Produktionsland: USA
Produktion: Avi Arad, Kyla Kraman, Stan Lee, Matthew Tolmach, Laura Ziskin
Erscheinungsjahr: 2012
Regie: Marc Webb
Drehbuch: Steve Ditko, Stan Lee, James Vanderbilt
Kamera: John Schwartzman
Schnitt: Alan Edward Bell, Pietro Scalia
Spezialeffekte: Roland Blancaflor, Mark Noel
Budget: ca. 215.000.000$
Musik: James Horner
Länge: ca. 136 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Emma Stone, Andrew Garfield, Martin Sheen, Rhys Ifans, Philip Seymour, Sally Field, C. Thomas Howell, Irrfan Khan, Denis Leary, Julianne Nicholson, Campbell Scott, Chris Zylka, Annie Parisse, Miles Elliot, Charlie DePew, Leif Gantvoort
Inhalt:
Peter Parker ist ein Außenseiter, der als kleiner Junge von seinen Eltern verlassen worden ist und seitdem von seinem Onkel Ben und Tante May aufgezogen wird. Wie die meisten Teenager, versucht Peter herauszufinden, wer er ist und wie er zu der Person geworden ist, die er heute ist. Außerdem findet er seine erste High School Liebe, Gwen Stacy. Gemeinsam kämpfen die beiden um Liebe, Hingabe und Geheimnisse. Als Peter einen mysteriösen Aktenkoffer entdeckt, der einst seinem Vater gehört hat, fängt er damit an, Nachforschungen anzustellen, weil er verstehen will, warum seine Eltern damals so plötzlich verschwunden sind. Seine Recherchen führen ihn direkt zu Oscorp und dem Labor von Dr. Curt Connors, dem ehemaligen Partner seines Vaters. Nachdem Spider-Man sich auf einen Kollisionskurs mit Connors Alter Ego The Lizard begeben hat, muss Peter einige lebensverändernde Entscheidungen treffen, wie er seine Kräfte einsetzt. Und er formt sein Schicksal, ein Held zu sein.
Trailer:
Kinostart in Deutschland: 03.07.2012[
Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 08.11.2012
Kritik von Dr.Doom:
Sam Raimi schaffte 2002 in Grunde erst mit dem 2.Teil seiner Trilogy einen halbwegs annehmbaren Spiderman-Film aus dem Boden zustampfen, aber nur weil er sich für seine Fortsetzung auf das wesendliche konzentrierte, einfach mit Action und Humor zu unterhalten und den Held Anerkennung zu bringen und das zu kitschige des Erstlings etwas zu verstecken. Allerdings ist die Geschichte der ganzen Trilogy nicht richtig überzeugend gewesen, sondern war nur oberflächlich gezeichnet.
Amazing Spider-Man sollte für Raimi ein neuer Anlauf werden, er sprang aber vor dem Dreh noch ab und es wurde mit Marc Webb ein Videoclip Regisseur verpflichtet, der zuvor unter anderem für Green Day und 3 Doors Down Clips zusammenstellte. Das Sagen hatte dabei natürlich mehr das Produzenten Team der Raimi Spiderman Reihe, Iron Man und The Avengers.
Der Stift Max Charles läutet als Peter Parker den Vorspann ein, wo unser zukünftiger Held kurz als Kind angerissen wird, ein süßer Fatzke mit TV Erfahrung, wo aber nicht richtig geklärt wird, was mit dem Vater im Vorspann nun los ist und plötzlich ist der Junge schon im Teenageralter und wird geärgert von den Klassenkameraden, aber warum bloß? Immerhin ist der Film soweit aber immer mal witzig. Der neue Spidermanfilm ist zumindest ersichtlich bemüht den Charakteren Tiefe zu verleihen, dass dies nicht vollständig gelingt liegt auch weniger am Regisseur, sondern mehr an der schwachen Besetzung von Andrew Garfield, dem in den emotionalen Momenten die Gesichtsmimiken völlig entgleiten. Andrew Garfield macht auf mich sogar einen regelrecht stetig nervösen Eindruck, was nicht durchweg mit seiner Rolle zu erklären ist. Er ist der Kaputzenjunge mit stetigem Smartphone Kontakt, der zumindest die aktuell weicher gewordene Jugend anspricht. Wohl gemerkt das die Vorlage des Peter Parker auch erst schüchtern ist und der Charakter des Peter Parker hier so in etwa rüber kommt wie es sein sollte und es wirkt nicht so ktischig und glatt wie Raimi es mit Tobey Maguire zeichnete. Ein besserer Schauspieler ist Garfield sicher nicht, wobei er optisch wohl trotzdem besser in die Rolle passt, ihm fehlen vor allem der emotionale Ausdruck im Gesicht und als Spiderman dann die rebellische Coolnis und die Sprüche am Stück. Dafür gibt es auch Sprüche wie „man war das krass“ statt „man war das knapp“ bei einer Szene wo Spiderman nahe am ertrinken war. Bezeichnend für den ganzen Film der heftigste Spruch, vorgetragen vom Bösewicht: „Armer Peter Parker, keine Mutter, kein Vater, kein Onkel, ganz allein“ ..Heul und schluchtz, die Tante und Freundin hat man leider dabei vergessen zu erwähnen, die hat er ja noch als Halt. Das kann aber immer noch kommen in Zukunft, da die Charakterzeichnung soweit stimmt. Szenen wie Parker der mit dem Skateboard durch die Schule fährt wirken zwar flott, allerdings ist Andrew Garfield alles andere als ein rebellischer Jugendlicher, der gerne bei seinen Klassenkameraden aneckt, sondern eher genau der selbe blasse Typ wie Thomas Müller unser Nationalspieler, mit dem Garfield (was für ein Name :D) optisch auch Ähnlichkeiten aufweist, so gesehen wirken auch die Skatebordszenen nicht mal ansatzweise so mitreißend, wie bei einem Michael J. Fox bei Zurück in die Zukunft, da er nicht mal ansatzweise frech und somit interessant wirkt.
Die Erziehungsberechtigten von Peter Parker sind zu weich. Die schreckliche Emma Stone, hier im Schokoladenhaus geboren, wirkt wie eine spießige Göre, die lieber im Anzug essen mag als natürlich zu sein. Als Augenschmaus kann man sie nun wirklich nicht bezeichnen, da war sogar Kirsten Dunst zuvor noch attraktiver.
Suchprogramme wie „Bing“ im Internet und Smartphones bekommen also eine größere Bedeutung, wo Spidy mit dem Smartphone spielt um sich die Zeit zu vertreiben und die Leute zücken auch schnell das Handy um einen Schnappschuss zu ergattern, auch Facebook wird hier erwähnt. Somit Spiderman auf die junge Generation oder eher Masse sehr gut abgestimmt ist.
Kommen wir zum Bösewicht. Das Monster ist ein mutiertes Menschen-Reptil, witzig wenn es mal sein Schwänzchen verliert und dieses nachmutiert. Die Verwandlungsszenen sehen ok aus, also die Computereffekte sind allerdings ganz schön ersichtlich. Technisch hat der Film zumindest etwas zu bieten, wie Schwinger um die Hochhäuser, dabei kommt auch das Spidermanfeeling am besten auf, viel Action sollte trotzdem erst im letzten Drittel erwartet werden, für einen 1.Teil der Reihe ok, denn die Charakterintensivierung steht natürlich zunächst auf dem Programm. Längen hat der Film eigentlich nicht, auch wenn es noch etwas packender hätte sein können.
Bei Sam Raimis Spiderman waren die Charaktere kitschig, die Kulisse bunt, hier ist die Kulisse kalt (mehr Computer lastig) und düsterer. Die Charaktere zu lieb und schüchtern, aber auch ein Spiegelbild der heutigen Jugend.
Für den Jünger von Heute der beste Spiderman (Comic, Verfilmung, Animation), da er sich vor allem mit den Charakteren identifizieren kann. Piep, Piep, Piep, ich liebe dich und ja wir haben dich alle sehr lieb.. Piep, Piep. Allerdings ist die Geschichte auch durchaus unterhaltsam und der Style des Films nicht so Soap mäßig glatt wie unter Raimi kommt er einem Comic nahe, auch wenn die Computereffekte nicht zeitlos sind, bei den Hochausschwingern kommt aber gutes Spidermanfeeling auf. Emotional hat der Film seine Momente, was auch ganz wichtig ist für eine Entstehungsgesichte, im Vergleich zum sehr blassen Captain America ist der Start bei aller Kritik hier durchaus gelungen und besser als die komplette Raimi Trilogy.
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(Edit.: 24.04.2014 / Film von 3 auf 6 Punkte aufgewertet)
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