschisten , die Leuten die augenscheinlich anders sind Leid und Schmerz zufügen und oft auch vor Mord nicht zurückschrecken.
    Visuell und Inszenatorisch gibt es bei MAKE A WISH nichts zu kritisieren und der Beitrag hebt sich positiv von der breiten Horror-Masse ab; hier sitzt jede Kameraeinstellung in sorgfältig gewählten Locations.

    Zum Ende hin gibt es dann noch einen Monolog von Andreas Pape, der so ziemlich jeden Zuschauer mitreißen wird.
    Hier beweist der Darsteller endgültig welches Potenzial in ihm steckt, wenn es darum geht einem Charakter Leben einzuhauchen und Tiefe zu verleihen.

    MAKE A WISH ist ein Schlag in die Magengrube, die dem Zuschauer auch Tage oder Wochen später im Kopf bleiben wird und zum Nachdenken animiert.

    9 von 10 Medaillons

    ALRAUNE von Andreas Marschall :

    Eden ist einer der gefragtesten Fotografen in Berlin, verkehrt in der Jet Set High Society und dürfte eigentlich alles besitzen um glücklich zu sein.
    Doch dies reicht ihm nicht und er ist auf einer Dating Seite auf der Suche nach Affären um seine Gelüste zu befriedigen.
    Im Chat verabredet er sich mit einer mysteriösen Frau, um im exklusivem Club "Mabuse" mit ihr seinem Sexleben einen Kick zu verschaffen.
    Dort angekommen trifft er auf die rätselhafte und attraktive Kira, die den Fotograf sofort in ihren Bann zieht.
    Schnell geben sich die beiden der gegenseitigen Anziehung hin und auf der Toilette wird gekokst und die beiden tauschen Intimitäten aus.
    Doch bevor es zum eigentlichem Geschlechtsakt kommt, ergreift die junge Osteuropäerin panikartig die Flucht und wird von noch nebulöseren Personen aus dem Club geleitet.

    Eden ist so angetan von Kira, das er ihr und den Begleitern zu einer Wohnung folgt und es sich nicht nehmen lässt dort zu klingeln.
    Es stellt sich heraus, das es sich um einen privaten Club handelt in den nur ausgewälhten Mitgliedern der Eintritt gewährt wird.
    Petrus, der Vorsitzende, will Eden zuerst den Eintritt verwähren, doch gewährt ihm nach einer expliziten Warnung den Eintritt.
    Innerhalb des Clubs macht Eden die Bekanntschaft mit einer äusserst stimulierenden Droge, die aus der Wurzel der Alraune gewonnen wird.
    An eine Liege gefesselt und im Rausch dieser Droge wird der Wunsch des Fotografen wahr : Sex mit der von ihm heiß begehrten Kira.

    Diese Nacht bleibt für Eden unvergesslich aber hat auch ihre Folgen; er verfällt der Alraune und Kira.
    Immer mehr vermengen sich Realität und Wahnvorstellungen und als Kira eines Tages wie spurlos verschwindet nimmt das Unheil seinen Lauf....

    Andreas Marschall konnte schon mit seinem Debüt TEARS OF KALI als auch mit seiner Giallo Hommage MASKS die Fans des deutschen Indie Horrors überzeugen und begeistern.
    Die beiden Genrebeiträge zeigten das unabhängige Produktionen nicht zwangsläufig von billig anmutender Machart sein müssen.
    An den Stil den Andreas etabliert hat knüpft er auch bei seinem Beitrag zu GERMAN ANGST namens ALRAUNE wieder an.
    Gialloeske Farben treffen hier auf Lovecraft'sche Elemente mit einem Schuß early Cronenberg Bodyhorror.
    Storytechnisch fühlt man sich an Filme wie EYES WIDE SHUT oder auch ANGEL HEART erinnert, wobei aber immer der Marschall'sche Stil die Oberhand behält.

    ALRAUNE kann aber auch noch durch ein anderes Stilelement überzeugen; dem des "Film Noir" beziehungsweise des "Neo-Noir".
    Hier wird zu einem die Narrativität der Noir Filme kredenzt, indem sehr vieles aus der Sicht des Hauptprotagonisten durch seine Stimme aus dem Off erzählt.
    Wie in anderen Vertrettern des Film Noir markieren auch hier sexuellen Szenarien den Weg und die Hauptmotivation des Protagonisten ist die Obsession zu einer Frau und seine sexuelle Begierde nach Ihr.
    Weiteres Indiz für meine Behauptung ist, das die Wurzeln der "Noir Filme" in erster Linie im deutschen expressionistischen Stummfilm liegen, wie es ja auch bei GERMAN ANGST in seiner Gesamtheit der Fall ist.
    Insgesamt bemerkt man in GERMAN ANGST - und besonders stark im letzten Beitrag ALRAUNE - die Noir typischen Elemente :
    starke Hell-Dunkel-Kontraste, eine dominierte Bildgestaltung, entfremdete oder verbitterte Protagonisten sowie urbane Schauplätze.

    Geschickt arbeitet Andreas in seinen Beitrag aber auch einen sozialkritischen Ansatz ein.
    Ein Appel an die immer schnelllebigere Zeit in der die Menschen ständig auf der Suche nach dem ultimativem Kick sind und sich mit fast nichts mehr zufrieden geben.
    In der Anonymität der Großstadt und der Internets sind viele auf der Ständigen suche nach Mehr - sie es nach exzessiven Rauschzuständen, dem ultimativem Kick durch das Austesten von sexuellen Grenzen oder gar beidem in Kombination.
    Dabei ist diese Suche sehr oft von Skrupellosigkeit getrieben, wo es nicht zählt ob andere dadurch Schaden erleiden oder gar ihr Leben lassen müssen; einzig der Moment und der Kick zählen.

    ALRAUNE ist von allen drei Beiträgen die Episode die mit der längsten Laufzeit aufwartet und auch das meiste Budget verschluckt hat.
    Hier kommt dann auch ein kleiner Kritikpunkt von mir ins Spiel, denn ALRAUNE wirkt teils etwas in die Länge gezogen und durch diese Narrativität kommen kleine Durststrecken zu Stande.
    Aber zum Glück nicht in dem Ausmaß, das sich Langeweile einstellt und ALRAUNE seiner hypnotischen Wirkung beraubt.

    Auch hier sind - wie bei den anderen zwei Episoden - die Darsteller bestens gewählt und es gibt keinerlei Ausfälle zu verzeichnen.
    Die Special FX sind zahlreich zu bewundern, fallen Blutig und Hart aus und es gibt keinen Grund zur negativen Kritik.
    Viele mögen den Beitrag von Andreas als die überzeugendste Geschichte in der Anthologie ansehen, doch für mich hat jede Einzelne ihren Reiz und eine Daseinsberechtigung.


    8,5 von 10 Alraune Wurzeln

    Die 3 Geschichten in GERMAN ANGST mögen zwar Grundverschieden sein, aber grade dies macht den Film aus.
    Es bedarf lediglich einer sehr simplen Struktur, in diesem Fall die Stadt Berlin, damit 3 Regisseure ihre innovativen, eigenständigen Visionen auf die Leinwand bringen.

    Fest steht das GERMAN ANGST die Geister scheiden wird und auch in Zukunft noch für Diskussionsstoff sorgen wird.
    Fakt ist, das solch ein Projekt Anerkennung verdient hat und sich in den nächsten Jahren gewiss seinen verdienten Stellenwert bei den Fans erspielen wird.

    Für das Gesamtwerk der Herren Buttgereit, Kosakowski und Marschall gibt es an dieser Stelle von mir :
    9 von 10 Berliner Bären!

    Episode 1

    Originaltitel : Nature - The Series
    Herstellungsland : Deutschland
    Jahr : 2015
    Regie : Timo Rose
    Darsteller : Max Evans, Ryan Nicholson, Andre Koock
    Freigabe : unbekannt
    Laufzeit : 21:59 Minuten


    Story :

    Millionär Steve Chandon hatte im Jahr 2003 eine unheimliche Begegnung mit einem Wesen dessen Existenz bis heute von keinem Widerlegt werden konnte : dem Bigfoot.

    Seit diesem Vorfall lässt ihn sein Erlebniss keine Ruhe mehr und er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht die Existenz des Bigfoot - der im Südwesten von Virginia in den USA auch liebevoll "Woodbogger" genannt wird - zu beweisen.
    Bestens vorbereitet und ausgerüstet macht sich Steve auf den Weg in die Backwoods, in denen er abgeschieden von der Aussenwelt 2 Wochen verweilen wird.
    Der einzige Kontakt zur zivilisierten Welt wie wir sie kennen sind sein Laptop und sein Handy.


    Seine Freundin Lynn ist von seinem Plan alles andere als angetan und macht sich Sorgen um ihren Freund, der von nun an in der Wildniss vollkommen auf sich alleine gestellt ist.
    Es dauert auch nicht sehr Lange und schon nach knapp einem halben Tag gibt es die ersten mysteriösen Ereignisse.
    Diese sind zwar marginaler Natur, doch werden nur ein Vorbote dessen sein was noch alles auf Steve zukommen wird.....

    Bewertung :

    Nach dem ersten Teil von seinem auf dem Kiez angesiedeltem Milieu Drama REEPERBAHN, das ja bereits im Kasten ist, gelingt es Regisseur Timo Rose mal wieder nicht zur Ruhe zu kommen und er stämmt schon wieder das nächste Projekt aus den Hüften.
    Der Unterschied bei NATURE ist der, das er sich diesmal des Found Footage Genre annimmt, was nun in den letzten Jahren nichts wirklich Neues wäre.
    Doch NATURE unterscheidet sich dann doch von den unzähligen Einträgen im Found Footage Film, da es sich hier um die erste Found Footage Serie handelt.


    Ich selbst bin normalerweise kein großer Fan dieses Subgenre und die obligatorischen Bilder der wackeligen Handkamera lösen bei mir eher Langeweile als Begeisterung aus.
    Manche werden mir jetzt wohl vorwerfen ich sei Blasphemisch, aber selbst mit BLAIR WITCH PROJEKT wurde ich nie wirklich warm.
    Doch bei NATURE verhält sich das ganze dann auch für mich persönlich anders als bei den mehr als zahlreichen Epigonen der Blair Hexe.
    Zwar ist der Bigfoot als Aufhänger im Horror- und Mysteryfilm thematisch nichts neues, aber da ich mit dem haarigen Waldschrat schon immer sympathisierte konnte mich auch NATURE auf Anhieb überzeugen und begeistern.
    Auch wenn nicht wirklich etwas passiert und sich die Einstiegsepisode sehr ruhig etabliert, wird die Spannungskurve die gesamte Laufzeit über aufrecht erhalten.
    Das Setting und die Art der Inszenierung mag auch den Betrachter auf den ersten Blick zwar sehr ruhig anmuten, doch durch den mysteriösen Kontext stellt sich auch ein latentes, unbehagenes Gefühl von subtiler Bedrohung ein.


    Ein wirklicher Vorzug ist hier zweifelsohne Hauptdarsteller Max Evans, der schon in der Serie GROßSTADTREVIER in Nebenrollen zu sehen war und auch in Timos REEPERBAHN mitspielt.
    Diese
    r liefert hier nämlich eine überzeugende und realistische Darstellung des Millionärs ab, der durch seine charismatische Art den Fan direkt für sich gewinnen kann.
    Auch das der Pilot - wenn man den Cameo von Ryan Nicholson (GUTTERBALLS, COLLAR, HANGER, LIVE FEED) mal absieht - nur von Max getragen wird, sollte hier nicht unerwähnt bleiben.
    Wirklich toll sind übrigens auch die Querverweise an z.B. das Patterson–Gimlin 16mm Video aus dem Jahr 1967 oder das Michael Wallace damals gefälschte Bigfoot Fußspuren in den örtlichen Wäldern gesetzt hat.
    Diese Tatsache macht NATURE auch noch mal einen Zacken interessanter, da sich ja heute noch Kryptozoologen streiten was nun Wahr ist und was gefaked
    Denn es ist ja meist sehr selten der Fall das ein Film oder eine Serie, die von nur einem Protagonisten getragen wird, den Zuschauer direkt an den Bildschirm fesselt und in seinen Bann zieht.
    Dies spricht dann auch definitiv für das Potenzial das in dem Projekt steckt, das hier zu keiner Zeit verschenkt wird!


    Einziger Wehrmutstropfen ist, das die erste Folge schon nach knapp 21 Minuten endet, da man sich mehr wünscht.
    Die Pilotfolge hätte man locker 3 mal so lange halten können und es wäre keinerlei Langeweile oder Leerlauf zu spüren gewesen.
    Doch am Schluss dieser Folge wird der Fan trotzdem entlohnt und bekommt schon einen Einblick auf das was da noch auf uns zukommen wird.


    Visuell kann NATURE auch punkten und überzeugt auf ganzer Linie!
    Anstatt hier die komplette Laufzeit sich dem Wackelkamera Stil zu verschreiben, gibt es hier auch merh als genug Bilder zu bewundern, die von ruhiger Natur sind.
    Ich würde NATURE eher als Mischung aus Found Footage und Mockumentary beschreiben.
    Beeindruckende, bedachte Landschaftsaufnahmen der unberührten Natur lassen zugleich das Gefühl aufkommen als würde man sich selbst inmitten dieses Szenarios befinden.
    Komplettiert wird das ganze noch von einer subtilen Geräusch und Klangkulisse, die auch auf ganzer Linie überzeugt.
    Hervorzuheben ist bei der musikalischen Untermalung vor allem das Maintheme, welches in den Opening Credits zu hören ist.
    Dieser stammt von Myra und erinnert vom Sound, der Strukturierung und in seiner Orchestrierung sehr stark an die guten, alten X-FILES (AKTE X) und fügt perfekt in das Mystery Szenario der Serie ein.

    Man kann vor Timo und der gesamten Crew nur den Hut ziehen und ihnen zu NATURE gratulieren!
    Hier wird einem Subgenre, welches in den letzten Jahren fast schamlos ausgebeutet wurde, ausgelutscht wirkte und wahrscheinlich fast dem Untergang geweiht war, Innovation verliehen und neues Leben eingehaucht.
    NATURE ist ein Konglomerat aus BLAIR WITCH PROJEKT, der Animal Planet TV Serie FINDING BIGFOOT und Dokumentation aus den 1970gern wie THE LEGEND OF BIGFOOT, IN SEARCH FOR BIGFOOT und IN THE SHADOW OF BIGFOOT.


    Selbst ich als selbsternannter Found Footage Hasser konnte mich auf Anhieb mit der Serie anfreunden und mit meiner positiven Wertung zu diesem Einstieg werde ich durchaus nicht alleine sein.
    Die Behauptung ,das nach der Sichtung der Pilotfolge viele Leute angefixt sein werden und "I'm a believer!" sagen werden, ist somit nicht aus der Luft gegriffen.
    Ich freue mich schon wie ein Flitzebogen auf die nächsten Folgen, in denen es nach und nach auch bekannte Gaststars wie Shawn C. Philips (GRAVE ENCOUNTERS 2, GHOST SHARK), oder Damien Colletti (THE SHOOTER, THE RITUAL) in Cameos zu sehen geben wird.

    9 von 10 übergroßen Fußspuren

    Produktionsland: Deutschland
    Produktion: Michael Hehn
    Erscheinungsjahr: 2015
    Regie: Michael Hehn
    Drehbuch: Michael Hehn, Tobias Nossek
    Kamera: Michael Hehn
    Schnitt: Michael Hehn
    Spezialeffekte: Julia Compans, Susanne Hübner, Mona Koloska
    Budget: ca. 5000€
    Musik: Benjamin Buck
    Länge: ca. 86 Minuten
    Freigabe: FSK 16
    Darsteller: Melanie Munzel,Torsten Holstein,Katja Hellinger,Michael Wiehl,Michael Hehn,Sascha Striebel,Moritz Mühleck u.a.

    Deutsche DVD Fassung: 12.02.2015


    Inhalt:

    Mit ihrer besten Freundin Veronica begibt sich Sam auf den Weg in eine kleine, verschlafene Stadt um dort nach ihrem verschollenem Bruder zu suchen.
    Sams Bruder, der als Söldner bei einer Spezialeinheit sein Brot verdient, ist seit seinem letztem Einsatz in der Kleinstadt verschollen.

    Als die beiden jungen Frauen in dem Dorf ankommen scheint zunächst noch alles ruhig und idyllisch, doch der Schein trügt.
    Ein Virus der außer Kontrolle geraten ist, hat die Einwohner in wahnsinnige, untote und nach menschenfleisch gierende Bestien verwandelt.

    Während der ersten Angriffswelle gelingt es den Beiden sich in einem Haus in Sicherheit zu bringen.
    Dort treffen sich auf den einheimischen Jackson und zusammen verschanzt man sich in dem Bauernhaus.

    Schon bald stellen sie fest, das sich im Obergeschoss noch weitere Überlebende in Sicherheit bringen konnten.
    Unter diesen ist auch ein Soldat namens Snyder, der eventuell ja in der gleichen Einheit wie Sams Bruder gewesen sein könnte.
    Doch als Sam in drauf anspricht verneint Snyder dies, da die Sondereinheit riesig sein soll und weltweit operiert.
    Irgendetwas scheint aber mit Snyder nicht zu stimmt und er scheint den anderen etwas zu verschweigen.

    Zum nachhaken bleibt aber nicht viel Zeit, da die Zombies immer näher rücken und sich die kleine Gruppe schon auf den nächsten Angriff einstellen und gegen diesen wehren muss.

    Trailer:

    Bewertung :

    Die Zombiethematik ist schon seit Dekaden weltweit beliebt und aus dem Horrorgenre nicht mehr weg zu denken.
    Auch im Indiehorror wird der nach menschenfleisch gierende Untote immer wieder gerne als Aufhänger für einen Film genutz.
    So ist dem dann auch bei POPULATION ZERO, dem Regiedebüt von Michael Hehn.

    Man merkt förmlich das der Debütant sich an den großen Vorbildern wie George A Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD orientiert hat, aber auch Einflüsse aus der Survival Game Horror Serie RESIDENT EVIL sind nicht von der Hand zu weisen.
    Storytechnisch bietet sich bei POPULATION ZERO somit ein Hybrid, der nicht wirklich Neues bietet aber auch nicht versagt im Storytelling.
    Dafür das die Location im Film zum Großteil limitiert ist und vorwiegend in dem Haus spielt funktioniert das ganze Recht gut.
    Eine gewisse Spannungskurve kann etabliert und auch akzeptabel gehalten werden und die Kontinuität der Geschichte ist auch nicht wirklich verkehrt.

    Doch leider gibt es dann in diesem Spielfilm Regiedebüt einige Defizite, die das Gesamtbild leider etwas schmällern.
    Den POPULATION ZERO wirkt leider oft etwas zu "geschwätzig" und durch diese Dialoglastigkeit schleicht sich zwischendurch immer mal etwas Langeweile ein.
    Hier wäre es eventuell angebracht gewesen etwas mehr Action einzustreuen; von mir aus auch gerne in Form von Rückblenden, die den Ausbruch des Virus dokumentieren.

    Ein anderer Kritikpunkt, der mir persönlich nicht gefiel, war der latente Anglizismus und Amerikanisierung des Films.
    Sicherlich ist es nicht verkehrt oder gar schlimm sich an den amerikanischen Vorbildern zu orientieren, doch dies sollte in einem gesunden Maß geschehen.
    Wenn alle Charaktere im Film amerikanisch ausgesprochene Namen tragen, der Zuschauer aber ohne Probleme ausmachen kann das der Film in Baden-Württemberg gedreht wurde, dann wirkt dies leider einfach zu aufgesetzt und unrealistisch.

    Ein zusätzliches Manko waren meinem Empfinden nach auch zum Teil auch die Leistungen der Darsteller bzw. die Charakterzeichnung.
    Sicherlich sollte man realisieren das man es nicht mit professionellen Darstellern zu tun hat, die eventuell auch zum ersten Mal vor der Kamera standen und bei POPULATION ZERO ihren Einstand in das Genre gaben.
    Doch leider wirkten die beiden weiblichen Charaktere teilweise ein wenig Unbeholfen während die Männer etwas zuviel Pseudo Coolness an den Tag gelegt haben.
    Unter Umständen kann es aber auch durchaus sein, das dies von Michael Hehn beabsichtigt war die Charaktere mit diesen klischeehaftigen Attributen zu versehen.
    Doch nun genug der negativen und konstruktiven Kritik und ich werde auf die positiven Aspekte des Films eingehen.

    Auf technischer Ebene kann POPULATION ZERO wirklich überzeugen und wirkt zu keiner Zeit billig.
    Die Qualität des Filmmaterials kann sich sehen lassen, der Schnitt und das Timing stimmen und auch die musikalische Untermalung ist sehr gelungen.

    Aufgrund der FSK 16 Freigabe für die ungeschnittene Fassung, mag sich der ein oder andere nun denken das der Film recht blutleer daher kommen wird; doch dem ist nicht wirklich so.
    Es gibt schon einige Gewaltspitzen und auch blutige Einschüsse zu sehen.
    Durch die Bank weg sind diese als gelungen zu bezeichnen und auch das Make-Up der Zombies ist adäquat geworden.
    Lediglich das Make Up des "Schrank Zombies" wirkte ein wenig kostengünstig und sah unecht aus, aber über diesen einen Ausfall kann man drüber hinweg sehen.

    Was man aber bei POPULATION ZERO nie außer Acht lassen darf, ist das es sich um ein Debütwerk handelt und in Anbetracht dessen gelungen ist.
    Und das Budget des Films betrug auch grade mal ca. 5000 € und mit diesem doch geringem Betrag konnte das bestmögliche heraus geholt werden.
    Und ich bin mir auch sicher, das die Defizite die hier noch auftraten bei den nächsten Produktionen ausgeglichen werden können.
    Talent und Ideen sind zweifelsohne vorhanden und keiner kann den Machern vorwerfen ohne Ambitionen an das Projekt heran gegangen zu sein.

    Freude von Indie Horror sollten dem Film definitiv mal eine Chance geben und sich selbst ein Bild von POPULATION ZERO machen.
    Objektiv würde ich dem Film einen Punkt weniger geben, da es sich aber um ein Debüt handelt in das wohl viel Herzblut, Arbeit und Zeit investiert wurde gebe ich

    6 von 10 verschollenen Spezialeinheiten

    „Was jetzt geschieht, ist nicht mehr aufzuhalten……..“

    Mir selbst scheint dieses Zitat aus Stuart Gordons „From Beyond“ der perfekte Einstieg zu sein für diese Rezension.
    Grund dafür ist, das die heutige Rezension nur ein Vorbote dessen ist, was in Zukunft noch alles auf uns zukommen wird.
    Der Name „Wicked Vision“ sollte dem Fan des phantastischen Film ein Begriff sein da sich das Online Magazin gegenüber einigen längst „verstorbenen“ Mitbewerbern nun schon 15 lange Jahre halten kann.

    Wem „Wicked Vision“ kein Begriff ist, der sollte sich in die Ecke stellen und schämen und danach seine vernachlässigten Hausaufgaben umgehend nachholen!

    Seit 2014 ist „Wicked Vision“ aber nicht mehr „nur“ ein Online Magazin mit angebundenem Forum.
    Es wurde ein hauseigenes Label ins Leben gerufen, welches sich darauf spezialisiert hat ausgewählte Klassiker des phantastischen Films mit exklusiven Artworks in ansprechender Verpackung zu präsentieren.

    Auf dem diesjährigem „Weekend of Horrors“ war es dann auch endlich soweit und die erste Veröffentlichung von „Wicked Vision“ gab es dort zu erwerben.
    Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um keinen geringeren Klassiker des 80ger Horrors als „From Beyond“ von Stuart Gordon, der Eingangs von mir schon erwähnt und zitiert wurde.
    In einer streng limitierten Veröffentlichung als große Hartbox, wird der Film auf Blu-ray dem Sammler kredenzt.
    Damit man sich aber von den üblichen Re-Pack Labels abhebt, wird wie schon angesprochen großer Wert auf ein exklusives Artwork gelegt.
    Dieses wurde vom Ausnahmekünstler und Tattooartist Tommy Lee Wendtner entworfen, welcher selbst großer und bekennender Fan des Horrorgenre und auch H.P. Lovecraft ist.
    Dieses Artwork hätte nicht opulenter und treffender sein können und somit stellt das Re-Release bzw. Re-Pack des Films zweifelsohne eine Referenzveröffentlichung dar.

    Da sich „Wicked Vision“ aber nicht damit alleine zufrieden gab und in die vollen gehen wollte, wurde noch das „Wicked Vision Magazin“ ins Leben gerufen.
    Neben einem exklusivem Postkartenset vom Künstler Bjoern Candidus, Postern und extra angefertigtem Downloadconten (in Form eines Codes) liegt selbstverständlich auch das Magazin dieser Veröffentlichung bei.
    Und jetzt auch genug des Gebrabbels um den heißen Brei, denn genau um dieses Magazin geht es in dieser Rezension ja ^^


    Was dem Fan als erstes ins Auge fällt ist die hochwertige Qualität des Magazins, das uns auf gut 90 reichlich bebilderten Seiten in fremde Welten voll von Tentakeln und alten Götter entführt.
    Andere Printmagazine die sich mit dem phantastischen Film befassen ziehen hier wirklich den Kürzeren!
    Beim „Wicked Vision“ Magazin hat man während des Blättern und Lesen keine Druckerfarbe an den Fingern, was für einen mehr als hochwertigen Druck spricht.

    Auch wurde es - bis auf einige wenigen Ausnahmen - vollkommen frei von Werbung gehalten; eine Reizüberflutung durch Bedarfslenkung, wie es oft leider der Fall bei solchen Printmedien ist, ist hier also nicht gegeben.
    Der große Unterschied, der das Magazin aber auszeichnet ist das Themenbezogene!
    Anstatt einen Rundumschlag des Genre zu liefern der „All over the place“ ist, wurde der Fokus auf ein Thema gerichtet.
    Im Kontext mit der ersten Veröffentlichung lag es natürlich Nahe, das dieses Thema nur eines sein kann : der Ausnahme Schriftsteller H.P. Lovecraft mit seinen Werken und seinem Einfluß auf die Populärkultur.

    So prangt auf dem sehr ansprechendem Coverartwork des Magazins – welches von Flavio Greco Paglia stammt - auch mehr als passend „Cthulhu lebt!“.
    Für das Layout des Magazins war übrigens Jörg Mathieu von „35mm – Das Retrofilmagazin“ verantwortlich und hat tolle Arbeit geleistet.
    Das Cover wirkt weder zu spartanisch noch zu überladen und die Balance wird bestens gehalten.

    In der ersten Ausgabe gibt sich quasi das „Who is Who“ von deutschen Rezensenten und Autoren , deren Namen dem Leser von Fachliteratur und Rezensionen allesamt ein Name sein sollte ein Stelldichein.
    Marcus Stiglegger, Kai Nauman, Matthias Paul, Oliver Nöding, Pelle Felsch, Nando Rohner, Daniel Peree Merkur Schröder, Lisa Schmidt & Jörg Kopertz haben sich alle mächtig ins Zeug gelegt um dieses Medium und dessen Einstieg zu etwas Besonderem zu machen; was auch mehr als geglückt ist!

    Doch nun zum Inhalt, der für Anbeter der alten Götter, Lovecraftianer und Studenten der Miskatonic Universität schlichtweg Pflichtlektüre ist.

    Auf den ersten 8 Seiten gibt es eine Einleitung von Jörg Kopetz, die uns mit dem Schriftsteller selbst bekannt macht, und einen Einblick in sein Leben und seine Arbeit gibt.
    Nach diesem autobiographischem Epilog geht Daniel Peree auf 2 Seiten bei „H.P. Lovecraft im Kino“ im Allgemeinen auf dieses Thema ein, welches auf den noch bevorstehenden Seiten noch weitaus exzessiver zelebriert werden soll.

    So finden sich im Heft Reviews zu Klassikern wie „Die Folterkammer des Hexenjägers“, den beiden Stuart Gordon Filmen „From Beyond“ und „Re-Animator“ und auch „Tanz der Teufel“ wieder.

    Neben diesen Klassikern kommen aber auch fast vergessen B-Movies wie „The Unnamable“ & „The Unnamable returns“ und neuere, unbekanntere Indieproduktionen wie „The Dream-Quest of Unknown Kadath“ „Darkness Beyond“ und „Call Girl of Cthulhu“ nicht zu kurz bei den Filmbesprechungen.

    Anstatt einer normalen Version der heutzutage meist leider üblichen 8 Zeiler, holen die Autoren um Längen weiter aus.
    Hier werden die wegweisenden Filme regelrecht seziert und mit informativem Hintergrundwissen angereichert!
    Selbst ein versierter Film Nerd wie meine Wenigkeit kann hier noch einiges an Wissen mitnehmen.

    Da der Mensch aber nicht vom Brot alleine Leben kann und solch ein Heft nicht nur Reviews beinhalten sollte, wird die volle Bandbreite aufgefahren.

    Es gibt exklusive Interviews mit Roger Corman, Brian Yuzna und Stuart Gordon zu lesen, die dem Thema entsprechend den Fokus auf Lovecraft legen.
    Auch ein Interview mit Tommy Lee Wendtner ist vorzufinden, der unbefangen über die Blu-ray Veröffentlichung und seine Passion zu Lovecraft und Horror plaudert.

    Für die meisten mag dieser Inhalt an sich nun schon einen Kaufgrund darstellen, doch wir sind noch lange nicht am Schluß angekommen!

    Es wird umfangreich über Lovecrafts Kurzgeschichten berichtet und auch der niederländische Comiczeichner Erik Krieg kommt in einem Interview, in dem auch seine Arbeiten präsentiert werden, zu Wort.

    In „Klänge des Cthulhu“ geht Herausgeberin Lisa Schmidt in akribischer Recherche Bands auf den Grund, die durch Lovecraft und seine Werke geprägt wurden und dies zelebrieren.

    Da aber der Einfluß von Lovecraft auf die Populärkultur mit all diesen Themen immer noch nicht abgesteckt ist, geht es in „Tentakel, Tod und Spiele“ munter weiter.
    Dort geht Matthias Paul auf Videospiele ein, die der amerikanische Horror Autor maßgeblich beienflußt und geprägt hat.

    Einen runden Abschluß stellt das auf den letzten 4 Seiten präsentierte und höchst interessante Gespräch zwischen Marcus Stiglegger und Kai Naumann dar.

    „Wicked Vision“ ist mit dieser Sonderausgabe ,die mehr als Umfangreich ist, ein fulminanter Einstieg in den Bereich Printmedium gelungen.
    Das Magazin ist wirklich jedem zu empfehlen, da man merkt wie viel Liebe und Zeit investiert wurde.
    Egal ob Lovecraft Anfänger oder Experte; hier kommt jeder auf seine Kosten.
    Wer sich in das Thema einarbeiten möchte und sich noch als „Anfänger“ bezeichnet,bekommt einen tollen Einstieg in die Materie geboten.

    Alle anderen die schon etwas vertrauter damit sind dürfen sich über das gebündelte Wissen erfreuen, welches hier drin steckt.
    Der Begriff „Magazin“ ist hier fast schon eine Beleidigung, da „Kompendium“ es meiner Meinung nach schon eher trifft.
    Zumal diese erste Sonderausgabe ja nur den Anfang bildet, weil noch 2 weitere Hefte folgen werden zu Lovecraft.
    Deswegen auch zu Eingang mein Zitat „Was jetzt geschieht, ist nicht mehr aufzuhalten……..“ aus dem Film „From Beyond“!

    Wenn dann mal alle 3 Ausgaben erschienen sind, könnten die kreativen Köpfe dahinter es ruhig in Anbetracht ziehen diese in geballter Form als Buch zu veröffentlichen.
    Mir selbst war das lesen ein Hochgenuß und mein Auge als auch meine Zirbeldrüse wurden bestens stimuliert.

    Alle wichtigen Infos sind hiermit auch gesagt , ich werde nun wieder die alten Götter bis zur nächsten Ausgabe anbeten und vergebe an dieser Stelle die volle Punktzahl von

    10 von 10 Tentakeln

    "Nekrophile sind ,wie die meisten Paraphilen, vorwiegend Männlich, erlangen Lust durch das begrapschen von Leichen,
    Geschlechtsverkehr mit Leichen und durch verschiedene sexuelle Aktivitäten die Leichen einbeziehen
    "

    Schon bei seinem Debütfilm NECROPHILE PASSION von 2013 widmete sich der mysteriöse Underground Filmer Tom Heidenberg, der nebenbei noch Anhäger der "Church of Weed &Satan" zu sein scheint, dem kontroversem Thema der Nekrophilie.
    Ein Jahr später wird in dem hier besprochenem Kurzfilm PARAPHILIA dieses Tabuthema erneut aufgegriffen.
    Doch diesmal ist Tom nicht alleine und hat sich mit einem adäquaten Mitstreiter, nämlich El Gore von Grindhouse Family Filmworks (GHOULS NIGHT OUT, ISOLATION), zusammengetan.

    Wer mit dem Debüt von Heidenberg und den Filmen von El Gore vertraut ist, kann sich also schon denken das es nicht zu Weit hergeholt ist, wenn ich behaupte das sich hier das neue Enfant terrible der deutschen Indieszenen gefunden hat.
    Manch einer mag nun denken das PARAPHILIA so etwas wie eine Kurzfilm Remake Variante von NECROPHILE PASSION ist, doch dem ist nicht so.

    PARAPHILIA ist eher der Nekrolog von NECROPHILE PASSION mit einem anderem Darsteller und auch sonst ist ein nicht ganz unerheblicher Unterschied zu vermerken.
    Auch wenn NECROPHILE PASSION einige kontroverse, ekelerregende, blutige Szenen zu bieten hatte, spielte sich viel auf der
    psychologischen Ebene ab und vieles blieb der Vorstellung des Betrachters überlassen.
    PARAPHILIA geht hier einen Schritt weiter; in ausgewälzten, abstoßenden, blutigen Detailaufnahmen wird dem Zuschauer der Paraphile und die gleichnamige Neigung gezeigt.
    Dabei wird aber nie der künstlerische Aspekt aus den Augen verloren, auch wenn der Fan jenseits der harten Filmkost dies vehement Verneinen wird.

    Audiovisuell präsentiert sich hier ein Kurzfilm ,der in sich volkommen Rund ist, was der Symbiose der trostlosen, kalten Bilder im Einklang mit der subtilen Pianomusik zu verdanken ist.
    Auch einen gewissen Arthauscharakter kann man PARAPHILIA nicht absprechen, was auch wiederum der Visualität zu verdanken ist und auch der Tatsache das es im kompletten Film kein einziges, gesprochenes Wort zu hören gibt.
    Die gesamte Laufzeit über wirkt PARAPHILIA wie ein desolater, surrealer, abstoßender Fiebertraum.
    Doch Tom Heidenberg hat ein Auge für das wesentlich und verliert selbst bei solch einem kontorversem, morbiden Thema nie die Ästhetik aus seinem Fokus.

    Getragen wird dieses "Ein Mann plus Leiche" Kammerspiel von der überzeugende Darstellung von Philip P., der auch kein unbekanntes Gesicht ist.
    Philip ist nämlich ein fester Bestandteil der Grindhouse Crew und hat auch schon in der GHOULS NIGHT OUT TRILOGIE vor der Kamera gestanden und auch in ISOLATION schon eine mehr als überzeugende Darstellung des degenerierten Killers abgeliefert.

    Kamertechnisch gibt es hier nicht zu bemängeln und es wurden ruhige Töne angeschlagen; PARAPHILIA ist einfach so Intensiv das es keiner schnellen Schnitte oder großer Dynamik bedarf um den gewünschten Effekt zu erzielen.

    Man merkt das Tom und El Gore hier an einem Strang ziehen und es macht schon fast den Anschein als wären die beiden eineiige Zwillinge die am Hirn zusammengewachsen sind und sich die Ideen und Gedanken teilen.
    Dies zeigt sich auch an der Tatsache, das sie hier als "Zwei-Mann-Armee" fast alles selbst in die begabten Hände nahmen.
    Auf ihr gemeinsames Konto gehen hier der Schnitt, die Regie, das Script, die Kamera und die Special FX.
    Die Spezialeffekte haben es auch wahrlich in sich und machen keine Gefangenen.
    Die Leiche sieht nämlich täuschend Echt aus und so könnten auf dem Horrorsektor ungeschulte, böse Zungen glatt behaupten man hätte sich hier einer echten Leiche bedient.

    In der kurzen Laufzeit von grade mal 14 Minuten schaffen die beiden Initiatoren von PARAPHILIA es einen Grad der Intensität zu erschaffen, an denen es den meisten Spielfilmen fehlt.
    Fans von Horrorfilmen die sich vor einer kontroversen Thematik nicht scheuen, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
    PARAPHILIA ist ein ekelerregender, morbider Genrebeitrag, der die Paraphilie in realistischen Bildern von seiner poetischen Seite zeigt!

    9 von 10 Spaten

    Produktionsland: USA
    Produktion: Jeremy Garner, Ehren McGhehey, Joseph Sullivan
    Erscheinungsjahr: 2014
    Regie: Jeremy Garner
    Drehbuch: Jeremy Garner, Jacy Morris
    Kamera: Brett Roberts
    Schnitt: Jeremy Garner
    Spezialeffekte: Israel Arias, D.L. Watson, Steven Strop
    Budget: ca. 20.000 US $
    Musik: Chan Walrus
    Länge: ca. 88 Minuten
    Freigabe: Unrated
    Darsteller: Nick Forrest, Joshua Lee Frazier, Leif Fuller, Ryan Gregg, Evan Hays, Sarah Kobel Marquette, Tommy Hestmark, Ehren, McGhehey, Joseph Sullivan u.a.


    Inhalt:

    Es gibt doch nichts Schöneres als die Liebe des Lebens zu finden und diese auch zu ehelichen.
    Und genau dies haben Nick und seine Angetraute Bobby Sue grade getan; im Stillen ganz unter sich haben sie sich das Ja-Wort gegeben.
    Und wie es nach einer Hochzeit so Tradition ist begibt man sich auf den Weg in die Flitterwochen, weshalb die Frischvermählten im Auto gen Portland reisen.

    Als die beiden sich in der Nacht einen Zwischenstop gönnen um sich auf einer Wiese den Sternenhimmel anzuschauen, wird die romantische Idylle jäh gestört.
    Denn die "Satans Sinners" - eine skrupellose Rockerbande die über Leichen geht - sind in der Kleinstadt und auf der Jagd nach Jungfrauen.
    Um den Teufel höchstpersönlich ein Opfer zu bringen, mit dem die Biker in einem Pakt stehen, werden diese Jungfrauen benötigt.
    Die "Sinners" nisten sich in einer örtlichen, kleinen Kneipe ein um die Zeit bis zum bevorstehendem Ritual mit Lapdances, Whiskey und Musik zu vertreiben.

    Doch sie haben nicht mit der Gegenwehr von Nick gerechnet, der eigentlich schon Tot sein müsste.
    Und irgendwie taucht er immer und immer wieder auf um seine Braut zurück zu erobern; auch wenn man ihn mit noch soviel Schusssalven durchlöchert hat.

    Mit Hilfe eines mysteriösem Cowboy im weißen Anzug, dem örtlichen Sheriff ,der ein kleines Alkoholproblem hat und dem notgeilen Priester, der die beiden getraut hat an seiner Seite nimmt Nick den Kampf gegen die "Sinners" auf.
    Ein Kampf auf Leben und Tod setzt ein und die Hölle bricht aus!


    Trailer:

    DVD USA: 22.03.2016


    Bewertung :

    Mit ALL HELL BREAKS LOOSE beweist Regisseur Jeremy Garner das man als Regiedebütant mit einem geringem Budget durchaus einen Film abliefern kann, der Frei ist von den gängigen Klischees des Low Budget Films.
    Garner nimmt hier Motive des Bikerfilms, welcher in den 1970gern seine Blütezeit hatte und mischt diese gekonnt mit dem 80ger Jahre Horror den man zu dieser Zeit irgendwo in den hinteren Regalecken der Videotheken finden konnte.
    Neben diesen beiden Zutaten findet man aber auch eine Menge an Humor in ALL HELL BREAKS LOOSE, der eine willkommene Abwechslung bietet, damit das Gesamtbild nicht so staubtrocken wie eine Schüssel Cerealien ohne Milch anmutet.
    Und genau dieser Humor zündet ohne große Abstriche fast immer, was den Betrachter mehr als nur einmal zum lauten Lachen animiert.

    Einen großen Beitrag das der Wortwitz im Film zündet, steuern zweifelsohne die Charaktere des Films bei.
    Denn diese sind so herrlich & erfrischend überzeichnet, das man als Zuschauer nur drauf wartet bis der nächste One Liner raus gehauen wird.
    Dies heißt aber nicht, das sich ALL HELL BREAKS LOOSE lediglich über den Humor definiert, denn hier haben die Macher es geschafft eine überzeugende Symbiose auf Film zu bannen.
    Und so gibt es auch einiges an blutigen Schauwerten zu sehen, die von blutigen Einschüssen über abgetrennte Gliedmaßen bis hin zu herausfallenden Organen eigentlich alles abstecken das sich der Horrorfan wünschen kann und für unterhaltsame 90 Minuten benötigt.
    Hier kommt aber auch leider ein kleiner Krititpunkt ins Spiel, der bei den Einschüssen im Film zum tragen kommt.
    Fans von handgemachten FX müssen nämlich leider einige Abstriche in Kauf nehmen, die sich durch den Einsatz von CGI bemerkbar machen.
    Diesen sieht man ihren Ursprung nämlich leider an und fügen sich nicht wirklich ins Gesamtbild des Films ein, der die gesamte Laufzeit über von krisseligen Schmutzpartikeln im 70ger und 80ger Jahre Stil geprägt ist.
    Aber ich kann auch eine Entwarnung geben, denn nach etwas Laufzeit werfen sich diese digitalen Effekte nicht mehr so in die Waagschale und der Fan gewöhnt sich an diesen Anblick.
    Zusätzlich können die Handmade FX dann glücklicherweise auch die Oberhand behalten, damit das Gesamtbild nicht zu sehr getrübt wird.

    Auf auf darstellerischer Ebene kann ALL HELL BREAKS LOOSE überzeugen und den Schauspielern, die dem Zuschauer bis auf eine Ausnahme unbekannt sein dürften, verkörpern ihre Rollen überzeugend.
    Man nimmt ihnen die verkörperten Rollen ohne Ausfälle ab, die durch die Bank weg alle total überzogen gezeichnet sind.
    Grade bei den Biker der "Satans Sinners" hat man viel Wert auch die Comichaftigkeit gelegt, auch wenn das Klischee der bösen Rocker hier vollends bedient wird.
    Bei dieser Bande trifft man auch auf das bekannte Gesicht, welcher kein geringerer als Ehren McGhehey ist.
    Dieser dürfte den meisten als "Danger Ehren" eine Name sein, der sich durch JACKASS einen Namen machen konnte und war hier übrigens auch auszuführender Produzent des Films
    Bei der Wahl des Hauptcharakter hat Jeremy Garner definitiv die richtige Entscheidung bezüglich seiner Zeichnung getroffen.
    Denn hier hat man es mit einem Antihelden zu tun, wie man ihn in einem Buch als Prototyp eines Nerds und Weichei vorfinden würde.
    Doch dieser wächst im Laufe des Films in seine Rolle hinein und macht eine konstante Entwicklung durch, der Held zu werden wie man ihn eigentlich aus Filmen dieser Art kennt.
    Abgerundet wird das ganze dann noch durch den lüsternen Priester und Gott im weißem Cowboyanzug.
    Grade diese beiden Charaktere geben dem Film das nötige etwas und es macht einen Höllenspaß den beiden beim Spielen zuzusehen. In welchem Film sieht man sonst schon Gott als Cowboy, der im tiefstem Southern Slang spricht?
    Visuell weiß ALL HELL BREAKS LOOSE auch zu überzeugen, auch wenn das Filmaterial einen digitalen Ursprung hat das mit einer Canon 7D gedreht wurde.
    Dies merkt man ALL HELL BREAKS LOOSE aber zu keiner Zeit an, da der Film von der ersten bis zur letzten Minute von den weiter oben schon erwähnten Schmutzpartikeln durchzogen ist.
    Überraschenderweise kommt es hier aber nie zu einem Overkill dieses Stilelements, wie man es aus einigen der Neo-Grindhouse Filme kennt.

    Musikalisch wird das ganze durch einen wirklich tollen Soundtrack abgerundet, der von Metal, Rockabilly, Surft Trash und Punkrock geprägt ist.
    Dieser passt wie die Faust aufs Auge in eine Film wie ALL HELL BREAKS LOOSE, so das keinerlei Kritikpunkte aufkommen.
    Erwähnenswert ist auch ein Stück, das zum Schluß während des Ritual zum Einsatz kommt.
    Bei diesem macht sich dann auch wieder der Einfluss der 80ger Jahre Horrorfilme bemerkbar und es brauchte bei mir nur wenige Sekunden um zu erkennen, das die Melodie der Bassgitarre fast 1:1 aus dem Film HARD ROCK ZOMBIES stammt.
    Horrorfans die HARD ROCK ZOMBIES kennen, dürften auch direkt wissen von welcher Melodie ich spreche.
    Die Musik stammt übrigens von keinem geringerem als Chan Walrus, der ja des öfteren schon erwähnt wurde und sich für die Filmmusiken bei den Produktionen von DEAD GOOD FILMS LIKE aus den UK verantwortliche zeigte.

    Fans die Filme wie DEAR GOD NO!, HOBO WITH A SHOTGUN, RUN! BITCH RUN! oder PORKCHOP mögen sollten bei ALL HELL BREAKS LOOSE ohne Bedenken zugreifen, da ich diesen eine Garantie geben kann das es ein Film nach ihrem Gusto sein wird.
    Hier wird eine tolle Mischung aus 70ger und 80ger Exploitation und Horror geboten, und wohlige Erinnerungen an Flicks wie WEREWOLVES ON WHEES, HARD ROCK ZOMBIES, NACHT DER CREEPS, EVILSPEAK, MAD FOXES, GHOST TOWN, SUNDOWN - THE VAMPIRE IN RETREAT oder SATAN'S SADISTS werden wach.

    Ich hoffe das einer weiteren Zusammenarbeit von Regissuer Garner und Screenwriter The Vocabularist nichts im Wege steht und bin schon gespannt was die beiden als nächstes auf die Beine stellen.

    8,5 von 10 Motorrädern

    "Rape and Revenge" Filme sind ein beliebtes Subgenre des Exploitation Films, die aber auch meist einen bitteren Beigeschmack haben und für ihre kontroverse Art in Verbindung mit expliziten Vergewaltigungs-und Gewaltdarstellungen bekannt sind.
    Der wohl erste Film dieser Art ist Ingmar Bergmans DIE JUNGFRAUENQUELLE aus dem Jahr 1960, der in seiner Art erstmal für die nächsten 10 Jahre sowas wie ein Unikat darstellte.
    12 Jahre später nahmen sich zwei junge Unbekannte namens Wes Craven und Sean S. Cunningham der Vorlage von Bergman an und verpasstem diesen mit LAST HOUSE ON THE LEFT ein exploitativ-zeitgemässes Gewand.
    Zu diesem Klassiker mit David Hess bedarf es keiner großen Worte mehr, da dieser wohl in jeder gut sortierten Horrorsammlung einen wohlverdienten Platz gefunden hat und auch den Weg für Craven und Cunningham ebnete um im Genrefilm Fuß fassen zu können.

    Zwei Jahre nach LAST HOUSE griff auch der Schwede Bo Arne Vibenius mit THRILLER - EIN UNBARMHERZIGER FILM diese Thematik auf.
    Und dieses sleazige Rachevehikel, welches das europäische Pendant zu den amerikanischen Vorbildern darstellt, hat zu Recht den Ruf eines Cult Classic inne.

    Unter dem Pseusonym Alex Fridolinski hat Vibenius bei THRILLER Regie geführt und auch das Drehbuch verfasst, wobei die Beweggründe für diese Entscheidung im Unklaren liegen.
    Ich selbst vermute aber das der gute Bo so eventuellen Problemen aus dem Weg gehen wollte, da man es bei THRILLER mit einem kontroversem, sleazigem Exploitation Kracher zu tun hat.
    In seiner Art sucht der Film nämlich Seinesgleichen und stellt durchaus ein Unikat dar.
    Wo andere Rape & Revenge Sexploiter bei den Sexszenen dezent ausblenden und nie zu Explizit sind, hat Vibenius für seinen Beitrag einen anderen Weg gewählt.
    Uns so ist THRILLER einer der wenigen Beiträge zum Genre, in denen man die Szenen des erzwungenen Beischlafs in ihrer vollen, erschütternden "Schönheit" zu sehen bekommt - das gute Rein/Raus Spiel entfaltet sich hier nämlich in vollster Pornösität vor den Augen des Zuschauers.

    Als THRILLER entstand hatten die Involvierten wohl im Traum nicht dran gedacht, das dieses Schmuddel-Vehikel auf die Filmwelt so einen nachhaltigen Einfluss haben wird.
    Denn fast 3 Dekaden später zollte einer der erfolgreichsten Regisseure der Neuzeit dem Film seinen Tribut.
    Kein geringerer als Quentin Tarantino lehnte den Charakter der "Elle Driver" an Christina Lindbergs Rolle der "Madeleine" aus THRILLER an.
    Und so durfte bei der von Daryl Hannah gespielten "Elle" die charakteristische Augenklappe natürlich nicht fehlen.
    Und bei genauerer Betrachtung fällt zusätzlich noch auf, das die kühle Verköperung der beiden Charaktere sich auch sehr ähnelt.

    Eine kleine Anekdote am Rande sei mir hier erlaubt :
    Damit Hannah sich besser auf die Rolle vorbereiten konnte, ließ Tarantino ihr sogar eine Kopie von THRILLER zukommen.
    Aufgrund der expliziten Sexszenen war sie doch sichtlich geschockt und meinte zu Quentin daraufhin empört : "You made me watch a Porn!".

    Aber auch in der Neuzeit hat THRILLER - zumindest in meinen Augen - sichtliche Spuren hinterlassen.
    Denn bei SAVAGED aus dem Jahr 2013 handelt es sich bei der Hauptdarstellerin auch um eine Taubstumme.
    Dies kann ein Zufall sein, aber ich bin fester Überzeugung das diese Parallele dem nachhaltigem Einfluss von THRILLER zuzuschreiben ist.

    Doch genug jetzt des Abschweifens und zurück zum eigentlichem Thema.Bo Arne Vibenius hat mit THRILLER einen knallharten Beitrag zum europäischem Exploitationkino erschaffen, welchen man als Fan gesehen haben sollte!
    Die bereits angesprochenen Hardcore Szenen mögen nicht jedermanns Smak entsprechen, doch letztendlich dienen sie lediglich dazu die gesamte Chose um einiges Realistischer und Härter wirken zu lassen.
    Auch wenn Christina Lindberg in diesen Szenen nicht selber mitwirkte, sorgen diese selbst bei einem Exploitationfilm für eine
    unerwartete Verschiebung der Grenzen.
    Auf der anderen Hand wirken sie aber auch ein wenig deplaziert, plakativ und sorgen für eine Bruch der klasisschen Erzählstruktur.
    Hardcore Szenen wirken in einem Spielfilm halt in den meisten Fällen nicht wirklich, aber THRILLER zählt der Sorte von Film wo sie dem Genrefan nicht Übel aufstoßen.
    Bei THRILLER sind aber nicht nur die Sexszenen von einer expliziten Härte geprägt und die Freunde von auf Celluloid gebannten Gewalteskapaden kommen hier auf ihre Kosten.
    Was hier an blutigen Details aufgetischt wird, steht den amerikanischen Vorbildern und auch Nachfolgern nämlich in nichts nach und es werden keine Gefangenen gemacht.
    Dies etabliert sich schon nach nicht allzu langer Laufzeit, als Madeleine den erzwungenen Beischlaf mit ihrem ersten Freier auf sehr rabiate Art verweigert und diese Aktion von Zuhälter Tony auf brutalste Weise bestraft wird.
    Diese beiden Stilmittel - die explizite Gewalt gepaart mit dem Sex - geben THRILLER dann im Endeffekt seine ganz persönliche Note und erhöhen gleichzeitig auch den psychischen Gewaltgrad.

    Auf darstellerischer Ebene gibt es bei THRILLER nicht viel zu bemängeln, wenn man von den Nebenrollen ,die wohl von Laien verkörpert werden, mal absieht.
    Christina Lindberg, die ein wahrer Augenschmaus ist, ist hier positiv hervorzuheben und macht den Film erst richtig Rund.
    Auch wenn die hübsche Schwedin sich in Filmen wie SEX & FURY, DAS SCHWEDENMÄDCHEN ANITA, JOURNEY TO JAPAN, SCHULMÄDCHEN REPORT 4 oder VERBOTENE FRÜCHTE DER EROTIK nicht minder Freizügig präsentierte, dürfte der Part der Madeleine wohl auch die Rolle gewesen sein, durch die sie die meisten Fans gewonnen hat.
    Die Transformation Madeleines vom hilflosen, zugedrogtem Opfer zum Racheengel ist wirklich gelungen und überzeugend.
    Dabei fällt auf, das sie sich immer mehr die Attribute männlicher Gewalt aneignet um Rache zu nehmen.
    Heinz Hopf als Konterpart von Madeleine überzeugt durch seine Leistungen und man nimmt ihm den schmierigen Zuhälter Tony ab.
    Tony ist ein tolles Exempel für den bekannten Wolf im Schafspelz, der er äußerlich einen vertrauenswürdigen und liebenswerten Eindruck macht.
    Wie bei den meisten Rape & Revenge Filmen sollten hier auch die Erwartungen was die Story anbelangt zurückschrauben, da diese nicht wirklich viel hergibt oder gar Neues bieten kann.
    Mitunter machen sich im Plot auch die üblichen Ungereimtheiten der Unlogik breit und nicht immer ist alles Nachvollziehbar oder Glaubhaft.
    Diese Unzulänglichkeiten man Vibenius aber durchaus verzeihen, wenn man ein Auge zudrückt oder eine Augenklappe aufsetzt.
    Wer sich aber an solchen Grundszenarien mit limitiertem Plot erfreuen kann, wird auch bei THRILLER auf seine Kosten kommen.
    Ähnlich begrenzt wie der Plot sind auch die Sets des Film und das private Bordell von Tony ist sehr Trist und Spartanisch ausgestattet.
    Aber auch dies macht wieder einen großen Teil des Realismus aus, denn welcher skrupellose Frauenhändler betet seine Pferdchen schon auf Rosenblättern im Ambiente einer Wellness Oase.

    Dies alles mag sich für die Außenstehenden nun auf den ersten Blick so lesen, als sei THRILLER nichts anderes als ein schmuddeliges Rachefilmchen, das dem Zuschauer nicht wirklich viel zu bieten hat.
    Doch dem ist absolut nicht so, denn auf visueller Ebene wird das Auge des Betrachters mit tollen Bildern verwöhnt.
    Ein leichter Arthouse Touch ist THRILLER nicht abzusprechen, der sich schon am Anfang bei der Szenen mit der jungen Madeleine im Wald etabliert und aus später erneut auftritt.
    Das orangefarbene Kleid, die in herbstlichen Rot- und Brauntönen leuchtenden Blätter der Bäume werden sich leitmotivisch durch den Film ziehen, der ja in einem Zeitraum von etwa 15 Jahren spielt.

    Darüber hinaus wird im letztem Akt, nämlich dem der Rache der Geschändeten, sehr viel mit Zeitraffer Effekten gearbeitet.
    Durch die Bank weg erinnert dies an die Werke von Sam Peckinpah oder Enzo G. Castellari und auch bei THRILLER verfehlen die Raffer ihre Wirkung nicht.
    Auch wenn die Arbeit von Quentin Tarantino teils zu sehr gehypt wird, haben die Exploitationfans es ihm zu verdanken das THRILLER in der letzten Dekade die verdiente Aufmerksamkeit zu Teil wurde.
    Und hier lehnt sich Tarantino auch nicht zu weit aus dem Fenster mit seiner Aussage "Der härteste Rachefilm, der je gedreht wurde"!

    Wenn man THRILLER noch nicht kennt sollte man sich von diesem Kultfilm ein eigenes Bild machen und nicht jeder wird ihn mögen.
    In meiner Liste der Lieblingsfilm konnte er sich einen festen Platz sichern und an dieser Stelle gibt es von mir

    10 von 10 Augenklappen


    Story :

    Die taubstumme Zoe und ihr Verlobter Dave wollen endlich den großen Schritt wagen und zusammenziehen.
    Mit einer Kiste voll wichtiger Habseeligkeiten im Auto tritt sie einen Roadtrip gen Süden in Richtung New Mexico an, wo ihr zukünftiger Angetrauter lebt.

    Auf dem Weg durch die staubige Einöde wird die junge Frau Zeuge, wie ein paar hinterwüstlerische Outlaws einige Ureinwohner jagen und skrupellos abschlachten.
    Als die minderbemittelten Wüstennazis versuchen Zoe ans Leder zu gehen, versucht diese sich mit einem Messer zu verteidigen, doch der Plan geht nicht auf und sie endet als Geisel in den Fängen der Männer.

    Mit Stacheldraht an eine versifftes Bett fixiert vergehen sich die Männer einer nach dem anderen sexuell an der Frau.
    Da aber die Gefahr besteht das jemand nach ihr sucht, werden die Männer von einer leichten Panik und Besorgnis heimgesucht.
    Während West sie über die Klinge springen lassen will um alle Beweise zu entsorgen, ist Trey sehr angetan von der Idee sie als Sexspielzeug zu behalten.
    Ein Pokerduell entscheidet über das weitere Schicksal von Zoe, das West gewinnt.
    Noch in der selben Nacht erdolcht er Zoe hinterrücks und begräbt sie in der staubigen Einöde von New Mexico.

    Durch Zufall findet sie ein Native American, der sie mit zu seinem nahegelegenen Trailer nimmt.
    Mit der Hilfe von altbekannten Naturheilmitteln versucht er in einem schamanischem Ritual der Gepeinigten wieder Leben einzuhauchen.
    Doch dies geht gehörig in die Hose, denn der Geist eines verstorbenen Apachenhäuptling fährt in Zoe und lässt sie zum skrupellosen Racheengel mutieren.
    Dieser hat nur eins im Sinn : Rache zu nehmen für die Vergewaltigungen an der Taubstummen und die Greueltaten die Trey's Familie seit Generationen den Apachen angetan hat.

    Trailer :

    Bewertung :

    "Rape and Revenge" Filme sind ein beliebtes Subgenre des Exploitation Films, die aber auch meist einen bitteren Beigeschmack haben und für ihre kontroverse Art in Verbindung mit expliziten Vergewaltigungs-und Gewaltdarstellungen bekannt sind.
    Der wohl erste Film dieser Art ist Ingmar Bergmans DIE JUNGFRAUENQUELLE aus dem Jahr 1960, der in seiner Art erstmal für die nächsten 10 Jahre sowas wie ein Unikat darstellte.
    12 Jahre später nahmen sich zwei junge Unbekannte namens Wes Craven und Sean S. Cunningham der Vorlage von Bergman an und verpasstem diesen mit LAST HOUSE ON THE LEFT ein exploitativ-zeitgemässes Gewand.
    Zu diesem Klassiker mit David Hess bedarf es keiner großen Worte mehr, da dieser wohl in jeder gut sortierten Horrorsammlung einen wohlverdienten Platz gefunden hat und auch den Weg für Craven und Cunningham ebnete um im Genrefilm Fuß fassen zu können.

    Ein Jahr nach LAST HOUSE griff auch der Schwede Bo Arne Vibenius mit THRILLER - EIN UNBARMHERZIGER FILM diese Thematik auch auf und diese sleazige Rachevehikel, welches das europäische Pendant zu den amerikanischen Vorbildern darstellt, hat zu Recht den Ruf eines Cult Classic inne.
    Ein weitere Klassiker des "Rape and Revenge" trägt den Titel ICH SPUCK AUF DEIN GRAB (1978) und auch zu diesem dürfte schon alles Notwendige von Anderen gesagt worden sein.

    Einige andere Filme aus den 1970gern die sich - mal mehr, mal weniger Explizit - dieser Thematik annahmen sind z.B. DUELL BIS ZUM VERRECKEN (1975), POOR PRETTY EDDIE (1975), 'GATOR BAIT (1974), ACT OF VENGEANCE (1974), EINE FRAU SIEHT ROT (1976), EIN MANN SIEHT ROT (1974), WER GEWALT SÄT (1971), HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS (1979), WENN DU KREPIERST LEBE ICH (1977), NIGHT TRAIN MURDERS (1975) oder IN EINEM SATTEL MIT DEM TOD (1971).

    Ein den 1980gern erreichten uns noch einige Beiträge wie MUTTERTAG (1980), DER SCHLITZER (1980), DIE FRAU MIT DER 45er MAGNUM (1981) oder auch SAVAGE STREETS (1984), bevor die Welle mit der Mainstream Variante EXTREMITIES (1986) langsam wieder abflaute.
    Zwar wurde in den 1990gern im amerikanischem Low Budget Film als auch bei den asiatischen CAT III Krachern immer wieder mal ein Genrevertretter - wie z.B. ENDANGERED (1994), FINAL EXTERMINATOR (1991), SCRAPBOOK (1999), RED TO KILL (1994) oder DAUGHTER OF DARKNESS (1993) - aus dem Ärmel geschüttelt, doch zogen diese an den meisten Fans leider oft vorbei.

    In den frühen 200ern kam aber langsam wieder Bewegung in die Vergewaltigungs- und Rachevehikel und die französischen Nachbarn machten mit BAISE MOI - FICK MICH! (2000) und IRREVERSIBLE (2002) auf sich aufmerksam.
    Innerhalb der letzten Jahre kam wieder Leben ins Spiel und neben recht erfolgreichen Remakes zu Klassikern und deren Sequels [LAST HOUSE ON THE LEFT (2009), I SPIT ON YOUR GRAVE (2010), I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013), STRAW DOGS-WER GEWALT SÄT (2011)] widmeten sich auch Indiependent Regisseure weltweit wieder dieser Gattung Film.
    Titel wie GUTTERBALLS (2008) I'LL NEVER DIE ALONE (2008), RUN! BITCH RUN! (2009), IF A TREE FALLS (2010), SWEET KARMA (2009), CHAOS (2005), HORA aka THE WHORE (2009), , THE BUNNY GAME (2010), DESCENT (2007) oder GIRLS AGAINST BOYS (2012) machten die Runde, obwohl sich hier über die Qualität und der Existenzberechtigung einiger dieser Streifen streiten lässt.
    Mit SAVAGED aus dem Jahr 2013 erreicht uns nun der nächste Genrevertretter, dem ich mich in dieser Rezension nach der kleinen, vorangegangenen und mit großer Wahrscheinlichkeit unvollständigen Bestandsaufnahme annehmen werde.
    SAVAGED mag zwar von der Story her kein Überflieger sein, was aber auch daran liegt das die Pfade der "Rape and Revenge" Flicks leider sehr ausgetrampelt sind und in den meisten Fällen nicht mehr viel hergeben.

    Einige neue Impulse können hier aber doch wahrgenommen werden, was daran liegt das unser Opfer eine Taubstumme ist.
    Diese wirkt dadurch während des Martyriums der sexuellen Belästigung, der Vergewaltigung und der damit eingehenden Demütigung nämlich noch eine Spur Hilf-und Wehrloser als wir es aus anderen Genrefilmen gewohnt sind.
    Genau dieser Aspekt wurde aber von so Einigen nach der Sichtung des deutschen Trailers bemängelt, das es den Anschein machte die Synchronisation wäre Schlammpig und Billig ausgefallen.
    Diese Kritik kann ich hier also entkräftigen!

    Ein signifikanter Unterschied bei Michael S. Ojedas Werk SAVAGED ist, das hier die Vergewaltigung nicht so explizit und ausgewälzt ist, wie in zum Beispiel ICH SPUCK AUF DEIN GRAB.
    Hier wird der Fokus mehr auf den Racheteil der Geschichte gerichtet, was mal eine positive Abwechslung darstellt.
    Auf dem Cover der DVD wird uns SAVAGED als ein Mix aus I SPIT ON YOUR GRAVE und THE CROW angepriesen, was aber doch ein wenig weit hergeholt ist - auch wenn das übernatürliche Elemente einen großen Stellenwert einnimmt.
    Genau dieses mystisch-schamanische Elemente ist aber auch leider der Grund das der Film doch etwas Realismus einbüßt und stellenweise die ganze Geschichte ins Absurde führt.

    Nichtsdestotrotz haben wir hier aber einen würdigen Vertretter vorliegen, der auf audiovisueller Ebene zu überzeugen weiß.
    Grade das staubig-trockene Wüstenszenario, welches vorwiegend in überbelichteten Bildern eingefangen wurde, verleiht dem Film in Kombination mit dem subtilem Score eine bedrohliche und leicht sleazige Atmosphäre, die oft an das HILLS HAVE EYES Remake oder auch an TEXAS CHAINSAW MASSACRE : THE BEGINNING erinnert.
    Garniert wird die Rachechose mit zahlreichen, blutigen Detailaufnahmen, welche die Spio/JK Freigabe der deutschen DVD durchaus gerechtfertigt.

    Ohne zuviel der gut inszenierten, handgemachten FX verraten zu wollen, wird hier stellenweise ordentlich abgesplattert; es wird auf hohem Niveau ausgeweidet, mit Messern und zerbrochenen Flaschen malträtiert und auch mal eben Gliedmaße in bester Redneckmanier mit Klebeband provisorisch geflickt.
    Gut plaziert nehmen die Effekte zwar einen großen Stellenwert ein um die Story abzurunden und voran zu bringen, arten aber zum Glück nie in eine stupide Schlachtplatte ohne jegliche Substanz aus.
    Neben diesen haben es auch einige wenige CGI FX in den Film geschafft, welche zwar etwas billig wirken, aber dem Film in seiner Gesamtheit nicht schaden - lediglich in 2 oder 3 Szenen sind diese gegenwärtig.
    Die Riege der Darsteller biete keine große Angriffsfläche und sie verkörpern ihre Rollen ziemlich glaubhaft.
    Der Hauptaugenmerk liegt natürlich bei Zoe, welche von Amanda Adrienne verkörpert wird, die als taubstummer Racheengel wirklich überzeugt.
    Bei den Bösewichten stechen Tom Ardavany als West und Rodney Rowland als Trey sehr positiv heraus.
    Letzterer erinnert in seiner physischen Präsenz enorm an den von Norman Reedus dargestellten Daryl Dixon aus THE WALKING DEAD, was man durchaus gut heißen kann.

    Etwas schade ist das hier die Charaktere ein wenig Oberflächlich angelegt wurden und es wieder mal die altbekannten Stereotypen zu sehen gibt.
    Eine gebrechliche, junge Frau die zum Rachewerkzeug mutiert und verschrobene, hinterwüstlerische Nazis geben sich mal wieder erneut die Klinke in die Hand, um die gängigen Klischees zu bedienen.

    Diesen minimalen Kritikpunkten zum Trotz hat Michael S. Ojeda, der mit SAVAGED seinen Einstieg in das Horrorgenre etabliert, einen goutierbaren Film abgeliefert.
    Die recht eignewillige Rachestory schafft es in seiner Kontinuität den Zuschauer die ganzen 90 Minuten über bei Laune zu halten, ohne das große Durststrecken entstehen und der Horrorfan im allgemeinen dürfte gefallen an SAVAGED finden.


    7,5 von 10 Tomahawks

    Originaltitel : The Vixens of Kung Fu (A Tale of Yin Yang)
    Alternativer Titel: -
    Produktionsland: USA
    Produktion: Bill Milling (als Bill Chiang)
    Erscheinungsjahr: 1975
    Regie: Bill Milling (als Bill Chiang)
    Drehbuch: Cho En Young
    Kamera: George Lee
    Schnitt: Texx Clevenger
    Spezialeffekte: Ella Nadie
    Budget: wohl kaum vorhanden gewesen :)
    Musik: Cho Lee Sung
    Länge: ca. 71 Minuten
    Freigabe: Rated X
    Darsteller: Bree Anthony, Tony Richards, Peonies Jong , Bobby Astyr, Jamie Gillis u.a.


    Inhalt:

    Auch eine Prostituierte braucht mal einen wohlverdiente Pause vom ganzen horizontalem Polka tanzen.
    Dazu eignet sich der lokale Hinterwald wohl am besten denkt sich unsere Horizontalakrobatin und schlendert somit durch die besinnliche Natur.

    Doch diese Rechnung hat sie ohne die drei Jäger gemacht auf die sie trifft und denen beim Anblick der Frau die Röhrenjeans im Schritt mehr als Eng geworden sind.
    Da sich die Kleine aber noch etwas ziert und vor den drei Hillbilly-Lüstlingen fliehen will, muss ein wenig mit dem Betäubungsrevolver (!) nachgeholfen werden.

    Während sich der Wäsche-Fetischist unter den Dreien mit Socken und Slip vergnügt, wird die laszive Dame von den anderen zwei Männern in allen erdenklichen Positionen mal eben Zwangsbegattet.
    Geschändet, Erniedrigt und Vergewaltigt wird die gute ihrem im Wald liegen und ihrem Schicksal überlassen.
    Glücklicherweise wird sie am Strand (!) von einer mysteriösen Frau im Judoanzug gefunden die sie mit in ihr geheimes Zeltlager nimmt.
    Nachdem unsere sexuell Gepeinigte durch lesbische Liebesspiele wieder gesund gepflegt wurde, geht es auch schon ans Eingemachte.
    Die Retterin in der Not ist nämlich die Anführerin und Lehrerin einer geheimen Gruppe von Kung-Fu Femme Fatales, die ihre Schülerinnen durch ein hartes Training schickt.

    Durch die Lehre des Yin und Yang haben die Kung-Furetten die perfekte Waffe entdeckt : das weibliche Geschlechtsorgan.
    Pussy Power lautet die Devise und hier brennt der Busch im wahrsten Sinne des Wortes so sehr das es jedem Mann den Docht versengt.

    Als sich ein Kung-Fu Meister in den Wäldern verirrt, wird er in einen Kampf in dem er unterliegt verwickelt und als Gefangener mit ins Lager geschleppt.
    Der Vergewaltigungs-Spieß wird nun umgedreht und er wird dazu genötigt in den bewaldeten, qualmenden Süden der Kämpferinnen vor- und einzudringen.
    Als er entkommen kann hat er nur noch eins im Kopf : Rache an den bebärten Frauen zu nehmen........


    Trailer:
    -

    Meinung :

    In den 1970gern wurden oft mal populäre Genre miteinander gekreuzt um den Fans etwas innovatives zu bieten und wenn man sich die Inhaltsangabe von mir durchliest, könnte man denken das Regisseur Bill Milling hier einen Mix aus Martial Arts, Rape & Revenge und Sexploitation gedreht hat.
    VIXENS OF KUNG FU könnte somit ein US Pendant zu Filmen wie KARATE, KÜSSE, BLONDE KATZEN oder DIE NACKTEN UND DIE BESTIEN darstellen, doch dies trifft nicht ganz zu.

    In den ersten Minuten wirkt die ganze Chose auch noch wie ein uninspirierter Martial Arts Flick, bei dem der Zuschauer mit Voice Over Pseudo Weißheiten konfrontiert wird, die den Sprüchen in Glückskeksen vom Chinarestaurant um die Ecke ähneln.
    Kurz darauf werden wir auch schon mit den Hillbilly Jägern bekannt gemacht und diese Sequenz dürfte beim Zuschauer für allgemeine Belustigung sorgen.
    Hier sieht man nämlich wie limitiert das Budget war, denn anstelle eines handelsüblichen Gewehrs mit Betäubungspfeil kommt ein Revolver mit ordinären Kugeln zum Einsatz um das Opfer außer Gefecht zu setzen.
    Da unser Opfer nun wehrlos ist, setzt auch direkt die Vergewaltigung ein, wo sich die Spreu vom Weizen trennt und der Unterschied zu den gängigen Sexploitern unterstrichen wird.
    Es gab Filme wie z.B. DER SCHLÄCHTER, wo die Softcore Sexszenen, schon an der Grenze zum HC waren.
    Bei VIXENS OF KUNG FU wird diese Grenze schamlos überschritten und es wird geleckt, geblasen und rum gerammelt als gäbe es kein Morgen.
    Man hätte diese Drive-In Skurrilität durchaus auch mit VIXENS OF CUNT FU oder VIXENS OF KUNG FUCK betiteln können; dies hätte es nämlich noch besser auf den Punkt gebracht.


    Das es hier an den finanziellen Mitteln mangelte, merkt man hier an wirklich allen Ecken und Enden.
    Die collagenartigen Kampfchoreographien wirken alle mehr als Dilettantisch und sehen im Film selbst genau so aus wie auf der animierten Grafik hier unten.


    Die Protagonisten sind durch die Bank weg alle vollkommen Talentfrei, aber das was für VIXENS OF KUNG FU wichtig ist - nämlich Blasen, Vögeln und am Busch lecken - können sie.
    Mehr als nur einmal kratzt sich der Zuschauer bei diesem skurrilem Grindhouse Flick vor Ungläubigkeit am Kopf!
    Wenn die stark behaarten und zur tödlichen Waffe umfunktionierten Lustspalte der Frauen wie ein grade abgefeuerter Revolver qualmen, dürfte kein Auge trocken bleiben und das Zwerchfell bei wirklich jedem animiert werden.

    Man könnte VIXENS OF KUNG FU eigentlich als einen sogenannten "Handlungsporno" bezeichnen, wäre die Rahmenhandlung hier nicht so Vaginal, ähhhm ich meine Marginal vorhanden. :0:
    Bill Milling richtet seinen Fokus nämlich so sehr auf das wilde Pimpern in allen Facetten, das er die Kontinuität des Films total ausser Acht lässt und mehr als vernachlässigt.
    Plotlöcher und Anschlussfehler stehen hier an der Tagesordnung und bescherren einige "What the Fuck" Momente.
    Dies zeichnet sich schon ziemlich zu Beginn ab, nachdem die Aktrice die Vergewaltigung über sich ergehen lassen musste.
    Nachdem sie im Wald zurückgelassen wird, wird sie von der Anführerin
    nämlich kurioserweise am Strand gefunden *kopfkratz*!
    Sogar der wichtige Strang der Haupthandlung spielt mit fortschreitender Laufzeit bei VIXENS OF KUNG FU gar keine Rolle mehr und am Schluß wird man mit mehr als einer offenen Frage im Wald stehen gelassen.

    VIXENS OF KUNG FU ist somit ein doch recht unausgegorenes Produkt, das weder Fleisch noch Fisch ist, aber eventuell nach Fisch riechen würde wenn man Geruchs-TV hätte und die Darstellerinnen im Buschbereich ungewaschen wären.

    Pussy Power und Emanzipation stehen an der Tagesordnung und die Frauen sind mal nicht das schwächere Geschlecht - ein Film den Alice Schwarzer durchaus mal einen doppelseitigen Bericht in ihrer "Emma" widmen könnte.
    Es fällt einem schon recht schwer, den Film objektiv zu bewerten und Punkte zu vergeben!
    Da mir osbskure und hahnebüchene Drive-In Vehikel der 70ger liegen und mir so etwas in dieser Form auch noch nicht untergekommen ist, gibt es einfach mal

    6 von 10 tödlichen, qualmenden Mumus

    Und weil man(n) es gesehen haben muss um zu Glauben das der Film echt existiert, hier noch der Trailer und ein paar Clips (natürlich alle jugendfreien Fassung !)

    Wow, vielen Dank & auch ein Glückwunsch an alle anderen Gewinner !
    Ich muss mal wieder öfter hier rein schauen & meine Mails checken; das ist bisher an mir vorbeigezogen :D

    Nochmal besten Dank an die Spender der Preise.

    PS :
    Ich habe diesmal nicht mit Aktbildern versucht Doom zu bestechen lol

    Story :

    Björn erwacht in seiner Wohnung auf dem Küchenboden liegend.
    Am Kopf hat er eine blutig-klaffende Wunde und weiß nicht wie er in diese Situation hineingeraten ist.
    Verletzt und unter Aufwand all seiner Kräfte schleppt er sich zu Wohnungstür.
    Die Tür in die Freiheit ist verschlossen und er hat den Schlüssel nicht - er ist eingesperrt!
    Er sieht seinen Freund und Nachbar Kai das Treppenhaus hinuntergehen und ruft nach ihm - doch er reagiert nicht.
    Hat Kai ihn nicht gehört oder wollte Kai ihn nicht hören?
    Björn versucht seine Freundin Lydia anzurufen doch er erreicht sie nicht.
    Seine einzige und eventuell letzte Chance ist die SMS die er Lydia nun schreibt.
    Wird diese rechtzeitig in der WOhnung eintreffen und den benötigten Arzt rufen können?

    Bewertung :

    EINGESPERRT von Indie Regisseur Kai E. Bogatzki ist ein erfrischender und sehr gelungener Indie-Kurzfilm der den Zuschauer direkt in die Story hinein wirft - ohne jegliche Vorkenntnisse ist man hier genauso planlos wie der Hauptdarsteller selbst und hat keinerlei schimmer was geschehen ist.
    Auf den ersten Blick macht es den Anschein, als wäre es nun die Priorität mit Björn zusammen herauszufinden wie er in diese missliche Lage geraten ist - eventuell hat ja ein Killer oder Psychopath versucht ihn umzubringen.
    Schon nach kurzer Zeit entwickelt sich das ganze aber zu einem klaustorphobischem Solo-Kammerspiel in dem es ums reine Überleben geht.
    Hier ist der Feind keine Person, sondern der Freiheitsentzug und die Zeit - es gilt irgendwie aus dem "Gefängnis" zu fliehen bevor man seinen Verletzungen erliegt und jede Sekunde ist kostbar.
    Das ganze Szenario schlägt aber nochmal einen vollkommen anderen Ton an zum Schluß und wartet mit einem tollen Storytwist - ein Storytwist den man so nicht erwartet hätte.
    Dadurch bekommt EINGESPERRT zum Schluß einen schönen mystisch-übernatürlichen Touch verliehen der das Endprodukt sehr interessant macht!
    EINGESPERRT macht in der kurzen Laufzeit von knapp 8 Minuten eine progressive Gratwanderung durch die zu begeistern weiß und bietet eine Storyentwicklung die auf ganzer Linie überzeugt.
    Das ganze fängt mit der Frage "Was ist passiert? Wer hat dies getan?" an, steigert sich in ein klaustrophobisches Kammerspiel und endet völlig unerwartet.

    Hauptdarsteller Daniele Rizzo kann man für seine Leistungen vor der Kamera nur loben - absolut überzeugend vermittelt er das Gefühl von Angst und Verzweiflung ohne dabei aber panisch zu wirken.
    Auch die anderen 2 Darsteller - die Lydia und den Polizisten verkörpern - agieren sehr gut vor der Kamera und sind von unbeholfen-hölzern weit entfernt.

    Der komplette Look des Films ist gelungen und unterstreicht die sich etablierende Atmosphäre mit ihren Kamerafahrten und Verfremdungseffekten.
    Grade diese Verfremdungen sind versiert gemacht und geben dem Zuschauer das Gefühl von leichtem Schwindel welchen Björn grade durchlebt.
    Auch Qualitativ ist das gezeigte sehr anerkennenswert und weit entfernt von infantilem Wald-und Wiesensplatter - EINGESPERRT ist definitiv auf TV Film Niveau und könnte ohne weiteres auf Arte in der Sendung "Kurzschluss" laufen.

    Musikalisch wird hier mit minimalen und dezenten Kompositionen gearbeitet welche der unheimlich-klaustrophobischen Atmosphäre den nötigen Kick geben.
    Der Song "Never die alone" von der Band "Secondhand Child" der im Film zu hören ist fällt in den Nu-Metal Bereich, passt thematisch sehr gut zum Film und besonders am Ende macht dieser Track textlich sehr viel Sinn - weshalb dies aber so ist solltet ihr selbst sehen da ich nicht zuviel Spoilern werde.

    Ein einziger Kritikpunkt den ich anzumerken habe ist hier die Laufzeit - dies ist aber nicht das Problem von EINGESPERRT sonder mein persönliches Problem mit Kurzfilmen : Immer wenn ich grade richtig in dem Film drin bin ist er leider auch schon zu Ende.
    Somit kann man dies dem Film selbst nicht übel anrechnen sondern ich sollte mich selbst dafür kritisieren. :)

    Leider kenne ich die vorherigen Filme HALLOWEEN : EVIL NEVER DIES und UNTER DER OBERFLÄCHE von Kai nicht, weshalb ich nicht beurteilen kann in welcher Hinsicht es verglichen mit diesen bei EINGESPERRT einen technischen Fortschritt gibt.
    Mein Interesse an seine beiden vorangegangenen Filmen ist jetzt aber definitiv geweckt worden!

    8,5 von 10 Kopfwunden

    Alternativer Titel: Forbidden Zone
    Produktionsland: USA
    Produktion: -
    Erscheinungsjahr: 1982
    Regie: Richard Elfman
    Drehbuch: Richard Elfman, Nicholas James, Matthew Bright, Nick L. Martinson
    Kamera: Gregory Sandor
    Schnitt: Martin Nicholson
    Spezialeffekte: David M. Mackler
    Budget: ca. -
    Musik: Danny Elfman
    Länge: 70:13 Minuten
    Freigabe: FSK 16
    Darsteller: Hervé Villechaize, Susan Tyrrell, Marie-Pascale Elfman, Matthew Bright, Virginia Rose, Ugh-Fudge Bwana, Phil Gordon, Hyman Diamond, Carmen Angelo, Rosilyn Aronson, Hilary Beane, Sugar Bear

    Inhalt:

    In einem leerstehendem Haus versteckt der Pimp Huckleberry P. Jones eine Ladung mit Heroin und entdeckt dabei durch Zufall eine Tür.
    Diese Tür führt ind die sogenannte "verbotene Zone", die auch als "sechste Dimension" bekannt ist.
    Fast zu Tode erschrocken gelingt ihm glücklicherweise die Flucht und er fällt die Entscheidung das Haus zu verkaufen.

    Die total durchgeknallte Familie Hercules kauft das Gebäude und hat keinerlei Ahnung auf was sie sich da eingelassen haben.
    Hercules Tochter Frenchy, die grade ein Austauschjahr als Schülerin in Frankreich verbracht hat, ist fasziniert von den Sagen die sich um die "sechste Dimension" ranken und schon bald entdeckt sie die ominöse Tür im Keller des Hauses.
    Als Frenchy sich in die "verbotene Zone" traut und dort verschwindet machen sich Bruder Flash und ihr stummer Großvater auf den Weg um sich zu finden und befreien.

    König Fausto, ein permanent notgeiler Zwerg, ist König und Herrscher über diese Dimension in der sich allerlei abstruse Kreaturen tummeln.
    Genervt von seiner chronisch schlechtgelaunten Königin und seiner Tochter die permanent barbusig und in Schlüpper herumläuft, scheint Frenchy die willkommene Abwechslung für seine Überpotenz zu sein die er sich schon lange erhofft
    Rasend vor Eifersucht lässt die Königin Frenchy in den Kerker werfen und beautragt ihre Tochter mit der Exekution der Nebenbuhlerin.

    Als auch noch Frenchys Vater mitsamt ihres Klassenkamerads Squeezit autuachen überschlagen sich die Ereignisse mehr als schon zuvor und selbst der Teufel höchstpersönlich findet sich zu einer Stippvisite inklusive einem Ständchen in der "verbotenen Zone" ein.

    Trailer :


    Meinung :

    FORBIDDEN ZONE - der in Deutschland unter dem Titel TOTALER SPERRBEZIRK veröffentlicht wurde - ist ein Paradebeispiel für einen überschwänglichen Trash Film, der Fans des Genres schon fast verfolgt haben dürfte.
    Aufgrund der doch recht limitierten Auswertung in den 80gern sind viele aber bisher wohl nicht in den Genuss einer Sichtung
    gekommen, was sich dank der CMV Veröffentlichung auf DVD in der Trash Collection nun zum Glück ändern wird.
    Auch ich selbst hatte zuvor immer nur von diesem Referenzstück eines Trashfilms gehört und muss eingestehen das die Erwartungen die ich im Vorfeld hatte um Längen übertroffen wurden.

    Schon nach 5 Minuten Laufzeit fragt sich der Zuschauer ob sich das ganze Szenario wirklich vor seinen Augen abspielt , denn FORBIDDEN ZONE ist zweifelsohne eine Trashreizüberflutung die das menschliche Gehirn erstmal verarbeiten muss.
    Man denkt wahrlich zusammen mit "Alice im Wunderland" im Kopf von John Waters gelandet zu sein, der grade von einem Musical-Fiebertraum heimgesucht wird.

    Neben John Waters düften aber auch die Filme von Ralph Bakshi (FRITZ THE CAT, COONSKIN, HEAVY TRAFFIC) eine Inspirationsquelle für Regisseur Richard Elfman gewesen sein, denn die im Film vertrettenen Animationssequenzen ähneln diesen Filmen doch sehr - tolle, altbackene Bakshi'sche Animationen in Symbiose mit Stop & Go Animation runden den gezeigten Wahnsinn perfekt ab, um das ganze noch innovativer wirken zu lassen.

    Durch die Musicaleinlagen erinnert FORBIDDEN ZONE aber auch an den Kultfilm THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW, doch die ganze Chose hier ist noch mal wesentlich irrsinniger.
    Nun bin ich selbst eigentlich kein großer Freund von Musicals oder auch Filmen die Musicalelemente beinhalten und der einzige Film in dieser Richtung der mir gefiel war Brian De Palmas DAS PHANTOM IM PARADIES.
    Zu diesem Grusical De Palmas gesellt sich nun aber auch FORBIDDEN ZONE, da die Musikeinlagen den Filmgenuß nicht schmälern.

    Wie bei DAS PHANTOM IM PARADIES ,sind auch bei Elfmans Werk die Referenzen an Goethes "Faust" nicht zu leugnen, was sich eigentlich schon beim Namen "König Fausto" von selbst erklären dürfte.
    Doch auch Einflüsse aus der ORPHEUS IN DER UNTERWELT sind zu verzeichnen und wie schon in dieser Oper selbst, wird auch bei FORBIDDEN ZONE die griechische Sage von Orpheus und Eurydike persifliert.

    Die musikalischen Untermalung selbst orientiert sich an die an die "Scat Zeit" und an die Vaudeville-Theaterszene der 20er und 30er Jahre, in der sich weisse Darsteller - mit Ausnahme der Augenhöhlen und des Mundbereichs - das Gesicht schwarz färbten .
    Ein musikalischer Höhepunkt bei FORBIDDEN ZONE ist definitiv wenn Komponist Danny Elfman (u.a. Komponist für DIE SIMPSONS, ROTER DRACHE und unzählige Tim Burton Filme) in die Rolle des Teufels schlüpft.
    Als Herrscher der Unterwelt wird hier Cab Calloways "Minnie the Moocher" reinterpretiert, welches den meisten aus dem Film BLUES BROTHERS ein Begriff sein dürfte.
    Danny Elfman ist wie der Nachname schon erahnen lässt, ist übrigens der Bruder von FORBIDDEN ZONE Regisseur Richard Elfman und war mit seiner Avantgarde-Musikgruppe "The Mystic Knights of the Oingo Boingo" für die Filmmusik dieses Midnight Movies verantwortlich.
    Gegründet wurden die "Mystic Knights of the Oingo Boingo" übrigens im Jahr 1972 und später fand eine Umstrukturierung und
    Umbenennung in "Oingo Boingo" statt, welche sich ab dieser Zeit dann eher dem DEVO'eskem New Wave der 80ger widmeten und mit dem Titelsong zu L.I.S.A. – DER HELLE WAHNSINN (WEIRD SCIENCE) einen beachtlichen Erfolg verzeichnen konnten.

    Beim Cast hat Elfman eine illustre Schar aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis zusammen getrommelt und die einzigeBedingung die er wohl gestellt haben wird war exzessives Ovracting.
    In einer kleinen Nebenrolle gibt es sogar ein Wiedersehen mit Joe Spinell (MANIAC) und es hält sich seit Entstehung von
    FORBIDDEN ZONE das Gerücht das der einzige Darsteller der eine finanzielle Entlohnung erhielt Hervé Villechaize (MALATESTAS CARNIVAL OF BLOOD, WAXWORK, FANTASY ISLAND, DER MANN MIT DEM GOLDENEM COLT) war, der den König mimt.
    Durch die Bank weg haben hier alle Protagonisten die Bedingungen vollends erfüllt und machen FORBIDDEN ZONE zum einem Filmerlebniss sondergleichen.

    Erwähnenswert ist hier auch, das es knapp 3 Jahre gedauert hat bis Elfman seine Vision eines Kultfilms mit einem nahezu nicht vorhandenem Budget auf Celluloid bannen konnte.
    Diese finanziellen Einschränkugen waren letztendlich auch der Grund warum die ganze Chose in S/W realisiert wurde.
    Doch schon sehr Früh gab es den Plan jeden Frame in Übersee nach Drehende von Hand nachkolorieren zu lassen, was letztendlich wegen Geldmangel nicht realisiert werden konnte.
    Aber bekanntlich geschehen ja oft kleine Wunder und im eine Firma nahm sich dieser Colorierung an und im Jahr 2008 erblickte endlich die lang ersehnte Farbfassung das Licht der Welt.

    Last but not least sollte hier die deutsche Synchro noch Erwähnung finden, an der sich laut Rezensionen einige Leute etwas stören.
    Diese haut nämlich in die gleiche Kerbe wie SÖLDNERKOMMANDO, 3 ENGEL AUF DER TODESINSEL, AGENT 003½ IN GEHEIMER MISSION oder auch die SUPERBULLEN Filme mit Tomas Milian.
    Da werden weibliche Geschlechtsorgan mal eben als "leckende Waschstrassen" bezeichnet und auch kreative Wortspielereien wie der aus SÖLDNERKOMMANDO berühmte "Bratenbengel, der einem eventuell einen gebrauchten Lutscher ans Hemd kleben will" kommt zum Einsatz.
    Mich perönlich hat diese hahnebüchene, unverschämte Synchro nicht im geringsten gestört und gibt FORBIDDEN ZONE einen ganz besonderen Charme wie man ihn heutzutage nur noch in Produktionen aus den 70gern und 80gern vorfindet.

    Freunde der infantil-charmaten, anarchischen Trash-Unterhaltung mit hohem "Weirdness" Faktor im Stil von John Waters, Ed Wood oder Curt McDowell THUNDERCRACK!) , welche mit einer Priese ALICE IN WONDERLAND, ORPHEUS IN UNTERWELT und ROCKY HORROR PICTURE SHOW garniert werden kommen an FORBIDDEN ZONE nicht vorbei!

    8 von 10 geheimen Türen

    Zur DVD :

    Wieder mal haben die geneigten Trash Fans es CMV zu verdanken mit FORBIDDEN ZONE ein Kleinod von einem Kutlfilm als deutsche Veröffentlichung in den Händen halten zu dürfen.
    TOTALER SPERRBEZIRK ist neben einigen anderen bekannten Titeln wie EL TOPO, PINK FLAMINGOS oder ERASERHEAD ein Paradebeispiel für einen Midgnight Movie, welcher aber aufgrund seiner Unbekanntheit eher Stiefmütterlich behandelt wurde.
    Als #103 in der Trash Collection wird auch FORBIDDEN ZONE wieder in einer kleinen Hartbox mit 2 verschiedenen Covern angeboten - meiner Meinung nach wäre dieser Film eigentlich die perfekte VÖ für die Trash Collection 100 gewesen.

    Die Bildqualität ist hier mehr als ansehnlich und lässt keine Wünsche offen; grade in Anbetracht des Alters.
    Hier wird die S/W als auch die colorierte Fassung geboten, wobei der Konsument durch die Angle Taste an der Fernbedienung zu jederzeit das Kolorit wechseln kann.

    Auch die Tonqualität lässt keine Wünsche offen und es gibt weder Aussetzer noch Schwankungen zu vernehmen.
    Neben dem englischem O-Ton und der deutschen Synchro wird hier auch ein Audiokommentar, wobei hier unersichtlich ist wer diesen AK eingesprochen hat.

    Abgerundet wird die ansich schon gelungene Veröffentlichung durch massig Bonusmaterial.
    Neben deleted Scenes und Outtakes hat es auch die Doku "A Look into Forbidden Zone", die 35 Minuten Laufzeit vorweisen kann mit auf die DVD geschafft.
    Zusätzlich gibt es auch noch den Original Trailer , einen japanischen Promoclip, das Musikvideo zu "Private Life" von Oingo Boingo und zwei Szenen aus "The Hercules Family" zu sehen.

    Die DVD ist seit Ende Januar schon im Handel erhältlich und konnte die FSK in ihrer unzensierten Form mit einer 16er Freigabe passieren.

    Originaltitel: さや侍
    Herstellung: Japan, 2011
    Regie: Hitoshi Matsumoto
    Darsteller: Takaaki Nomi, Sea Kumada, Tokio Emoto, Zennosuke Fukkin, Masatô Ibu u.a.
    Genre: Eastern , Drama[/b]
    Laufzeit: 99:20 Minuten (deutsche Pal DVD]
    Freigabe: Deutschland : FSK 6
    Kinostart: 11.06.2011


    Veröffentlichungen:

    DVD Deutschland: xx.xx.xxxx (Rapid Eye Movies)

    Inhalt:

    Der Samurai Nomi Kanjuro irrt mit seiner kleinen Tochter nun schon über zwei Jahre rast- und ziellos durch die Wälder, da sie sich auf der Flucht befinden.Nachdem die Frau des Samurai an einer schweren Grippe verstarb, legte Nomi sein Schwert nieder und trägt nun nur noch die leere Schwertscheide - welche im japanischen Saya heißt - an seinem Gürtel.Durch die Niederlegung seines Amtes in Ungnade gefallen wird Nomi steckbrieflich gesucht und auf ihn wurde ein Kopfgeld ausgesetzt.Kopfgeldjäger und die Behörden verfolgen ihn stets und es war nur eine Frage der Zeit bis er letztendlich gefangen genommen wird.

    Doch der Fürst, in desen Gefangenschaft er sich nun befindet zeigt sich gewillt ihn zu verschonen und nicht zum Seppuku zu zwingen.Dazu wird ihm eine 30-Tage-Aufgabe auferlegt, in dem es ihm gelingen muss den Sohn des Fürsten zum lachen zu bringen.Seit dem Tod seiner Mutter ist der jungen Fürst nämlich vollkommen apathisch und einige zuvor sind an der 30-Tage-Aufgabe schon kläglich gescheitert.

    Auch der heruntergekommene Samurai tut sich schwer mit seinen Bemühungen und das Unterfangen scheint zum scheitern verurteilt zu sein.Doch Nomi erhält tatkräftige Unterstützung von seinen beiden Bewachern, die sich immer verrücktere, spektakulärere und größere Sachen einfallen lassen um ihm zu helfen...

    Meine Meinung:

    Hitoshi Matsumoto dürfte den hiesigen Fans des japanischen Films durch seine skurrilen Werke SYMBOL und DAINIPPONJIN - DER GROße JAPANER bekannt sein.Die Hauptcharaktere in SAYA ZAMURAI und DAINIPPONJIN sind sich in ihrer tragisch-komischen Art sehr ähnlich und schon fast ins absurde Überzeichnet.Das Faible des Regisseurs für ausgediente, erfolglose Charaktere die sich trotz des Misserfolgs mit Gleichmütigkeit ihrer Berufung hingeben, zieht sich mit der dritten Regiearbeit des Regisseurs auch wieder wie ein roter Faden durch die Geschichte.Hier wird nämlich aufgrund historischer Authentizität im dokumentarischen Look auf die bizarre Visualität verzichtet, womit SAYA ZAMURAI für viele wesentlich zugänglicher sein wird.Wer nun denkt, das es sich bei SAYA ZAMURAI um einen klassischen "Jidai-geki eiga" bzw. "Ken-geki" Film handelt, liegt aber vollkommen falsch.Zwar wird sich an diesen Genres orientiert, aber der Charakter des Nomi Kanjuro stellt eine demontierte Variante des klassischen Samurais dar.

    Das Unterfangen das Hitoshi Matsumoto mit SAYA ZAMURAI primär erreichen wollte - nämlich den Zuschauer zum lachen, als auch zum weinen zu bewegen - ist dem Japaner mit dieser Tragikomödie bestens gelungen!Die Melange aus slapstickartiger, absurder Komik und herzzerreisender, tragischer Ernsthaftigkeit, die immer eine perfekte Balance findet, macht SAYA ZAMURAI auch letztendlich zu dem eindrucksvollem und sehenswertem Film.Primär begibt sich SAYA ZAMURAI auf die Suche nach den Wurzeln der Komik und seiner Mechanik, kann darüber hinaus aber noch einiges mehr bieten.Dem Zuschauer wird auf einfühlsame Weise auch erörtert das es nicht von Wichtigkeit ist ob man in einer Sache erfolgreich ist oder scheitert, sondern das es allein um den Willen geht und an seinen eigenen Vorhaben und Idealen festzuhalten.Auch Zusammenhalt und Unterstützung spielt in SAYA ZAMURAI eine wichtige Rolle und die dadurch eintrettende Motivation an seinem Vorhaben festzuhalten - eine perfekte Aussage, das man nicht über physische Stärke verfügen muß um Stark zu sein.Was hier zählt ist allein die psychische Stärke und der eiserne Wille etwas zu vollbringen, auch wenn man sich dabei Schande, Scham und Hohn ausgesetzt sieht.

    Die Leistungen von Hauptdarsteller Takaaki Nomi in SAYA ZAMURAI sind wirklich herausragend und mehr als überzeugend, so das man hier fast von einer One-Man Offbeat Comedy sprechen kann.In seiner Physis verwahrlost - der Kimono abgewetzt und schmutzig, die Haare ungekämmt und wild, kaum Zähne im Mund- schafft Nomi es durch dieses äußere Erscheinungsbild auch die zerüttete Psyche des Samurai bestens zu transportieren.Die Tatsache das Takaaki Nomi ein Darstellerlaie ist, den Regisseur Hitoshi Matsumoto in einer japanischen TV-Show entdeckte, scheint in Anbetracht seiner Leistungen schier unglaublich.Hinzu kommt, das Nomi nicht mal wußte, das ein Film gedreht wird und der Regisseur immer vom Set abgeschirmt alles über Monitore überwachte - dies alles macht SAYA ZAMURAI zu einem Paradebeispiel für wirklich große Schauspielkunst.Sea Kumada, die in SAYA ZAMURAI Nomi's resolute Tochter spielt, ist ein wahrer Lichtblick auf dem Bildschirm und ich bin mir sicher das wir in Zukunft noch viel von ihr sehen werden.Ihr Charakter im Film ist das genau Gegenteil des Vaters - sie stellt einen tollen Kontrast dar und ohne sie wäre es garnicht möglich die Story soweit voranzutreiben, wie es letztendlich der Fall ist.

    Der Handlungsverlauf von SAYA ZAMURAI ist eigentlich nichts spektakuläres, da sie primär aus den Aufgaben besteht die Nomi absolviert.Diese reichen von kommoden Aufgaben wie Nudeln durch die Nase ziehen bis hin zu skurillen Dingen wie zwei Schlagen miteinander verknoten oder ein menschliches Feuerwerk.Diese Darbietungen zünden in ihrem Witz nicht immer, aber genau diese misslungene Komik ist ja die Grundessenz von SAYA ZAMURAI.Mit dem typisch japanischem Humor hat der europäische Filmfan ja ab und an mal seine Probleme, was aber bei SAYA ZAMURAI nicht gegeben ist.Dadurch das sich die Komik viel durch Gestik und Mimik etabliert, kann man den Humor durchaus als universell und globalen bezeichnen.

    Wer bei SAYA ZAMURAI visuell änhlich skurilles wie bei SYMBOL oder DAINIPPONJIN erwartet könnte eventuell entäuscht werden, auch wenn Matsumoto den narrativen Mustern seiner Vorgänger treu bleibt.SAYA ZAMURAI dürfte aber jedem der Filme die "anders" sind gefallen - wenn man ihm gegenüber aufgeschlossen ist, offenbart sich eine wunderbare Einheit aus imposant gefilmten Bildern, pompösen Sets, exzellenter darstellerischer Leistungen und herzerweichender Story.Ein emotionales Tauziehen zwischen Tragik und Humor welches seinesgleichen!

    9 von 10 Schwertscheiden

    Trailer:

    [b]

    Cody Calahans Regiedebüt ANTISOCIAL beschäfftigt sich mit Thematisch mit einem Virus, der Menschen zu mordgierigen Bestien mutieren lässt, was eigentlich nichts Neues oder gar sehr Innovativ ist.
    Die Vergleiche mit 28 DAYS LATER oder auch THE SIGNAL, die auf dem Cover der deutschen DVD gezogen werden, greifen hier durchaus.
    Im direkten Vergleich mit 28 DAYS LATER zieht Calahans Erstling zwar den kürzeren, was aber nicht heißt das es sich hier um einen langweiligen Genrebeitrag handelt, der vollkommen ohne Eigenständigkeit daherkommt.
    Man muss aber auch anmerken, das es in der heutigen Zeit nicht wirklich einfach ist, etwas vollkommen Neues zu kreieren.
    Aus dem Aspekt betrachtet ,das ja fast alles schon einmal dagewesen ist, kann ANTISOCIAL somit schon Punkten und weiß auch zu unterhalten.

    Während der gesamten Laufzeit kann ANTISOCIAL den Spannungsbogen gut halten, da der Zuschauer vorerst im Dunkeln tappt, was ihn erwartet und wo dieses Virenszenarion noch hinführen wird.
    Zu Beginn bekommt man zwar schon einen kleinen Einblick was da auf einen zukommt, doch jegliche Erklärungen sind vorerst nicht vorhanden und kommen erst mit fortschreitender Handlung zum Zuge.

    Anstelle eines postapokalyptischen Szenarios, welches den Adrenalinspiegel der Betrachters durch Non-Stop Angriffe der Mutierten in die Höhe schnellen lässt, wird hier ein leicht klaustrophobisches Kammerspiel mit 5 Hauptprotagonisten geboten.
    Die Entscheidung des Regisseurs dies so zu handhaben ist zu befürworten, da sich ANTISOCIAL so von anderen, ähnlichen

    Genrebeiträgen etwas abheben kann und dadurch Eigenständiger wirkt.
    Sogar die Limitierung des Handlungsortes auf ein Haus - wenn man mal von den Camchats mit anderen Freunden absieht - stellt hier kein Defizit dar, funktioniert bestens und trägt sogar noch zur Dichte des Films bei.

    Zu Beginn wirkt ANTISOCIAL noch recht Harmlos und wenn die Eröffnungssequenz nicht wäre, könnte man fast denken es handelt sich um eine High School Campus Comedy in der Party und Spaß das Geschehen bestimmen.
    Die ersten 15 Minuten von ANTISOCIAL wird auch genau dies zelebriert und in guter Laune wird eine ausgelassene Neujahrsparty gefeiert, bei der auch alkoholische Getränke und ein wenig Ringelpietz mit Anfassen in trauter Zweisamkeit die Stimmung heben.
    Doch dies alles ändert sich Schlagartig, als einer der aggressiven Mutanten die traute Zweisamkeit stört und eine kurze, erste Angriffswelle einleitet.
    Dies versetzt Partygäste als auch den Zuschauer in einen Schock- und Angstzustand, der mit fortlaufender eine sehr ansehnlicheSpannung aufbaut.
    Im letzten Drittel des Films wird diese Spannung noch durch einige blutige Details und Gewaltspitzen aufgewertet, welche aber nie über ihr Ziel hinaus schießen und in uninspirierter Selbstzweckhaftigkeit versinken.

    Visuell wirkt ANTISOCIAL sehr ausgegoren und meine Zweifel es könnte sich wieder um einen billigen Direct-to-DVD wurden schon nach einigen Minuten verworfen.
    Versiertes Editing stehen im Kontrast schönen Kamerafahrten und Teils leicht surrealen Bildern, die durch den Score noch zusätzlichaufgewertet werden.
    Diese Filmmusik ist auch das, was mich am ehesten an den Eingangs erwähnten 28 DAYS LATER erinnerten, da auch hier auch bedrohliche Instrumentalstücke geseztzt wurde.
    Bei der Wahl des Cast hat Cody Calahan auch ein glückliches Händchen gehabt, da diese ihre Parts überzeugend und authentisch spielen - vor dem leider schon zu oft gesehenem, lächerlichem Overacting belibt man zum Glück verschont.
    Die hier angewandten Special FX sind solide in Szene gesetzt; auf gekünzelte CGI wurde verzichtet und macht das ganze noch ein wenig Runder.

    Auch wenn ANTISOCIAL von der Story noch etwas mehr Potenzial geboten hat, gibt es vom Grundprinzip nicht sehr viel zu beanstanden.
    Der Ursprung des Virus ist nämlich durchaus Interessant und auch wenn dieser zuvor schon in Filmen wie THE SIGNAL ähnlich abgehandelt wurde, verleiht dies ANTISOCIAL ein paar neue Impulse und eine persönlichere Note.
    Zum Ende hin gibt es zwar ein paar unlogische Ansätze, über die aber hinweg gesehen werden können.
    Die eventuelle Aussicht auf eine Methode zur Heilung ist auch nicht uninteressant und erinnert ein wenig an die "Body Horror" Filme der cronenberg'schem Art.
    Unterm Strich hat Calahan hier ein solides Debüt gedreht, welches zum Glück nicht im Fahrwasser der billigen Schnellschußprodutionen fischt und eine Sichtung durchaus Spaß macht, auch wenn eine mehrmalige Sichtung hier eher unwahrscheinlich ist.


    6 von 10 "gefällt mir" Klicks


    Produktionsland: USA
    Produktion: Shaun Lynch, Thomas Verrette
    Erscheinungsjahr: 2013
    Regie: Thomas Verrette
    Drehbuch: Thomas Verrette
    Kamera: Seth Iliff
    Schnitt: Thomas Verrette, Paul Gandersman
    Spezialeffekte: Gretchen Mathis
    Budget: -
    Musik: Thomas Verrette
    Länge: ca. 83 Minuten
    Freigabe: FSK 16
    Darsteller: Justice Leak,Robert Pralgo,Elizabeth Keener,Jason Turner,Deborah Childs u.a.


    Inhalt:

    Wenn Deine Erinnerung lügt - Wie willst Du je die Wahrheit finden? Nach einem beinahe tödlichen Unfall hat Ethan Galloway das Problem, dass er Realität und Einbildung nicht mehr unterscheiden kann.
    SeinVater, ein brillanter Neurologe, hat eine experimentelle medizinische Prozedur angewandt, um das Leben seines Sohnes zu retten.

    Aber die Nebeneffekte sind weit größer als erwartet, da der junge Mannnicht mehr unterscheiden kann, was real ist und was nicht. Für Ethan beginnt eine verzweifelte Suche nach der Wahrheit, die ihn zu Camille führt, einer rätselhaften französischen Frau, die auf mysteriöse Art und Weise mit der Historie seiner Familie verbunden ist.


    Trailer:


    Bewertung :

    Nach seinem Langfilm Debüt DISTANT WALLS aus dem Jahr 2007 und 2 Kurzfilmen (I AM THE BLUEBIRD, FASHION HOUSE) präsentiert uns Regisseur Thomas Verrette mit IMPLANTED einen Mix aus Mystery-Thriller, Scinece Fiction und Drama, welches uns als Mix aus MEMENTO und VANILA SKY angepriesen wird.
    Man kann hier durchaus sagen, das diese Vergleiche auch bedingt zutreffen und beim Ansehen konnte ich persönlich auch einige Parallelen zu David Cronenbergs EXISTENZ vermerken; auch wenn IMPLANTED nicht die Intensität von Cronenbergs Werk besitzt.

    Das Budget von IMPLANTED dürfte wohl eher niedrig gewesen sein, was man diesem Genre-Mix aber zu keiner Zeit ansieht und auf audiovisueller Ebene überzeugt der Film zweifelsohne.
    Wer hier große Effekthascherei oder rasante Action erwartet, sollte schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt werden und sich diese Erwartungen im Vorfeld aus dem Kopf schlagen.
    Was uns hier erwartet ist ein Verwirrspiel und Mindfuck-Movie bei dem der Zuschauer auf einem Level mit Ethan steht, der hier als Identifikationsfigur dient.
    Man ist bei IMPLANTED genauso Unwissend wie der Hauptprotagonist selbst und muss die Puzzleteile der Realität, Lügen und Einbildung zuerst sortieren, bevor man diese sinvoll anordnen kann.

    Doch auch dann ist es immer noch nicht gewährleistet, das dass angeordnete Gesamtbild der Wahrheit entspricht und ständig kommen neue Plottwists hinzu, die alles was zuvor als Real erschienen wieder über Bord werfen.
    Vor allem im letztem Drittel von IMPLANTED wird dies so Intensiv zelebriert, das es für den Betrachter eigentlich gar keinen Sinn mehr macht weiterhin zu versuchen die Wahrheit hinter den Lügen zu suchen, da die vermeintliche Wahrheit sich schon Minuten später erneut als Lüge und Einbildung herausstellt.
    Selbst wenn die Endcredits über den Bildschirm rollen, kann der außenstehende Beobachter immer noch nicht mit Gewissheit sagen was nun Realität oder Imagination war.
    Einige mögen das als unlogische oder inkosequente Handlungsabläufe ansehen, doch Fakt ist das IMPLANTED trotz seiner sehr gemächlichen Erzählweise den Zuschauer fesselt und Spannend ist.

    "Hallo Ethan."
    "Woher kennen sie meinen Namen?"
    "Jeder kennt deinen Namen!"

    Beim Cast wurde auf eher unbekannte Gesichter gesetzt von denen ich selbst zuvor noch nicht gehört hatte, die ihren Job aber alle wirklich gut machen.
    Wichtig hierbei ist natürlich der Hauptcharakter - der von Justice Leak dargestellt wird - und eine glaubhafte Performance die zwischen Wut und Verzweiflung pendelt rüber bringt.
    Auch die restlichen Akteure nehmen ihren Part ernst und tragen somit zu einem runden Filmerlebnis bei.

    Visuell bekommen wir hier Bilder geboten, die eine willkommenne Abwechslung bieten - melancholische Momentaufnahmen treffen auf kalte,sterile und teils überbelichtet Visuals, die auchdie innere Zerissenheit und die Zweifel von Ethan bestens unterstreichen.
    Kombiniert mit dem subtilem Score - den Regisseur Verrette selbst komponierte und einspielte - offenbart sich eine tolle audiovisuelle Symbiose.
    Manch einem wird das Geschehen im Gesamten ein wenig zu lasch inszeniert sein, da hier gänzlich auf spektakuläre Bilder verzichtet wurde - nichtsdestotrotz haben wir es hier mit einem recht intelligentem Thriller zu tun, der mehr durch seinen verworrenen Plot als durch bombastische Bildkompositionen überzeugt.

    IMPLANTED verlangt vom Zuschauer die volle Aufmerksamkeit um das Puzzle zu einem Gesamtbild zu formen, selbst wenn immer wieder Teile herausfallen oder gar weiterhin gänzlich fehlen.
    Und so gehen einem auch nach der Sichtung weiterhin unbeantwortet Fragen durch den Kopf, die sich jeglicher Plausiblität
    entbehren.Auch wenn es zu begrüssen wäre dem Zuschauer am Schluß ein wenig mehr Antworten zu bieten, ist IMPLANTED zweifelsohne ein sehenswerter Beitrag den man nicht mal so nebenbei schaut.

    6,5 von 10 Neurochirurgen

    Produktionsland: USA
    Produktion: Shane Ryan, Ryan Nicholson, Alisha Rayne
    Erscheinungsjahr: 2012
    Regie: Shane Ryan
    Drehbuch: Shane Ryan
    Kamera: Arturo Guerrero
    Schnitt: Shane Ryan
    Spezialeffekte: Vicki Baumann
    Budget: ca. -
    Musik: Ginnetta Correli, Teona Dolnikova, Casey Fera, Jasmine Jamison, Andrew Shewell
    Länge: 89:57 Minuten
    Freigabe: unrated
    Darsteller: Katie Marsh,Demi Baumann,Teona Dolnikova,Alex Damiano,Kaliya Skye,Joseph Marsh,Sean Cain,Domiziano Arcangeli
    Homepage : Mad Sin Cinema


    Inhalt:

    Die 15jährige Alyssa und ihre beste Freundin, welche von ihr nur "Sidekick" genannt wird, führen ein trostloses Leben in einer US-amerikanischen Kleinstadt.
    Schon im jungen Alter hat das Leben den beiden Jugendlichen keinerlei Perspektiven zu bieten und läßt sie zu gefühlskalten, desillusionierten, seelenlosen Körperhüllen mutieren.
    Außer sinnlosem Rumhängen, der Peinigung von Alyssas jüngerem Bruder und Selbstverletzung durch autoaggressives Verhalten - im Volksmund heute auch "Cutting" oder "Ritzen" genannt - hat das Leben ihnen rein gar nichts zu bieten.

    In der gleichen Kleinstadt lebt auch eine junge Frau, die den Namen "The Angst" trägt.
    Der jahrelange, sexuelle Missbrauch ihres Vaters hat sie in die Bulimie getrieben und auch sie ist ein "Ritzer", der sich nichts sehnlicher wünscht als durch den Tod ihre Erlösung zu finden.

    Auch die junge Auswanderin die wir als "The Performer" kennenlernen, lebt im gleichen Kaff und träumt davon als Sängerin die große Karriere zu machen.
    Als sie in die USA übersiedelte hatte sie Träume wie ihr Leben sein wird, doch diese waren lediglich bunte Seifenblasen die zerplatzten.
    Auch "The Performer" wurde von ihrem Vater sexuell Missbraucht und ihre innere Zerrissenheit steht denen ihrer Leidesgenossinnen in nichts nach.

    Es kommt ein Punkt im Leben dieser Frauen, in denen sich ihre Pfade kreuzen und mit einem Mord an einem 9jährigem Mädchen endet.


    Trailer:


    Meinung :

    Im Jahr 2009 erschütterte der Mord an der 9-jährigen Elizabeth Olten die USA.
    Was an diesem Mordfall besonders grausam war, ist die Tatsache das die vermeintliche Mörderin Alyssa Bustamante mit ihren 15 Jahren selbst noch ein halbes Kind war.
    Noch bevor irgendwelche Indizien ausgewertet waren, starteten die Medien und die Polizie eine "Hexenjagd" sondergleichen und ein Aufschrei hallte durch die gesamte Nation.
    Sicherlich ist es ein hartes Stück Brot wenn ein heranwachsendes Mädchen im Alter von 15 ein anderes Kind von 9 Jahren tötet, doch die Herangehensweise bei diesem Fall lässt mehr als zu wünschen übrig.
    Anstatt die Ursachen und Gründen für diese schreckliche Tat zu erforschen, legten die Medien eher Wert auf eine Berichterstattung bei der nur sensationelle, hassschürende Schlagzeilen zählten.
    Das Alyssas Arme durch das sogenannte "Ritzen" bzw. "Cutten" fast vollständig vernarbt und entstellt waren, fiel den Leuten zwar auf, doch wurde nicht weiter hinterfragt.
    Für den pöbelnden Mob war dies ein gefundenes Fressen um der 15-jährigen den Stemple "Psychopathin" aufzudrücken, ohne auch nur in Betracht zu ziehen was zu ihrer psychischen Dekomposition und dem damit verbundenem Mord an Elizabeth führte.

    In MY NAME IS A BY ANONYMOUS hat sich Regisseur Shane Ryan ( AMATEUR PORN STAR KILLER Trilogie, WARNING!!!PEDOPHILE RELEASED, Segment TAG bei THEATER OF THE DERANGED 2) dem Fall um Alyssa Bustamante angenommen und ein intensives True Crime Drama erschaffen, welches es wirklich in sich hat.

    Was bei A BY ANONYMOUS wirklich zu überzeugen weiß, ist die Art des Inszenierung - Ryan geht an die Geschichte mit vollkommener Objektivität ran und will hier weder Alyssa für ihre Taten verurteilen noch den Mord an Elizabeth glorifizieren.
    In A BY ANONYMUS geht es Shane lediglich darum Aufklärungsarbeit zu leisten und durch seine cineastische Rekonstruktion einen Einblick in die eventuelle Motivation und die Lebensumstände der Protagonistin zu geben.
    Bei A BY ANONYMOUS wird zu keiner Zeit der moralische Zeigefinger erhoben und Shane Ryan zeigt das wahre Gesicht der Mörderinnen - diese werden hier nämlich als Menschen portraitiert und nicht als die Monster zu denen sie von den Medien hochstilisiert wurden.
    Hier nehmen Regisseur als auch die Zuschauer die neutrale Position des Beobachters ein und werden mit auf eine Reise genommen, die auch Tage später in ihrer Thematik beim Betrachter noch nachhallen wird und das Dargebotene muss erst einmal verarbeitet werden.

    Visuell wird MY NAME IS A BY ANONYMOUS in poetischen, traumhaft schönen Bildern präsentiert die einen Hauch von Arthouse verstreuen und nur von diesem Standpunkt aus betrachtet wäre jedes einzelne Frame Balsam für die Augen.
    Durch die Thematik des Films bekommt der visuelle Aspekt aber einen bitteren Beigeschmack und A BY ANONYMOUS ist dadurch ohne weiteres ein die Kategorie "Kino Kontrovers" einzuordnen.
    Schon alleine das hier ein Mord an einem 9-jährigem Mädchen thematisiert wird ist für die meisten Zuschauer harte Kost und schwer zu verdauen.
    Auch wenn der Mord das Wesentliche - der Aufhänger dieser wahren Story - ist, sieht sich der geneigte Fan mit wesentlich mehr unangenehmen Szenarien konfrontiert.
    Alleine schon die Umgebung in der die vier Protagonisten leben ist mehr als trostlos und gleicht einer alten Industriestadt, die von ihren Bewohnern verlassen wurde, nachdem die Fabriken dicht gemacht haben.
    Zudem scheint es auch aus dieser Stadt kein Entrinnen zu geben, als wäre sie unter einer unsichtbaren Kuppel, in der die Bewohner verdammt sind sich durchs Leben zu beißen.
    In dieser trostlosen Umgebung, die keinerlei Perspektiven für Jung und Alt zu bieten hat, wachsen Alyssa und Sidekick auf, und vertreiben sich ihre Zeit damit, sich gegenseitig mit "Trash Talk" zu beschimpfen, Alyssas jüngeren Bruder zu diskriminieren und zu peinigen und sich dem autoaggressivem Ritzen hinzugeben.
    Auch "The Angst" ritzt sich, auch wenn die Motivation für die Selbstverstümmelung eine andere ist.
    Während Alyssa und Sidekick durch die Selbstverletzung das trostlose Leben in der Stadt kompensieren, ist "The Angst" von ihrem Vater vergewaltigt worden und neben dem Ritzen hat sie mit extremer Bulimie zu kämpfen.
    Wie viele Missbrauchopfer gibt sich auch "The Angst" die Schuld an ihrer Misere und wünscht sich nichts sehnlicher als einfach nur Tot zu sein.
    Mit "The Angst" hat "The Perfomer" - die vierte im Bunde - die Gemeinsamkeit, das sie beide die Vergewaltigungen ihrer Väter über sich ergehen lassen mussten.
    Zusätzlich ist "The Performer" eine mehr als desillusionierte Einwanderin aus Russland, die von der großen Karriere als Sängerin träumt, als Malerin aktiv ist, und einen herben Rückschlag erlitten hat, da sich für sie der "American Dream" nicht verwirklichte.

    Das in A BY ANONYMOUS thematisierte Ritzen, ist Shane bei der Recherche für seinen Film mit als Erstes an Alyssas aufgefallen und das keiner wirklich Bezug dazu nahm.
    Da Shane mit dem Thema vertraut ist und selbst seit seinem 13 Lebensjahr mehrmals mit starkem Selbstmissbrauch zu kämpfen hatte, war es für den Indie-Regisseur als würde er einen Blick in den Spiegel werfen und sein jüngeres Ich sehen.
    Somit haben wir es auch mit einem sehr persönlichem Werk zu tun, welches Shane eventuell als Vergangenheitsbewältigung gedient haben könnte.

    Die Erzählstruktur von MY NAME IS A BY ANONYMOUS funktioniert auf 3 Ebenen um uns die Charaktere näher zu bringen, doch bis ca. 20 Minuten vor Schluß agieren diese ausschließlich getrennt voneinander.
    Erst wenn der schon fast unausweichliche Mord an Elizabeth bevorsteht, kreuzen sich die Wege der Mädchen und Frauen, und die Verbindung zwischen den 4 wird dem Zuschauer erst dort richtig erläutert.
    Die filmische Aufarbeitung der Geschichte wird uns Chronologisch präsentiert und gibt uns einen Einblick in das Leben der Protagonisten an 3 verschiedenen Tagen im Oktober 2009.

    Die Leistungen aller Darsteller sind schlichtweg ergreifend und unglaublich - zu jeder Zeit nimmt man ihnen ihre Rollen ab und die düstere Tristesse ihres Alltags macht sich auch schnell beim Zuschauer breit.
    Schon fast verfällt der Betrachter in eine katatonische Starre und MY NAME IS A BY ANONYMOUS liegt wie ein Ballast auf dem Gemüt.
    Shane Ryan hat den Charakteren eine unheimliche Tiefe verliehen, die bei solch einem Film aber auch von Notwendigkeit um die Geschichte greifbar machen zu können.
    Bei der Wahl der Darsteller hatte Shane das richtige Gespür dafür, welche Art von Darstellern es benötigt um einen authentisch wirkenden Film zu schaffen.
    Wenn man sich Alex Damiano in ihrer Rolle "The Angst" anschaut, fällt einem direkt ihr wirklich extrem ausgemergelter Körper auf.
    Ob sie wirklich unter Bulimie leidet oder für die Rolle an ihre Grenzen ging und sich in diesen körperlichen Zustand hungerte, kann ich nicht sagen - Fakt ist aber, das ihre Leistungen hier mehr als überzeugend sind.
    Teona Dolnikova ist als "The Perfomer" zu sehen und auch hier wurde Wert auf eine realistisch wirkende Darstellung geboten.
    Das die Wahl von Shane hier auf Teona fiel, ist mehr als plausibel.
    Dies ist nämlich auch im echten Leben eine russische Einwanderin, die auch als Sängerin tätig ist und hat eine Schauspielstudium mit Abschluß am "The Lee Strasberg Theatre & Film Institute" absolviert.
    So verwundert es nicht, das in MY NAME IS A BY ANONYMOUS Songs von Teona verwendet wurden, wovon einer sogar in Form eines minimalistischen Musikclips in den Film eingebettet wurde.
    Die beiden Jungdarstellerinnen Katie Marsh (Alyssa) und Demi Baumann (The Sidekick) stehen Alex und Teona in nichts nach - auch sie liefern eine glaubhafte Leistung ab unn man nimmt ihnen die innere Zerrissenheit zu jeder Zeit vollends ab.
    Auch Domiziano Arcangeli sollte hier nicht unerwähnt bleiben, da er einen schmierigen, ekelhaften Part bekleidet - nämlich die des Vaters von "The Angst", welcher sich auf ausgewältz-manipulative Weise an seiner eigenen Tochter vergeht.
    Domiziano dürften dem Indiefan eventuell ein Begriff sein, da er schon sein Können bei Filmen wie LONE WOLF : THE SAMURAI AVENGER, WEREWOLF IN A WOMENS PRISON, oder auch in Jess Francos LADY DRACULA 3 unter Beweis stellen konnte - was er hier aber leistet, übertrifft alles bisherige bei weitem!
    Interessant dürfte für den Fan auch einer der Co-Produzenten des Films sein, der kein geringerer als Ryan Nicholson ist, und dieser hat sich durch seine Arbeiten als Regisseur bei GUTTERBALLS, FAMINE, LIVE FEED, HANGER oder TORCHED ja zumindest in der Horrorfangemeinde schon einen Namen gemacht.

    Visuell wurde das ganze auf 3 verschiedenen Formaten gedreht - neben Handheldkamera und Handykamera wurde auch auf Digi HD zurückgegriffen.
    Erstaunlicherweise wirkt das ganze aber zu keiner Zeit billig oder pathetisch und der Realismus der Geschichte wird durch diese Formate in dokumentarischem Stil bestens eingefangen.
    Bei der Vertonung wurde viel Wert auf Klänge gelegt die mit den Bildern harmonisieren und neben sphärischen, minimalen und düsteren Ambient-Electro gibt es auch morbide Pianostücke zu hören.

    Die Art der Inszenierung von MY NAME IS A BY ANONYMOUS dürfte in ihrem ruhigem Stil nicht jedermanns Geschmack treffen, doch der narrative, ruhige Stil ist hier unentbehrlich um der Geschichte und den Charakteren die nötige Tiefe zu verleihen und den Zuschauer in seiner schwermütigen Art in den Bann zu ziehen.
    Jumpcuts oder hektische, wilde Kamerafahrten wären vollkommen unpassend und würdem dem Film nur seiner Intensität berauben.

    Shane Ryan hat mit MY NAME IS A BY ANONYMOUS ein packendes, düsteres True Crime Drama erschaffen, welches sich der
    Portraitierung von Mördern auf unplakativer und innovativer Art annimmt.
    MY NAME erforscht auf sehr düstere Art eine wirklich kontroverse Materie, wobei Shane Ryan die Vorlage nie zu exploitativen Zweck für sich nutzt.
    In seiner Intensität durchaus zu vergleichen mit HENRY - PORTRAIT OF A SERIAL KILLER., liegt Shanes Film irgendwo zwischen den Werken von David Lynch (ERASERHEAD, TWIN PEAKS), Harmony Korine ( KIDS, KEN PARK, GUMMO, SPRING BREAKERS,TRASH HUMPERS), Gregg Araki (DOOM GENERATION, MYSTERIOUS SKIN, TOTALLY FUCKED UP, NOWHERE), Thomas Vinterberg (DAS FEST, DEAR WENDY) ,Gus Van Sant (LAST DAYS, DRUGSTORE COWBOY, ELEPHANT) oder auch Asia Argentos THE HEART IS DECEITFUL ABOVE ALL THINGS.
    MY NAME IS A BY ANONYMOUS ist aufgrund der verstörenden Thematik ein unbequemer Film, den man sich nicht zum Spaß anschaut und der dem Zuschauer auch keinerlei Freude bereiten wird.
    Wer sich aber traut die menschlischen Abgründe von gescheiterten Existenzen in diesem waghalsigem, herzzerreißendem, kühnem Film zu erforschen, wird nicht enttäuscht werden und auch Tage später wird MY NAME IS A noch nachhallen, da das Geschehen erstmal verarbeitet werden muss.

    Ich bezweifele es im Moment zwar, aber eine deutsche Veröffentlichung von MY NAME IS A wäre mehr als wünschenswert.
    Ich persönlich könnte mir da am besten die "Störkanal" Reihe vorstellen, da MY NAME IS A sich nahtlos in die bisherigen Veröffentlichungen einreihen würde!

    9 von 10 gescheiterten Existenzen

    Produktionsland: Deutschland
    Produktion: Grindhouse Films
    Erscheinungsjahr: 2013
    Regie: Cedric Endress
    Drehbuch: El Gore, Cedric Endress, Christian Fryska
    Kamera: Cedric Endress, Christian Fryska
    Schnitt: Grindhouse Films
    Spezialeffekte: El Gore, Cedric Endress
    Budget: ca. 2000,-€
    Musik: Cedric Endress, Scatmother
    Länge: ca. 60 Minuten
    Freigabe: ungeprüft
    Darsteller: Philip Petrosky, Christian Fryska, El Gore, Cedric Endress, Ulrich Fürstenau, Lena Knoop,Uli Geisendörfer, Katharina Klein

    Inhalt :
    Eine Kleinstadt lebt in Angst und Schrecken vor einem Serienkiller, der seine Opfer auf brutalste Weise verstümmelt und tötet.
    Ein abgehalfteter Polizist wird auf den Fall angesetzt, doch auch dieser findet erst keinerlei Indizien bezüglich des Killers.
    Jeden Tag gibt es neue Opfer des Verrückten, die Leichen fangen an sich zu türmen und für den Polizisten beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit in einem perfiden Katz und Maus Spiel.
    Wird er dem Killer auf die Schliche kommen, ihn aufhalten und dem Morden ein Ende setzen können?

    Trailer :

    Meinung :

    Das Motto der deutsche Crew "Grindhouse Films" dürfte wohl "klotzen statt kleckern" sein, denn nach ihrem dritten Teil der GHOULS NIGHT OUT Trilogie bekommt der Indie-Fan mit ISOLATION dieses Jahr schon das zweite Werk von "Grindhouse Films" serviert.
    Ein kleiner, feiner Unterschied bei ISOLATION ist aber die Laufzeit des Films, denn hierbei handelt es sich um das Langfilmdebüt der Crew aus dem Süden Deutschlands, welches mit knapp 2000€ Budget realisiert wurde.
    Das Unterfangen einen überzeugenden, abendfüllenden Film abzuliefern ist auch rundum gelungen, wenn man von ein paar kleinen Mankos - auf die ich gleich noch eingehen werde - mal absieht.

    Liest man sich die Inhaltsangabe durch, dürfte schnell klar sein das die Story eigentlich nichts wirklich Neues bietet und viele Regisseure zuvor haben sich der Serienkillerthematik ja schon angenommen.
    Doch grade im deutschen Indiefilm sind überzeugende Serienkillerfilme rar gesät und umso erfreulicher ist es, das ISOLATION so zu überzeugen weiß.

    Auch wenn ich selbst von den GHOULS NIGHT OUT Filmen nur die Trailer kenne und sie bisher nicht gesehen habe, ist doch ein großer, technischer Fortschritt zu erkennen.
    Visuell präsentiert sich ISOLATION im leicht experimentellem Gewand und Filme wie ICE FROM THE SUN, ERZA : FEAR OF A FACELESS GOD, VISIONS OF SUFFERING oder auch TETSUO : IRON MAN kommen einem in den Sinn beim schauen.
    Besonders im Editing wurde ISOLATION der nötige Feinschliff verpasst und es wurde nichts ausgelassen - Jumpcuts, Slow-Motion Effekte, verzerrte Frames und artifizielle Verunreinigungen werden geschickt genutzt um ISOLATION seinen individuellen Charkater zu verleihen.
    Bei der Ausleuchtung und der Farbgebung von ISOLATION fällt auf das hier auf satte Töne, die von Rot, Gelb und Blau dominiert werden, gesetzt wurde - das Regisseure wie Dario Argento oder Mario Bava hier einen großen Einfluss gehabt haben, ist nicht zu leugnen.

    In perfekter Harmonie mit den Bildern steht hier auch der Score, der auf voller Linie überzeugen kann.
    Erfreulicherweise wurde bei ISOLATION für die musikalische Untermalung nicht auf die (lokalen) Metal- und Punkbands gesetzt und die sonst üblichen Klischees somit ausgehebelt.
    Der Score, der von Cedric Endress und Scatmother stammt, ist subtiler Natur und hält sich mit seinen orchestral-industriellen Klänge fast immer dezent im Hintergrund.
    Um etwas Abwechslung zu bieten gibt, gibt es in Actionszenen aber auch Tracks zu hören, die für etwas Adrenalinzufuhr sorgen und wohl am besten als Industrial-Metal bezeichnet werden können.
    Dieser musikalische Aspekt ist letztendlich auch ein wichtiger Punkt, der dem Film erst seine kalte, düstere, melancholische und bedrohliche Atmosphäre verleiht.
    Bei ISOLATION kann man also durchaus von einem audiovisuellem Erlebnis sprechen, der seine Intensität erst durch das Zusammenspiel von Bild und Sound vollkommen entfaltet.

    Bei den Darstellern, bei denen es sich wohl durch die Bank weg um Laien handelt, gibt es keine Ausfälle zu bemerken und es gibt hier so gut wie nichts zu kritisieren.
    Sicherlich mag der ein oder andere manchmal etwas unbeholfen wirken, doch dies wirft sich nie zu sehr in die Waagschale und schmällert den Filmgenuss nicht ab.
    Ein Highlight ist hier sicherlich Philip Petrosky, der den Killer spielt und eine kalte und glaubhafte Verkörperung eines gebrochenen, isolierten, desillusionierten Mannes gibt, der sich immer mehr von der Gesellschaft, ihren Normen und den damit eingehenden Regeln und Gesetzen entfernt und zum skrupellosem Killer mutiert.
    Ich persönlich hätte mir lediglich ein wenig mehr Rückblicke in die Vergangenheit des Killers gewünscht, da dies den Charakter und auch die Story noch etwas greifbarer gestaltet hätte.
    Auch Christian Fryska als Polizist agiert überzeugend und unbefangen, was sicherlich eine Notwendigkeit ist, da ISOLATION vorwiegend von Petrosky und Fryska getragen wird.
    Die Charakterzeichnung des Killers ist wirklich gelungen und es gibt keine Szene im Film in dem man Petrosky diesen Part nicht abnimmt - mit absoluter Gleichgültigkeit und getrieben von den inneren Dämonen der Vergangenheit tötet er kaltblütig und ohne jegliche Reue seine Opfer.
    Dem Charakter des Polizisten hätte aber etwas mehr Tiefe gut getan - mich persönlich würde die Hintergrundgeschichte des Cops interessieren und warum er von dieser Zerrissenheit geplagt ist - dieses hätte durch ein abgehalfteres, leicht verkommenes Aussehen auch optisch noch unterstrichen werden können.
    Diese Zerrissenheit des Polizisten fand ich persönlich nämlich sehr gelungen und mich hat der Charakter an die Hauptprotagonisten aus den Film Noir Klassikern oder auch den männlichen Part aus SINGAPORE SLING erinnert.

    Die Spezialeffekte in ISOLATION sind auch gekonnt in Szene gesetzt, auch wenn diese im Kontext mit der Story um eine gescheiterte Existenz eher eine untergeordnete Rolle spielen.
    Dies bedeutet aber nicht, das hier fast gänzlich auf blutige FX verzichtet wurde und an brutalen Schauwerten gibt es doch einiges zu bewundern.
    Bei den Effekten wurde hier aber eher auf Innovation gesetzt und anstelle der obligatorischen Kehlenschnitte und Ausweidungen - auch wenn diese noch vertretten sind - wurde Kreativität an den Tag gelegt.
    Hier werden die Därme nach einer Ausweidung nämlich mal auf krude Art zweckentfremdet oder auch Zähne ausgetretten - alles recht realistisch und hart umgesetzt und ihren Zweck nicht verfehlend.

    Die Storyentwicklung bei ISOLATION ist narrativer Natur, auch wenn das Szenario oft Dialogfrei daherkommt - erst im letzen Drittel wird der Fokus auf etwas mehr Action gelegt.
    Dies schadet dem Film aber zu keiner Zeit, da die Story dadurch im starken Kontext mit dem Hauptcharakter steht und sich beides auf schleichende Art etabliert.

    Es gibt aber auch wie schon zu Beginn angekündigt ein paar kleine Kritikpunkte, die aber nur rudimentär vorhanden sind.
    Zu einem wäre das die schon angesprochene Charakterzeichnung des Polizisten, die etwas tiefer hätte ausfallen können.
    Auf der anderen Hand sind da lediglich ein paar Filmfehler, die mir augefallen sind.
    Da wäre zum Beispiel die Geschwindigkeit mit der das Haar des Mörders wächst - zu Beginn rasiert er sich den Kopf und schon 2 oder 3 Tage später sind die Haare in einem Umfang nachgewachsen, der in einer so kurzen Zeit nicht möglich sein kann.
    Auch einige der Szenen in denen der Killer seiner blutigen Arbeit nachgeht, wirken als hätte sich "Uli, der Fehlerteufel" eingeschlichen.
    Da wird nämlich bei Tageslicht angefangen Leute um die Ecke zu bringen und wenn der Mörder mit ihnen fertig ist, ist es stockdüstere Nacht - dies wirkt ein wenig Unwahrscheinlich, aber eventuell sollen die Morde in ISOLATION ja auch so langwierig und ausgewälzt wirken.

    Letztendlich haben wir mit ISOLATION einen Indie-Film vorliegen, der durch Story und audiovisuelle Umsetzung punkten kann und auch die kleinen Mängel dadurch ausbügelt.
    Ich bin schon gespannt was die Crew von "Grindhouse Films" als nächstes aus dem Ärmel schüttelt und bin mir sicher das uns auch dort wieder ein gelungener Film von Genrefans für Genrefans vorgelegt wird

    8,5 von 10 Leichen im Keller

    Quote

    Original von Leatherface:

    Gibts irgendwelche Infos bezüglich des Budgets?

    Ich werde den Regisseur mal fragen wie hoch das war.
    Ich werde demnächst auch noch ein Interview mit Waldemar führen, da werden wir einiges an Hintergrundinfos bekommen :)

    Produktionsland: Deutschland
    Produktion: Moral im Keller Produktion
    Erscheinungsjahr: 2014
    Regie: Waldemar Feifer
    Drehbuch: Waldemar Feifer
    Kamera: -
    Schnitt: -
    Spezialeffekte: -
    Budget: -
    Musik: -
    Länge: 102:31 Minuten
    Freigabe: ungeprüft
    Darsteller: Jan Kassel, Sebastian Pfaff, Johanna Claar, Jasmin Redelberger, Waldemar Feifer, Vadim Koslow, Jakob Herd u.a.
    Kontakt : offizielle Facebook Seite | Waldemar Feifer (Facebook)


    DVD-VÖ Österreich: Januar 2015


    Inhalt:
    In einer fernen Zukunft :
    Vögel haben eine unheilvolle Seuche über den Menschen gebracht, welche eine Fortpflanzung nicht mehr möglich macht.
    Die jüngste Person auf unserem Planeten ist vor kurzem Volljährig geworden und Jugendschutz dadurch überflüssig - die zuständigen Behörden machen dicht und auf einen Schlag sind alle Jugendschützer und Zensoren arbeitslos.
    Da diese nie etwas anderes gelernt haben, wollen sie ihre Jobs zurück und schlagen dabei immer radikalere Wege ein - alles was ihnen vor die Augen kommt wird gnadenlos zensiert und um Gewalt erleichtert.
    Da die ehemaligen Jugendschützer diese stark zensierten Medien aber auch in Umlauf bringen, kann der Präsident nicht mehr länger tatenlos zusehen.





    Eine Spezialeinheit namens Uncut Police wird ins Leben gerufen und soll mit aller Gewalt und erdenklichen Mitteln die Zensur stoppen.
    Unter der Leitung von Mrs. Fulci nehmen die Cops der Uncut Police - bestehend aus Joe, Umberto und Dario - den Kampf gegen zensierten Medien auf.
    Um der Zensur endlich ein Ende setzen zu können, müssen die drei Cops die ominöse Ilsa ausfinding und dingfest machen.
    Diese hält sich bekanntlich in der grauen Zone auf und auf dem Weg dort hin sehen sich die drei Cops mit rachsüchtigen Martial Arts Kämpfern, Lieferungen von stark zensierten VHS-Tapes, entführten Horrorfilm Regisseuren, seltenen Fischen und Kunden von zensierten Medien konfrontiert.


    Trailer:

    Meinung :

    Bei UNCUT POLICE handelt es sich um das Spielfilmdebüt von Waldemar Feifer, der hier als Joe auch eine der Hauptrollen bekleidet.
    Zusammen mit der "Moral im Keller Produktion" Crew hat Waldemar einen Film abgeliefert, der sehr schwer einem Genre zugeordnet werden kann.
    Bei UNCUT POLICE erwartet den Fan somit ein gelungenes Potpourri verschiedener (Sub)Genres, die in ihrer fusionierten Form durchaus zu unterhalten wissen.
    UNCUT POLICE weiß sich geschickt am Fundus der Inspirationsquellen zu bedienen und verquickt auf überzeugende Art die Lieblingsgenres der Macher - das italienische Kino der 70ger und 80ger , Horror, Martial Arts Filme, Action, Slasher, Splatter, Endzeitfilme, Comedy, Exploitation und Poliziotteschi werden zu einer homogenen Mischung, die sich nie selbst zu ernst nimmt und immer mit einem Augenzwinkern daherkommt.
    Dieser humoristische Grundtenor verleiht UNCUT POLICE zweifelsohne seinen Charme, auch wenn hier und dort einige Abstriche gemacht werden müssen.
    Diese Unzulänglichkeiten sind aber durchaus zu verschmerzen und es handelt sich vorwiegend um die "üblichen Verdächtigen" - auf die ich im Verlauf der Rezension noch eingehen werde - die in hiesigen Indiefilmen vorzufinden sind.

    Optisch macht UNCUT POLICE schon einen sehr ansprechenden Eindruck während die ersten Frames über den Bildschirm flimmern und in stimmigem S/W Bildern wird der Zuschauer durch einen Prolog, der die Rahmenhandlung bildet, in die Geschichte eingeführt.
    Dieser Prolog ist ein essentieller Bestandteil des Films, da UNCUT POLICE genau genommen ein Anthologiefilm ist, der 4 Episoden (WE LOVE ARIEN, THE HOT BOX, THE BLOODRAGING BULLDOZER und THE TRAP) beinhaltet.
    Während bei anderen Anthologiefilmen die Geschichten auch individuell als Kurzfilm funktionieren würden , zieht sich bei UNCUT POLICE die Kontinuität der Story wie ein roter Faden durch den Film.
    Auch wenn die Entscheidung dies so zu handhaben in einigen Szenen ein wenig Unstrukturiert wirkt, ist dies insgesamt eine sehr begrüßenswerte Entscheidung.
    Manchmal macht es leider den Anschein als würde sich ein Handlungsstrang durch seine Länge in Belanglosigkeiten verlieren, doch der "Moral im Keller" Crew gelingt es immer recht schnell dem entgegen zu wirken und diese kleinen Unzulänglichkeiten zu eliminieren.

    Bei den Darstellern konnten mich selbst vor allem Sebastian Pfaff (Umberto), Jan Kassel (Dario) und Waldemar Feifer (Joe) überzeugen und alle 3 agieren enthusiastisch und unbefangen vor der Kamera.
    Bei diesen 3 Charakteren jagt ein lockerer Spruch den nächsten und es macht den Anschein als hätten sie ihre Coolness mit der Suppenkelle aus gigantischen Vorratspackungen gelöffelt.


    "Er bricht die Knochen wie Äste!
    Umberto macht keine Fehler, Umberto macht Friedhöfe!
    Letztes Jahr bekam er einen Nobelpreis weil er gar Stumme zum Reden gebracht hat."

    Leider kann dieses Lob aber nicht bei allen Darstellern greifen und einige wirken etwas hölzern, was mir vor allem bei den männlichen Handlangern von Ilsa und dem Trio das die illegalen Tapes im Segment "The Hot Box" kauft aufgefallen ist.
    Auch ein gewisser Grad von Overacting ist hier gegeben, welches bei Johanna Claar (Ilsa) und Jasmin Redelberger (Lucia Fulci) besonders auffällt - ich vermute aber das dies Beabsichtig war, um sie als Karikatur ihrer selbst darzustellen.
    Das Overacting aber auch positiv sein kann, beweist Jakob Herdt als Taxifahrer Kasimir - was dieser hier leistet, bescherrt dem Zuschauer schon fast einen Lachkrampf sondergleichen.
    Wirft man einen Blick auf die Namen der Charaktere in UNCUT POLICE, fällt einem direkt auf das die meisten ein Tribut an Regisseure und Figuren aus Filmen darstellen.
    Schon bei den 3 Cops liegt es auf der Hand das ihre Namen auf berühmte italienische Genre-Regisseure ( Umberto Lenzi, Dario Argento und Joe D'Amato) anspielen.
    Diese Hommage wird mit Charakteren wie Ilsa, Lucia Fulci oder dem Regisseur Eastmann noch komplettiert und es ist unschwer zu erkennen, wer für diese Charaktere Pate stand.

    Technisch gibt es nicht viel zu bemängeln und man merkt das Waldemar Feifer als Regisseur großen Wert darauf gelegt hat ein audiovisuell stimmiges Produkt zu schaffen.
    Im Editing wurde UNCUT POLICE zweifelsohne der nötige Feinschliff verpasst um fast alle Mankos zu beseitigen - über Jumpcuts, blutige Close-Ups bis hin zu verwackelten Bildern die dem ganzen einen authentischen Flair verpassen wird hier fast die komplette Palette dargeboten.
    Hierbei sollten auch die zahlreichen Mixed Martial Arts Kampfchoreographien nicht unerwähnt bleiben, die über jeden Zweifel erhaben sind - die Akteure sind sich ihres Könnens bewusst und laufen zu Hochtouren auf .

    Auch wenn einige Szenen - wie zum Beispiel der Kampf zwischen Arjen und Joe - ein wenig in die Länge gezogen wirken, kommt insgesamt keine Langeweile auf und UNCUT POLICE kann konstant überzeugen.
    In Bezug auf das Drehbuch, welchem man Innovation nicht absprechen kann, gibt es nicht viel negative Kritikpunkte aufzuzählen.
    Die deutsche Medienzensur bekommt hier auf zynisch-satirische Weise ihr Fett weg und wird mit viel Humor auf den Kopf gestellt und ad absurdum geführt.
    Ein großer Anteil des Humors bei UNCUT POLICE würde aber ohne das ausgefeilte Dialogbuch nicht zünden und umso erfreulicher ist es das hier viel Wert auf das selbige gelegt wurde.

    Die blutigen Detailaufnahmen in UNCUT POLICE können sich durchaus sehen lassen und Gewaltspitzen gibt es hier auch einige zu bewundern.
    Diese wirken zwar Teils etwas unrealistisch, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt - die FX sind hier nämlich sekundärer Natur und ihren Dienst das ganze Szenario mit kleinen Brutalitäten abzurunden tun sie vollends.
    UNCUT POLICE wird seinem Bestreben dem Zuschauer ein kurzweiliges, satirisches, blutiges und actionreiches Genre-Crossover zu bieten zu jeder Zeit gerecht.
    Fans von Amateurfilmen kann ich das Debüt von Waldemar wärmstens empfehlen da in der Vergangenheit schon etliche Debütanten um Längen schlechtere Erstlinge vorgelegt haben.
    Bei UNCUT POLICE sollte zuletzt noch honoriert werden, das alle Beteiligten vollsten Einsatz zeigen - neben Jobs (z.T. im Schichtdienst) und Privatleben hat ein Cast von über 50 Leuten und der Rest der Crew alles getan um dieses Projekt zu verwirklichen!

    Wenn alles nach Plan läuft wird UNCUT POLICE Anfang 2014 auf DVD veröffentlicht werden. Im Moment gibt es nur ein Presse DVD in einer Auflage von 13 Stück.
    Ich werde natürlich weitere Infos posten, sobald die VÖ heraus kommt.

    7 von 10 VHS Kassetten

    PS : Hatte ich eigentlich schon erwähnt, das es in UNCUT POLICE sogar einen echten Panzer und nicht ganz so echte Ninjas in Turnschuhen zu sehen gibt ? :D


    Produktionsland: Deutschland
    Produktion: -
    Erscheinungsjahr: 2011
    Regie: Björn Reichardt
    Drehbuch: -
    Kamera: -
    Schnitt: -
    Spezialeffekte: -
    Budget: -
    Musik: -
    Länge: 20:13 Minuten
    Freigabe: ungeprüft
    Darsteller: Thomas Goersch,Oliver A. Sturm, Paddy Loose, Franziska Kerger, Katharina Kirschbaum, Petra Helch


    Inhalt:

    Man hört eine Stimme aus dem Off die uns über ihre vergangenen Taten - Morde an Menschen - Bericht erstattet.
    Bei diesem Serienkiller handelt es sich um Bruno, der zur Zeit an seiner Biographie schreibt.
    Zusammen mit seinem Verleger Karl und seiner heißgeliebten Schaufensterpuppe bewohnt der Killer ein Haus und die beiden polarisieren in ihren Charakteren sehr stark.

    Nichtsdestotrotz fröhnen die beiden dem Dolce Vita in ihrem Domizil und verstehen sich prächtig.
    Doch die Idylle wird jäh gestört als an einem Samstag plötztlich eine Frauenleiche im Gartenstuhl der beiden sitzt.
    Karl vermutet natürlich sofort das Bruno seine Hände an den Hals der Frau angelegt und diese erwürgt hat.
    Doch Bruno bestreitet dies und am Samstag darauf erwartet die beiden eine neue Leiche im Garten.
    Um der Gefahr aus dem Weg zu gehen als Mörder der Frauen in Verdacht zu kommen, legen sich die beiden auf die Lauer um dem ganzen ein Ende zu setzen.


    Trailer:
    --


    Meinung :

    Ein Filmtitel wie UNERWÜNSCHTE BESUCHER lässt erstmal viel Raum für Spekulationen, um was es sich denn hier handeln könnte.
    Liest man sich die Inhaltsangabe zu UNERWÜNSCHTE BESUCHER durch, könnte der geneigte Fan erst noch denken das es sich um einen Thriller oder ein Serienkillerpsychogramm mit Horrorelementen handelt.
    Dies wäre im deutschen Indie-Film nichts wirklich Neues und wurde auch schon einige Male abgehandelt.
    Was sich aber in Wirklichkeit hinter diesem nichtssagendem und zugleich auch vielsagendem Titel verbirgt ist eine wirklich gelungene Indie-Komödie, die zu überzeugen weiß.
    Komödien aus deutschen Land sind leider nicht wirklich mit Vielfältigkeit gesegnet, und bis auf romantische Komödien mit dem dauer nuschelndem Till Schweiger oder dummdreisten Comedyquatsch hat das Genre so gut wie Nichts an abwechslungsreichen, innovativen Beiträgen zu bieten.
    Liest man nun das es sich bei UNERWÜNSCHTE BESUCHER um eine Indie-Comedy handelt, dürften sich bei vielen erst mal Zweifel breit machen ob dies denn funktioniert.
    Doch ich kann da eine Entwarnung aussprechen, denn dieser Kurzfilm funktioniert mehr als gut in seiner doch sehr eigenen Art!

    Schon die Eröffnungssequenz ist hier sehr stimmig gehalten und der Killer Bruno erzählt uns aus dem Off von seinen Morden und die Befriedigung durch diese Tötungen.
    Dieser Prolog aus dem Off gibt uns einen kleinen Einblick in die Psyche von Bruno und bildet einen gelungenen Einstieg in die Geschichte.
    Einen großen Beitrag zu der aus einem Prolog bestehenden Eröffnung leistet zweifelsohne die besonnenen Stimme von Thomas Goersch, der Bruno spielt und dessen Stimme mich etwas an die des Schauspielers und Comedian Markus Majowski erinnerte.
    Auch die optische Präsenz und die darstellerischen Leistungen von Thomas Goersch sind hier wirklich überzeugend und er verleiht seiner Rolle einen leicht abstoßenden Charme, der den Betrachter die ganze Laufzeit über bei Laune hält.
    Auch Oliver A. Sturm, in der Rolle des Karl, überzeugt auf ganzer Linie mit seinen darstellerischen Leistungen.
    Interessant hierbei ist, das die beiden Charaktere polarisieren und als Konterpart in einem perfekten Kontrast stehen.
    Während Karl viel Wert auf tägliche Rituale, Ordnung und Konstanten im Leben legt, ist Bruno das genaue Gegenteil und fröhnt genussvoll seinem Leben als Slacker, der den ganzen Tag im Bademantel umher läuft und auch gerne mal masturbierend neben seiner Schaufensterpuppe auf der Couch Zeit verstreichen lässt.

    Grade diese Gegensätzlichkeiten bei der Charakterzeichnung sind die Essenz von UNERWÜNSCHTE BESUCHER und machen den Film empfehlenswert.
    Gründliche Spießbürgerlichkeit trifft hier auf kauzige Unangepasstheit - genau dieser Aspekt hebt den Film von anderen Produktionen ab und verleiht ihm seinen speziellen Charme.
    Regisseur Björn Reichardt hatte zweifelsohne ein mehr als glückliches Händchen bei der Besetzung und hat mit Oliver Sturm und Thomas Goersch einen perfekten Cast für seinen Kurzfilm gefunden, da die beiden ihren Rollen und dem Film leben einhauchen.
    Zwar sind die Rollen etwas überzeichnet, doch bei einer grotesken, zynischen Komödie wie UNERWÜNSCHTE BESUCHER ist dies auch von Nöten um dem Endprodukt seinen eigenen Charakter zu verleihen.
    Sowohl Goersch als auch Sturm agieren hier spielfreudig und unbefangen und komplettieren das Szenario in seiner schwarzhumorigen Art.
    Hätte Reichardt auf den sonst in deutschen Komödien zelebrierten Humor der trivialen Art gesetzt, wäre der Schuss wohl nach hinten losgegangen - dem ist aber zum Glück nicht so.

    Auch vom technischen Aspekt her gibt es bei UNERWÜNSCHTE BESUCHER nichts zu bemängeln.
    Das Timing des Schnitts stimmt und bildet eine homogene Symbiose mit Kinematographie und der musikalischen Untermalung.
    Die Storyline entwickelt sich stetig weiter bis zum Finale und wird durch zotig-abstruse Dialoge aufgewertet um so den geneigten Fan die volle Länge über bei Laune zu halten.
    Auch beim Look des Films gibt es nichts zu bemängeln und Visuell spielt das ganze Szenario auf TV Film Niveau.

    UNERWÜNSCHTE BESUCHER versucht erst garnicht auf den Teils doch recht ausgetrampelten, uninspirierten Pfaden des deutschen Indie-Horror zu waldeln.
    In den knapp 20 Minuten Laufzeit verliert der Film nie seine Intention den Zuschauer auf subtil-zynische Art zu unterhalten aus den Augen.
    Dies gelingt UNERWÜNSCHTE BESUCHER auch vollends und jeder Indie-Fan dem die sonst gängigen Produktionen und Muster dröge sind, sollte sich diesen lustigen, erfrischenden und sehr unterhaltsamen Beitrag mal zu Gemüte führen.

    8 von 10 Schaufensterpuppen

    Quote

    Original von Logge1002:

    Freue mich schon riesig drauf den Film endlich zu sehen. Hammer Review Dan, was anderes bin ich von dir aber auch nicht gewohnt ;)

    Ja, schau ihn dir auf jedenfall an - hat mir wirklich gut gefallen.
    Ich hatte aufgrund von 2 Reviews in Englisch zunächst einen höheren Blutgehalt - so in Richtung FETUS - erwartet, was aber hier nicht der Fall war.
    Diese Erwartungen die nicht erfüllt wurden, konnte ERZA aber durch das Visuelle und die dichte, packende Story wieder wettmachen.

    Ich bin mir recht sicher, das deine Wertung da ähnlich ausfallen dürfte.

    Hugo Fernandez wird bald auch mit einem neuen Film am Start sein, der den Titel INZOMBNIA trägt.
    Ich muss aber sagen, das ich aufgrund des Trailers vermute das der nicht so bildgewaltig werden wird.
    Anschauen werde ich ihn mir aber bei Gelegenheit trotzdem mal.....

    Produktionsland: USA
    Produktion: Christopher Dimitrov
    Erscheinungsjahr: 2009
    Regie: Hugo Fernandez
    Drehbuch: Hugo Fenandez
    Kamera: Saro Varjabedian
    Schnitt: Jake Technique , Rinaldo
    Spezialeffekte: Hugo Fernandez
    Budget: ca. -
    Musik: Hugo Fenandez, Erza,
    Länge: 81:10 Minuten (NTSC)
    Freigabe: Unrated (US DVD von "Medicine Show Cinema")
    Darsteller: Annet Mahendru,Richard Dominguez,Adam Henry Garcia,Jennifer Hebert,Mike Irizarry,Andrea Kayda u.a


    Inhalt:
    David Cortes lebt mit seiner Frau und Tochter auf Long Island, New York wo seit den 1960gern ein Serienkiller sein Unwesen getrieben hat.
    In einem Versteckt findet David Videos und Bildmaterial voll von schrecklicher Grausamkeit, die das Mysterium das sich seinen um seinen Vater rankt untermauern.
    Es besteht die Möglichkeit das sein Erzeuger der berühmt-berüchtigte Serienkiller ist, der für das Verschwinden, die Vergewaltigung und die Ermordung unzähliger Frauen verantwortlich ist.

    Um diesen Vermutungen auf den Grund zu gehen, muss er nach Ungarn reisen um mit Lisa zu sprechen.
    Lisa - die auf den Spitznamen Erza hört - ist eine junger, attraktiver Gothic-Vamp der zu Lebzeiten eine Affäre und ganz besondere Verbindung mit Davids Vater hatte und sie scheint die einzige Person zu sein die ihm die benötigten Information geben kann.
    Wegen ihrem soziopathischem Verhalten vegetiert die vampirähnliche Femme Fatale in einer geschlossenen Anstalt in den Gemäuern einer Burg vor sich hin.

    Dr. Verenicoff , der Leiter der Anstalt, erlaubt es David unter seiner Beobachtung einige Interviews mit Erza zu führen um eventuell seine erhofften Informationen zu bekommen.
    Erza gewährt David einen tiefen Einblick in ihre Seele und er rutscht immer tiefer ein ein Netz aus Wahrheit, Manipulation, Sadismus, Folter, Mord und autoerotischer Selbstverstümmelung.

    Trailer:

    Meinung :

    Wer oder was ist Erza?

    Primär ist Erza ein weiblicher Vorname albanischer Herkunft, der aber auch im muslimischem Raum öfters Verwendung findet.
    Schaut man sich das Cover der US DVD von "Medicine Show Cinema" an - welches übrigens die einzige mediale Veröffentlichung des Films weltweit ist - macht es auf den ersten Blick den Eindruck als würde es sich um eine Musik DVD einer band handeln.
    Dies verwundert nicht, denn in unserem Fall ist Erza eine Gothic-Metal Band, die namensgebend für Hugo Fernandez Film ist.
    Fernandez selbst ist Gründer der Band und neben dem Gesang spielt der Latino auch Gitarre und Piano.
    Das erste Album von Erza trug den Titel "Fear of a faceless God" und so war es eigentlich eine logische Schlußfolgerung das auch das Regiedebüt von Fernandez den selben Titel inne haben sollte.

    Der Kurzkommentar eines Users bei Amazon zu ERZA - der sagt "Verglichen mit ERZA ist SALO - DIE 120 TAGE VON SODOM zahm" - weckt natürlich sehr hohe Erwartungen ein mehr als kontroverses Stück Film zu Gesicht zu bekommen.
    Dieses Kommentar ist definitiv übertrieben und sollte ignoriert werden, was aber nicht heißt das ERZA eine filmische Enttäuschung ist.

    Schon bei den Opening Credits merkt man das Hugo Fernandez ein Fan des Horror-Genres ist und dieses auch akribisch studiert hat.
    In diesen Credits werden von Fernandez fast 100 Jahre Horrorfilmgeschichte per Jumpcuts und Splitscreen in knapp 4 Minuten gepackt - Szenen aus Klassikern wie PHANTOM DER OPER, BLOOD FEAST, EIN ANDALUSISCHER HUND, NIGHT OF THE LIVING DEAD, NOSFERATU oder auch DAS KABINETT DES DR. CALIGARI geben sich hier die Klinke in die Hand und sorgen für einen stimmigen Einstieg in den Film.


    Nach dieser transgressiven Sequenz mit leicht berauschender Wirkung die von der musikalischen Untermalung der Band "Erza" unterstrichen wird offenbart sich dem Zuschauer ein wirklich gelungener Indie-Film.
    Fernandez hat einen eigenständigen Film geschaffen, der sich verschiedener Stilelemente bedient.
    Primär kann ERZA dem Serienkiller / True Crime Genre zugerechnet werden und basiert sogar auf wahren Ereignissen.
    Die Aussage "Based on True Events" wird im Horror-Genre ja gerne genutzt und in den meisten Fällen handelt es sich schlichtweg um eine Lüge, die lediglich dazu um das Interesse der Fans zu wecken.
    Im diesem Fall handelt es sich aber wirklich um wahre Begebenheiten!
    Der als "Gilgo Killer" oder auch "Gilgo Beach Killer" bekannte Mörder hat in einem Zeitraum von 15 Jahren zwischen 10 und 14 Menschen ermordet und seine Identität ist selbst heute nicht nachzuweisen.
    Als ERZA eine Veröffentlichung erfuhr, hatte er übrigens einen schweren Start und viele Leute verurteilten den Film im Vorfeld.
    Zu diesem Zeitpunkt versetzte nämlich der "Craigslist Killer" die Bewohner von Long Island durch seine Morde in Angst und Schrecken, was ERZA einen leicht kontorversen Beigeschmack verleiht.

    Beim Lesen hört sich dies nun zunächst an, als würde ERZA eine Serienkillerbiographie darstellen, doch dies trifft nicht zu.
    Fernandez wurde von der ungeklärte Mordserie inspiriert und hat dem Serienkiller Psychogramm noch Elemente des klassischen Horrorfilms, der subtilen Gruselschocker und des Torture Porns beigemischt und serviert hier eine zweifelsohne gelungene Melange.

    Gedreht wurde der ganze Film mit einer Digi HD Kamera , was wohl die Nicht-Fans von Amateurfilmen erst mal skeptisch stimmen dürfte - doch hier kann entwarnt werden.
    Keine Minute sieht man ERZA sein Filmmaterial oder das niedrige Budget an - optisch wirkt das ganze in seinen grobkörnigen, kalten Bildern eher an die Horrorfilme der späten 70ger und frühen 80ger.

    Wer hier einen blutrünstigen Genre-Film erwartet, der möglichst viele Morde aneinander reiht, dürfte eine Enttäuschung erfahren - auch wenn es doch einige blutig-brutale Detailaufnahme zu bewundern gibt.
    Szenen wie Masturbation zu Snuffvideos in Verbindung mit Selbstverstümmelung oder der Einsatz von Zangen an Fußnägeln stehen hier selbstredend für die im Film vorkommenden Brutalitäten.
    Diese sind aber zu keiner Zeit selbstzweckhaft und dienen lediglich dazu die Thematik des Films zu unterstreichen und in einen interessanten Kontext zu stellen.

    Primär wird der Fokus hier auf die Geschichte gerichtet, die wirklich überzeugen kann.
    Dabei muss aber gesagt werden, das einige Zuschauer mit der Narrativität von ERZA eventuell Probleme haben könnten.
    Den Film einfach mal nebenher zu schauen und ihm nicht seine volle Aufmerksamkeit zu widmen funktioniert nicht - es sollte sich schon auf das Geschehen eingelassen werden, welches das Potenzial hat den Betrachter in seinen Bann zu ziehen.
    Zudem sollte man sich drauf einstellen, das es hier einige Zeit dauert bis die Story in die Gänge kommt - ungeduldige Zuschauer werden hier auf die Probe gestellt und gegebenenfalls scheitern sie auch an ERZA.
    Die kalte, trostlose Optik des Films etabliert sich schon ziemlich früh und wird mit fortschreitender Laufzeit immer intensiver.

    Auf technischer Ebene gibt es bei ERZA sehr wenig zu kritisieren, lediglich eine etwas bessere Ausleuchtung der Locations wäre in einigen Szenen wünschenswert gewesen.
    Die Kinematographie ist hier mehr als lobenswert - schnelle Jumpcuts stehen hier im Kontrast mit schier endlosen Kamerafahrten über Korridore, die an die technische Akribie eines Dario Argento erinnern.

    Dies verleiht ERZA eine klaustrophobisch-beängstigende Atmosphäre die bei den meisten großen Anklang finden dürfte und auch ein unbehagenes Gefühl auslöst.
    Ein experimenteller Touch ist hier auch nicht zu leugnen, der Erinnerungen and die Midnight Movies der 70ger weckt und dem Visuellen durch den Einsatz von Filtern noch den letzten Schliff gibt und perfekt abrundet.
    Visuelle Zitate sind bei ERZA auch nicht selten und die Affinität zum klassischem Horrorfilm ist
    nicht zu leugnen - merklich ist dies z.B. in einer Szene die eine direkte Neuinterpretation der "Wandschatten" Szene aus Murnaus NOSFERATU ist.
    Akustisch wird ganze Szenario durch Gothic-Metal, Metalcore und schauerhaften, makabren Instrumentalklängen komplettiert, die den Film zu einem audiovisuellem Erlebnis machen.
    Während des Films werden auch immer wieder Texttafeln mit Zitaten von echten Killern wie "Ed Gein", "Henry Lee Lucas", "Albert Fish", "Richard Angelo" oder "Peter Kürten" eingeblendet, welche die Essenz von ERZA sehr begünstigt.

    Zusätzlich vermute ich stark, das der Charakter der Lisa (aka Erza) an die Gräfin Bathory angelehnt ist.
    Eine Bestättigung für meine Vermutung dürfte die Tatsache sein das der ungarische Name der Gräfin "Erzsabet Bathory" lautet und es ist ja auch nachgewiesen das die meisten Opfer von Serienmorden auf das Konto der Blutgräfin gehen.
    Auch die Szene im Film in der Lisa aka Erza sich ihr Gesicht mit Blut wäscht und ihre Andeutungen das sie dadurch eine Verjüngung erfährt, dürfte meine Theorie unterstreichen.

    Auch beindruckend ist die Tatsache, das der Film im wesentlichen von grade mal 3 Darstellern - David, Erza und Dr. Verenicoff - getragen wird.
    Zwar sieht man zwischendurch immer wieder Szenen des Killers und der Opfer, aber diese sind sekundärer Natur.
    Alle Akteure in ERZA machen ihren Job sehr überzeugend und nicht im geringsten macht sich das Gefühl breit, das hier talentfreie Diletanten am Werk sind.

    Wie schon bei den Darstellern, wurden auch die Locations auf ein Minimum reduziert und die ganze Zeit über ist das Szenario in der heruntergekommen Anstallt in Ungarn angesiedelt - wenn man von den Szenen in Papas Folterschuppen und denen im Park mal absieht.
    Dieser Aspekt stellt zum Glück kein Manko dar, da bei der Auswahl der Sets eine glückliche Hand vorhanden war.
    Grade die Anstalt - welche wie das Schloß eine Vampirfürsten anmutet - versprüht einen Gothic-Horror Flair der an die Filme von Mario Bava oder auch die Hammer Produktionen erinnert.


    Wer einen Faible für andersartige, experimentelle, bedrohliche und leicht verstörende Indie-Filme hat, kommt hier voll auf seine Kosten und ERZA dürfte einen besonderen Stellenwert einnehmen.
    Hugo Fernandez ERZA reiht sich neben Eric Stanze (ICE FROM THE SUN), Curt McDowell (THUNDERCRACK!), John R. Hand (FRANKENSTEINS BLOODY NIGHTMARE), John Albo (FLEXING WITH MONTY) und Nathan Wrann (BURNING INSIDE) nahtlos in die Liste der bildgewaltigen, beindruckenden Kleinode des Indie-Films ein.

    Ich muss aber leider noch anmerken, das die weltweit einzige DVD Veröffentlichung von "Medicine Show Cinema" leider OOP ist und nicht grade leicht zu erwerben.
    Das letzte Angebot, das ich sah war bei Amazon bei unseren Nachbarn in Frankreich und hatte den stolzen Preis von 50€.

    8,5 von 10 gezogenen Fußnägeln

    Inhalt:
    Schönheit ist ja bekanntlich vergänglich, was auch Ruth Warren am eigenem Leib erfahren muss.
    Seit über 20 Jahren hat die alternde Filmdiva keine Rolle mehr angeboten bekommen und sie würde alles dafür geben wieder so jung und knackig zu sein wie sie es einst war.
    Da Ruth aber über ansehnliche finanzielle Reserven verfügt, kann sie es sich leisten den Wissenschaftler Dr. Gregory Ashton zu engagieren.

    Dieser arbeitet mit großem Engagment an einem Serum welches den Alterungsprozess verlangsamen und die ersehnte Schönheit vergangener Zeiten zurück bringen soll.
    Erste Test an Mäusen brachten nicht das erwünschte Resultat, doch Ashton gibt nicht auf die richtige Formel zu finden.
    Da Ruth aber nicht mehr länger warten möchte verleiht sie etwas Nachdruck und droht damit dem Wissenschaftler den Geldhahn zuzudrehen.

    Der Doktor gibt nach, wendet das Serum an der Diva an und das Experiment trägt Früchte.
    Ruth ist wieder jung und erfreut sich des Lebens in vollen Zügen.
    Doch leider tretten schon bald die ersten Nebenwirkungen ein und Ruth mutiert zu einem Monster.
    Dieser Effekt tritt ein wenn kein Nachschub des Serums - welches aus menschlichen Hirnzellen besteht - gewährleistet ist.
    Da Doktor Ashton mit der Produktion aus den Gehirnen von Verstorbenen nicht nachkommt, nimmt Ruth es einfach selbst in die Hand für den Nachschub zu sorgen - mit verheerenden Folgen......

    Trailer :

    Meinung :
    Der recht unbekannte Regisseur Brian Thomas Jones lieferte im Jahr 1988 mit REJUVENATOR sein Spielfilmdebüt ab, nachdem er im Vorjahr eine Episode für TALES FROM THE DARKSIDE inszenierte.
    Bei REJUVENATOR merkt man sichtlich, das sein Debüt vom Stuart Gordons Splatterklassiker RE-ANIMATOR inspiriert wurde.
    Die größte Parallele ist hier natürlich das Serum, welches in REJUVENATOR zum Einsatz kommt - auch wenn der Effekt der Substanz sich hier von der in RE-ANIMATOR unterscheidet.
    Anstatt die Toten zu neuem Leben zu erwecken, wird hier dem Alterungsprozess entgegengewirkt - es wäre ja auch zu dreist wenn man die Auswirkung der Substanz 1:1 kopiert hätte.
    Neben Stuart Gordons Film musste aber auch noch ein anderer Film als Inspirationsquelle herhalten, der REJUVENATOR in Sachen Story noch viel näher steht.
    Bei diesem Film handelt es sich um Roger Corman/Jack Hill Produktion DIE WESPENFRAU aus dem Jahr 1959.
    Auch in DIE WESPENFRAU geht es nämlich um eine alternde Diva - in diesem Fall ein Model - welches sich einer Verjüngungskur unterzieht, die mit verheerenden Nebenwirkungen daherkommt.
    Zwar zieht REJUVENATOR im Vergleich mit den beiden Vorbildern den kürzeren, bietet dem Fan von B-Horror aber trotzdem solide Unterhaltung im 80ger Retrogewand.

    Bei der Inhaltsangabe dürfte sich jedem eröffnen, das REJUVENATOR keine Innovationspreis für seinen Plot bekommen wird.
    Dabei ist die Grundthematik an sich gar nicht mal so uninteressant, da hier der permanente Wahn nach Schönheit der auch heute noch aktuell ist, angeprangert wird.
    Leider wird aber das vorhandene Potenzial etwas verschenkt, denn aus REJUVENATOR hätte eine tolle Satire mit zynischem Unterton werden können.
    Ein anderes, kleines Manko stellt die Art der Inszenierung dar, da in den ersten 25-30 Minuten nicht viel passiert und sich der Plot eher gemächlich entfaltet.
    Ist diese anfängliche Durststrecke aber erst mal überwunden, wird der Genre-Fan für seine Geduld entlohnt und grade im letzten Drittel wird tief in die Kiste der handgemachten FX gegriffen.

    Das diese Spezialeffekte überzeugen verwundert nicht, den der hier verantwortliche Ed French ist kein unbekannter Name.
    Unter anderem hat French sich durch Filme wie EXTERMINATOR 2, KILLER-ALIEN, THE STUFF, NECROPOLIS, MUTANT HUNT, CREEPSHOW 2, HEXENHAUS, PENTAGRAMM - DIE MACHT DES BÖSEN oder auch MIDNIGHT MEAT TRAIN einen Namen als versierter FX-Künstler etablieren können.
    Seine Arbeit in REJUVENATOR überzeugt durch schleimig-blutigen Details, die am besten mit denen aus NECROPOLIS oder KILLER-ALIEN zu vergleichen sind.
    Pauschal gesehen gibt es auf technischer Eben bei REJUVENATOR nicht viel zu bemängeln.
    Bei der Kinematographie hat James McCalmont (VOODOO BLOOD) solide Arbeit geleistet, die sich mit anderen B-Movies aus dieser Dekade ohne messen kann.
    Untermalt wird das ganze duch den Score von Larry Juris (VOODOO BLOOD, DIE ZUNGE DES TODES, UNDERGROUND TERROR), der dem Film eine subtile und leicht bedrohliche Atmosphäre verleiht.
    Interessant dürfte hierbei sein, das Juris 1 Jahr später den Score zu UNDERGROUND TERROR komponierte, bei dem McCalmont für die Regie verantwortlich war.

    Bei den Dialogen merkt man, das der/die Schreiber sich Gedanken gemacht hat und diese sprühen mehr als nur einmal vor Wortwitz.
    Auch bei den Darstellern gibt es keinen wirklichen Anlass zur Kritik und besonders Jessica Dublin überzeugt hier durch ihre Leistungen.
    Dublin dürfte dem Fan von Horror, Exploitation und Trash durchaus kein unbekanntes Gesicht sein - neben einigen Troma Filmen (TOXIC AVENGER 2 & 3, TROMAS WAR) dürfte sie den meisten aus DIE TEUFLISCHEN DER INSEL, DER MAFIA BOSS, SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL oder VIER FÄUSTE FÜR EIN HALLELUJAH bekannt sein.

    Wirklich positiv fällt hier die Charakterzeichnung auf, da sich die Zeit genommen wird die Protagonisten dem Zuschauer näher zu bringen und sympathisch zu machen - auch wenn ihre Taten nicht legitim sind.
    Grade für die alternde Diva in ihrer tragischen und verzweifelten Suche nach erneuter Bewunderung und Anerkennung löst beim Zuschauer Mitgefühl aus.

    Zwar ist REJUVENATOR kein Meilenstein im Bereich des 80ger Horror, doch wer sich für Filme aus dieser Deakde interessiert und mit den Produktionen aus dem Hause "Full Moon" anfreunden kann kommt auch hier auf seine Kosten.

    6 von 10 Filmdiven

    Zur DVD :
    Nach der Jubiläums Veröffentlichung mit der #100 aus der "Trash Collection" von CMV wird nicht lange gezögert und das Label von Andreas Strassmann legt mit REJUVENATOR direkt noch einen nach.
    Fans von Spät-80ger Horror dürften auf diesen Titel gewartet haben und endlich haben wir auch hier eine VÖ vorliegen, die überzeugen kann.
    Nachdem REJUVENATOR damals auf VHS und auch bei seiner Pay TV Ausstrahlung leider zensiert war, wird der Film auf DVD Uncut präsentiert.
    Zwar hielten sich die Zensurschnitte damals in Grenzen (3 Szenen mit einer Laufzeit von 18 Sekunden), doch wenn möchte man den Film ja schon in seiner vollständigen Fassung sehen.
    Auch hier wird der Film wieder in einer kleinen Hartbox mit 2 verschiedenen Covern angeboten, wie es der Fan gewohnt ist.
    Qualitativ kann sich diese VÖ auch sehen lassen, auch wenn HD Freunde eventuell hier einen Grund zur Kritik sehen könnten.
    Im Bildformat 1,33:1 wird REJUVENATOR ins wirklich akzeptabler Bildqualität präsentiert und es wurde hier wohl das bestmögliche aus dem Master rausgeholt.
    Beim Ton hat man die Wahl zwischen der deutschen Synchro und dem englischem O-Ton, welche beide in Dolby Digital 2.0 Stereo vorliegen.
    Der Ton ist recht dynamisch, gut verständlich und stellt den Sammler und Fan zufrieden.
    Bei den Extras muss man einige Abstriche machen, da hier bis auf einige Trailer nichts geboten wird.

    Sammler der Trash Collection und Freunde des gediegenen Horrors mit Retrofaktor können auch hier wieder getrost zugreifen!

    Die Firma Pig Farmer Games hat ein Spiel zu John Carpenters Kult-Slasher "Halloween" programmiert & veröffentlicht.
    Die einzige Spieladaption die "Halloween" erfahren hat, war damals auf dem Atari.
    Umso erfreulicher ist es, das Pig Farmer Games dem Fan der Filme nun eine erneute Spieladaption bietet.
    Zwar ist es grafisch nicht auf neustem Standard (wohl am ehesten mit der Grafik der Playstation 1 Spiele zu vergleichen), aber der Grundtenor des Films wurde hier bestens eingefangen.
    Das Spiel gibt es für den PC (Windows) und für den Mac.

    Und das beste kommt zum Schluß :
    Das Spiel gibt es legal völlig gratis als Download!

    Pig Farmer Games Halloween Game Download

    Quote

    Original von bossbitchOla:

    Ich muss sagen es kommen weniger Schnitte vor als ich zuvor annahm, trotzdem sind besonders blutigen Szenen raus.

    Na, ich finde 16 Zensurschnite mit einer Laufzeit von mehr als 8 Minuten sind doch schon recht viel.... :)

    Quote

    Original von tom bomb:

    Gebe ich dir natürlich Recht, Hanger ist für mich auch eine Ausnahme.
    Mit Sickle ist ein Vergleich auch gänzlich unsinnig wie du sehen wirst.

    Klar, ich hatte auch nicht gedacht das "Sickle" und "Hanger" in die gleiche Kerbe hauen.
    Ich hatte "Hanger" und "Live Feed" ja lediglich genannt, weil ja schlechte deutsche Synchros angesprochen wurden.

    Quote

    Original von tom bomb:

    Hanger punktet aber zumindest mit enormen Abartigkeiten.

    Das schon...
    Aber bringt mir gar nichts, wenn die dt. Synchro so schlecht ist, das mir schon fast Blut aus den Ohren läuft weil es so schmerzt :)

    Und bei der SE von Shock im Amaray, war der O-Ton ja nicht drauf........

    Bin mal gespannt auf "Sickle" und die Review DVD liegt schon hier zum rezensieren.
    Ich überlege ihn direkt im O-Ton zu schaue, da die deutsche Synchro ja zum Großteil kritisiert wurde.
    Auf der anderen Seite habe ich schon Synchros gehört (wie bei Live Feed oder Hanger) die auf keine Kuhhaut gehen und im negativem Sinne wohl kaum zu toppen sind.

    Review von mir wird folgen.....

    Quote

    Original von Salvage:


    Aber i-wie werde ich nicht schlau draus. Hab auf !Add to card" geklickt und weiter bin ich nicht gekommen.
    Müßte ich denn nicht schon bezahlen? Ich sehe nix von "Warenkorb".
    Helft mir mal bitte weiter :0:

    Wenn du die Bestellung abschickts, bekommst du eine Email mit den Kontodaten und dann einfach das geld überweisen.
    Du bekommst dann eine individuelle Rechnungsnummer, die du bei der Überweisung angibst.

    Story :

    Bei einem Spaziergang im Wald findet ein Mann eine Frauenleiche.
    Für den Bruchteil einer Sekunde überlegt er die Polizei zu rufen, doch eine dunkle Obsession die tief in ihm schlummert bewegt ihn dazu die Leiche mit zu nehmen.
    Zuhause vergeht er sich sexuell an der Verstorbenen um seine sexuellen Gelüste zu befriedigen.

    Durch diesen sexuellen Akt mit der Toten versucht der Namenlose Macht und Dominanz zurück zu erlangen - Macht die ihm seither im Leben verwährt blieb.
    Seitdem seine Freundin mit ihm Schluß machte ist sein Leben ein einziger Trümmerhaufer.
    Auch in der Beziehung fand er kein Glück, da diese nur auf Verachtung, Demütigung und sexueller Befriedigung basierte.

    Durch die Rache an seiner Ex verspricht sich der Namenlose endlich wieder ein "normales" Leben frei von Unterwürfigkeit führen zu können und er hat auch schon einen Plan geschmiedet......

    Bewertung :


    Neben Pädophilie, Inzest und Zoophilie ist Nekrophilie eines der großen Tabuthemen und mir persönlich ist kein demografischer Kulturkreis bekannt in der eine sexuelle Liebesbeziehung zu Verstorbenen toleriert wird.
    Auch auf cineastischer Ebene gibt es nicht wirklich viele Filme die sich diesem brisantem Thema annehmen und die einzigen Titel die mir direkt in den Sinn kommen sind NEKROMANTIK 1 & 2, AFTERMATH, THE AFTERMAN, MOSQUITO DER SCHÄNDER oder auch LUCKER THE NECROPHAGUS.
    Auch CLERKS von Kevin Smith und VISITOR Q von Takashi Miike schneiden die Liebe zu und mit Toten zwar an, doch im Vergleich zu den eben genannten auf eine überzogene, satirische und humoristische Art und Weise.
    Schon am Titel NECROPHILE PASSION lässt sich bereits erkennen, das sich auch Regisseur Tom Heidenberg bei seinem Einstand als Regisseur diesem heiklem Thema angenommen hat.
    Wird ein solches Thema ernsthaft angegangen, was Heidenberg letztendlich auch tut, liegt es auf der Hand das es sich bei NECROPHILE PASSION um einen Indie-Film handelt der polarisieren wird.

    Aufgrund des provokantem Coverartworks dürfte der ein oder andere schon auf NECROPHILE PASSION aufmerksam geworden sein.
    Durch diesens besagte Cover und auch aufgrund des Trailers und der Inhaltsangabe zum Film wird sich bei den meisten eine Assoziation zu Jörg Buttgereits Indie-Art Klassikern NEKROMANTIK 1 & 2 zwangsläufig einstellen.
    Auch wenn sich der Grundtenor von NECROPHILE PASSION dem von Buttgereits Arbeiten ein wenig ähnelt, ist Heidenbergs Debüt aber alles andere als ein uninspirierter Abklatsch.


    Während es in den beiden NEKROMANTIK Filmen doch Primär um die Liebe, sexuelle Anziehung und Kopulation mit einer Leiche geht, ist dies in NECROPHILE PASSION eher sekundärer Natur.
    Hier dient die sexuelle Interaktion mit einem Leichnam nämlich nicht zur reinen Befriedigung, sondern steht symbolisch für das zurückgewinnen von Macht und der Befreiung aus der Unterwürfigkeit.
    Der männliche Protagonist im Film befand sich nämlich in einer Beziehung, in der ihm der devote Part zugeordnet war.
    Neben dem verbalem Missbrauch, sieht sich dieser auch mit handfester Gewalt konfrontiert, die ihm erst zu dem desillusioniertem und gebrochenem Menschen machte, den er nun verkörpert.

    Wer jetzt aber eine sinnlose Aneinanderreihung von Gore FX und Leichenschändungen erwartet, liegt hier vollkommen falsch.
    Auch wenn es hier einige derbe FX zu sehen gibt, richtet NECROPHILE PASSION den Fokus mehr auf den Hauptdarsteller und eine intensive Charakterstudie offenbart sich dem Zuschauer.
    Dieser Hauptcharakter wird von Günther Brandl gespielt und dieser liefert eine sehr authentische Performance eines kranken und desillusionierten Mannes.
    Schon in seiner Jugend wurde dieser durch die Verachtung seines Umfelds ihm gegenüber geprägt und zu dem gemacht was er heute darstellt - eine lebensverachtende, lethargische Persönlichkeit, die durch Rache an den Peinigern und der Schändung von Leichen seine Macht und Kontrolle über seine Leben zurückgewinnen möchte.
    Auch Eldrid Remy, die als die Ex-Freundin vor der Kamera agiert und den weiblichen Konterpart des Leichenschänders darstellt, kann wirklich überzeugen - durch ihre eiskalte und dominant-destruktive Art entwickelt sich beim Zuschauer schnell eine Antipathie für sich, selbst wenn keine Identifikation mit dem männlichen Part stattfindet.
    Lediglich die Aktrice die in den Rückblenden die Mutter des Nekrophilen spielt, hat einen leichten Hang zum Overacting und hier wäre etwas weniger mehr gewesen.
    Da diese aber eine recht kurze On-Screen Zeit hat, kann über dieses Manko hinweg gesehen werden.
    Im Endeffekte handelt es sich um ein nekrophiles Kammerspiel, welches von grade mal zwei Schauspielern getragen wird, und diese überzeugen auf ganzer Linie.

    Nicht nur bei der Größe des Ensemble, sondern auch bei der Auswahl der Sets ist diese "Limitierung" zu verzeichnen.
    Grade mal zwei verschiedenen Kulissen - ein Waldstück und die Wohnung des Mannes - kamen zum Einsatz und dies genügt auch vollkommen.
    Die Wohnung in ihrer spartanischen Einrichtung verleiht dem Hauptprotagonisten noch einmal mehr Tiefe - diese steht hier nämlich symbolisch für die innerliche Leere des Mannes und sein tristes Leben wirkt dadurch noch authentischer.

    Ein anderes wichtiges Element von NECROPHILE PASSION ist hier der von René Bidmon komponierte Score, der neben orchestralen Klängen auch Stücke präsentiert die am besten dem Industrial-Gothic zuzuschreiben sind.
    In ihrer depressiv-düsteren Art unterstreichen diese in wuchtigem Sound perfekt den Grundtenor des Films und ermöglichen es NECROPHILE PASSION seine von Verachtung geprägte morbid-grausame Art vollends zu entfalten.

    Kinematographisch gibt NECROPHILE PASSION keinen Grund zu Beanstandungen und Regisseur Tom Heidenberg war sich zweifelsohne im Klaren wie sein Debüt visuell aussehen sollte um die angestrebte Wirkung beim Publikum zu erzielen.
    Die Rückblenden werden in grobkörnigen S/W Bildern präsentiert, welche beim Zuschauer das gleiche Gefühl von Schmerz, Demütigung und Zorn auslösen, wie es beim Hauptprotagonisten der Fall ist.
    Insgesamt ist das Kolorit bei NECROPHILE PASSION sehr blass gehalten, was wiederum erneut die Tristesse manifestiert und symbolisiert.

    Auch wenn die FX sekundärer Natur sind, wurden diese nicht stiefmütterlich behandelt und so gibt es einige blutige und verweste Schauwerte zu bewundern.
    Diese wurden durch die Bank weg mit viel Detailverliebheit und Akribie inszeniert, damit sich vor dem Zuschauer die gesamte Collage aus Hass, Wut, Gewalt, Sex, Demütigung, Tot, Lethargie, Depression, Liebe und Verachtung entfalten kann - was sie letztendlich auch in ihrer vollen Pracht und Wucht tut.

    Die Story mag sich auf den ersten Blick zwar recht dünn anhören, doch als essenzieller Aufhänger reicht diese vollkommen aus um den Grundtenor des Films zu transportieren.
    NECROPHILE PASSION als minimalistischen und leicht experimentellen Film mit transgressiver, traumatischer, verstörender und provozierender Wirkung zu beschreiben ist nicht zu weit hergeholt.
    Das sich aufgrund der Thematik die Geister an diesem Werk scheiden werden liegt auf der Hand und zartbesaitete Filmfans dürfte mitunter in eine angeekelte Schockstare verfallen.

    Filme, die eine ähnliche Wirkung erzielen wie NECROPHILE PASSION kann man fast an einer Hand abzählen und Tom Heidenberg hat hier zweifelsohne eine Ausnahmewerk erschaffen.

    9 von 10 Frauenleichen

    Quote

    Original von Dr.Gore:

    Das Interview hat mir sehr gut gefallen. Ich fand, dass er ganz sympathisch rüberkam.

    Mir ist aufgefallen, das er einigen meiner Fragen geschickt ausgewichen ist.
    Wenn ich mit Matt über Facebook gechattet hatte, war er auch immer recht nett.
    Eventuell will er seiner Person ja auch eine etwas mystische Aura verleihen und ist deshalb so wortkarg......
    mMn lobt er seinen eigenen Film aber sehr in den Himmel, und Eigenlob stinkt ja bekanntlich.
    Dies heißt aber nicht, das es TOK zu einem schlechten Film macht - mir hat er in seiner blutigen, nihilistischen Art gut gefallen & ist zweifelsohne ein würdiger Vertretter unter den neuen Slashern.

    Quote

    Original von Juffahenning:

    Mit Arrogant meine ich größtenteils das drumherum. Gleich Merch und so nen Kram anzubieten und seinen Film so hart zu feiern find ich etwas fragwürdig

    Ich kann diese Aussage von dir nachvollziehen.
    Ich hatte mit dem Regisseur Matt Farnsworth für mein Forum ein exklusives Interview geführt und mir - sowie auch anderen Leuten die es gelesen - hatten kam Matt ein wenig arrogant rüber.
    Kann sein das dies alles nur geschickte PR ist oder Matt sich allgemein eher wortkarg verhält , aber ein bissl mehr nähe zu den Fans wäre angebracht.
    Schließlich machen die Fans einen Film ja erst erfolgreich und diesen sollte der nötige Respekt ohne jegliche Hochmut entgegen gebracht werden.
    Ihr könnt euch ja auch selbst mal einen Eindruck davon verschaffen und das Interview - welches ich komplett Deutsch übersetzt habe - mal durchlesen.