• necrophile-passion.jpg

    Produktionsland: Österreich
    Produktion: Black Lava Entertainment
    Erscheinungsjahr: 2013
    Regie: Tom Heidenberg
    Drehbuch: Tom Heidenberg
    Kamera: Thomas Binder, Sebastian Zeglarski
    Schnitt: Thomas Binder
    Spezialeffekte: Thomas Binder
    Budget: ca. -
    Musik: René Bidmon
    Länge: ca. 51 Minuten
    Freigabe: ungeprüft
    Darsteller: Guenther Brandl, Eldrid Remy, Katharina Buchberger, Sandra Pucher, Simone R.

    Inhalt:
    Ein Mann wandert gedankenverloren durch einen Wald, als er plötzlich eine Leiche entdeckt. Hin und her gerissen entschließt er sich die Leiche mit zunehmen und an ihr seine Lust zu stillen. Doch das ist erst der Beginn eines Teufelskreises der unweigerlich in Tod und der Zerstörung enden muss.


    Deutsche DVD Fassung: 08.11.2013


    Meinung von Logge1002:

    Nekrophilie, ein Thema welches eine ungemeine Brisanz bietet. Allein die Vorstellungen, dass ein Mensch eine Beziehung bzw. den Geschlechtsakt mit einer Leiche vollzieht dürfte wohl niemanden kalt lassen. Als Jörg Buttgereit damals, 1987, mit seinem Film Nekromantik auch dieses Tabu gebrochen hat, ging ein Aufschrei los. Wie kann man so etwas nur zeigen? Nun ganze 26 Jahre später macht sich ein neuer Regisseur daran diese Thematik erneut zu verfilmen. Tom Heidenberg heißt der bisher unbekannte Kopf hinter diesem Werk. Doch was erwartet einen mit Necrophile Passion? Ein simples Remake von Nekromantik oder werden hier die Grenzen des guten Geschmacks noch weiter gedehnt, als man es sich als Filmfan wünschen würde?

    Ein Mann wandert gedankenverloren durch einen Wald, als er plötzlich eine Leiche entdeckt. Hin und her gerissen entschließt er sich die Leiche mit zunehmen und an ihr seine Lust zu stillen. Doch das ist erst der Beginn eines Teufelskreises der unweigerlich in Tod und der Zerstörung enden muss.

    Die Geschichte von Necrophile Passion wirkt zunächst recht dünn, entfaltet aber schon nach wenigen Minuten eine immense Anspannung beim Zuschauer. Der Hauptdarsteller, der wie alle Charaktere namenslos bleibt, steht vor den Scherben seines Lebens. Die Freundin hat ihn verlassen, sein Leben ist am Ende und sein kompletter Lebensmut wurde ihm geraubt. Genauso lethargisch wie der Hauptdarsteller, fühlt sich nach wenigen Minuten auch der Zuschauer. Gebannt beobachtet man das Treiben und versucht sich immer wieder den qualvollen Bildern zu entziehen, doch es gelingt einem nicht und so wird man zu einem Voyeur der sich genauso verdorben fühlt, wie die Leiche, an derer der Hauptdarsteller seine Lust stillt. Necrophile Passion ist wirklich ein schweres Werk und wenn man bedenkt das der Regisseur vorher noch keinen Film gedreht hat, ist dies wirklich eine sehr große Leistung. Die Kraftlosigkeit und das Gefühl, man hätte jegliche Lust verloren, konnten vorher nur die wirklich außergewöhnlichen Werke von Jörg Buttgereit (Todesking) erwecken. Doch genau das schafft Tom Heidenberg auch hier, mit seinem Einstandswerk. Immer wieder versucht der Film dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzureißen, seien es die interessanten Erinnerungen des Hauptdarstellers, aus dessen Kindheit. Und wenn man sich diese so ansieht, dann ist es nicht sehr verwunderlich, dass der Charakter so geworden ist. Zudem wirft der Regisseur uns immer, fast experimentell wirkende Szenen vor, z.B. als der Fernseher beginnt mit dem Charakter, bzw. dem Zuschauer direkt zu sprechen. Man fühlt sich ertappt, gefangen und verängstigt. Und spätestens wenn der Abspann läuft und man vorher von einer Frauenstimme die Frage gestellt bekommt, was denn die eigene Passion sein, muss man sich genau diese Frage unweigerlich stellen. Die Bestie Mensch!!!

    Ein ganz großes Lob muss man an dieser Stelle den Schauspielern aussprechen. Allen voran natürlich Günther Brandl, der ja zusammen mit seinen Geschwistern selber Filme macht (Deep in my Mind, Feuerrose, Matzeder, Hot Dreams,…). Dieser spielt die Rolle des lethargischen, traurigen und verstörten Mannes, als wäre diese ihm auf den Leib geschneidert worden. Seine Mimik schafft es, den Zuschauer fast in einen Spiegel schauen zu lassen, denn immer wieder fühlt auch der Zuschauer sich genau so, wie eben jener Mann der gedankenverloren versucht sein Leben doch noch zu retten und diesem einen Sinn zu geben. Die weiblichen Darsteller sind allerdings nicht weniger ausdrucksstark. Besonders Eldrid Remy, die die Freundin des Mannes spielt, erzeugt besonders im männlichen Zuschauer eine fast zerstörerische Wut, denn sie behandelt den Mann wie den letzten Dreck. Hier hat man es wirklich geschafft, die heikle Thematik an Hand der grandiosen Schauspielerleistung noch weiter zu unterstreichen.

    Kameratechnisch wird man hier mit wundervollen langsamen Einstellungen verwöhnt, die immer voll drauf halten und das Geschehen zu jederzeit ungeschönt und eindrucksstark einfangen können. Seien es die Szenen in denen die Nekrophilie in vollen Zügen ausgelebt werden, oder aber die Gedanken in denen Mann sich an die Anfangszeit der Beziehung zwischen den beiden, nun verhassten Menschen besinnt. Alles wirkt fast wie ein Traum, der zweifelsohne sehr abartig und krank, auf der anderen Seite aber auch verspielt und interessant gestaltet wurde. Immer wieder wird man in Traumhafte Szenerien gelotst, um dann heraus gerissen zu werden, wenn beispielsweise der Mann unter der Dusche steht und versucht sich sein Blut abzuwaschen, denn mit einem Mal befindet er sich in einem Wald und wird von einem bewaffneten Mann gejagd. Was soll das? Wovor flüchtet er? Vor der Schuld, die er sich durch die Nekrophilie auferlegt hat? Flieht dann nicht auch unweigerlich der Zuschauer vor dem Grauen, welchem er voyeuristisch beigewohnt hat? Genau solche Szenen sind es die den Film zu etwas besonderem machen und ihm eine ganz besondere Wirkung verleihen.

    Atmosphärisch bekommt man hier, wie man sich sicherlich schon denken kann, einiges geboten und das kann man eigentlich nur zwei Menschen verdanken. Einmal natürlich dem Regisseur und dem Musik Komponist René Bidmon, welcher hier genau wie der Regisseur seinen Einstand gibt. Und was für ein Einstand das geworden ist. Die Musik von René Bidmon gibt dem Film eine ganz eigene Note und genau dadurch wird das Geschehen, was vorher zwar auch schon verstörend genug war, noch den letzten Schliff. Die Musik allein wäre es schon wert, mehrere Seiten darüber zu schreiben, denn sie lädt einen förmlich dazu ein, seine Gedanken schweifen zu lassen und sich mit der Thematik zu beschäftigen. Fast der gesamte Film wird mit dem grandiosen Score aus der Feder Bidmons untermalt. Die ersten 10 Minuten hört man außer den orchestralen Klängen absolut nichts und genau das ist es, was das Gezeigte fast unerträglich für den Zuschauer macht. Es gibt nichts, was einem aus dem Treiben reizt, wodurch man quasi gezwungen ist, den Abartigkeiten des Mannes an der Leiche beizuwohnen. Doch wer das schon für unerträglich erachtet, der wird mit weiterem Verlauf des Filmes eines besseren belehrts. Der Score wächst immer mehr an, um dann in einem fast technolastigen Abspann zu enden und den Zuschauer von den Qualen zu erlösen. Man kann nur hoffen, dass das nicht die letzte Arbeit von René Bidmon gewesen sein wird, denn hier versteckt sich ein wahres Genie, was es schafft jeder Szenen noch das Tüpfelchen auf dem i zu verleihen.

    Die Effekte von Necrophile Passion sind zu guter Letzt genau so geworden, wie man es bei diesem Werk nur erwarten kann. Grandios. Die Leichen, denn es gibt derer zwei, sind wunderschön gestaltet. Die erste ist natürlich kein Effekt an sich, denn es handelt sich um eine unverweste Leiche, welche von einer Frau dargestellt wird. Die zweite Leiche hingegen wurde aufwendig hergestellt und wirkt dadurch wirklich echt. Besonders die Nekrophilie Szenen profitieren natürlich sehr davon und können dadurch umso mehr anekeln und zeitgleich auch, durch die wunderschönen Bilder, verzaubern. Ein krankes Spiel zwischen Ekel und Leidenschaft. Immer wieder sieht man auch kleinere Verletzungen die natürlich auch sehr schön umgesetzt worden sind, um dem ganzen noch ein wenig mehr Rohheit zu geben, wurden diese Einstellung mittels Close-Up umgesetzt, sodass man das verletzte Fleisch ganz nah und ungeschönt sehen kann.

    Abschließend sollte man noch kurz etwas zu Laufzeit sagen, denn der Film an sich läuft ca. 51 Minuten, was dem einen jetzt vielleicht ein wenig kurz vorkommen könnte, dürfte für den anderen mehr als genug sein. Denn der Film schafft es die Laufzeit so zu dehnen, dass man denkt er würde schon gut 20-30 Minuten länger laufen, ohne sich dabei aber zu langweilen. Dies wird anhand des tollen Scores und den albtraumhaften Bildern geschaffen, denn der Zuschauer verliert sich in dieser Welt, wird gefangen genommen und erst der Abspann erlöst ihn daraus. Dadurch dürfte es wohl keinen geben, der nach der Sichtung denkt, dass der Film zu kurz war. Zudem gibt es eben auch keinerlei Leerlauf, man kommt sich fast vor wie in einem Marathon der Gefühle, bei welchem man am Ende ausgelaugt und kraftlos ist.

    Fazit: Necrophile Passion ist ein Werk geworden, wie vor ihm wohl kaum ein anderes. Verstörend, ergreifend, fesselnd und einfach anders. Für Fans des Experimentellen Kinos und für alle die, die ihre Grenzen ausloten wollen, ist dieser Film ein absolutes Muss! Anschauen, ekeln und verzaubern lassen.

    -------------

    Kritik von Dr.Doom:

    Das sich Günther Brandl und das Brandl Pictures Team hier als Darsteller zeigen ist doch überraschend, da die Brandl Pictures höchstens für Gruselfilme bekannt sind und ansonsten nicht mal was mit Bluteffekte am Hut haben. Was Necrophile Passion ersichtlich fehlt ist eine Anfangsstory, denn wie kommt die Blut verschmierte Leiche in das Waldgebiet und über Güther Brandl erfahren wir zu wenig. Stattdessen wird der Zuschauer mit einer Leiche und einem Nekrophilen erstmal allein gelassen, in melancholisch dreckiger Umgebung. Eklig ist das Ritzen in die Haut per nahem Zoom, das hat man noch nie so direkt gesehen. Dann gibt es noch eine Traumszene, wo eine nackt, blutig Beschmierte sexuelle Handlungen mit einer verwesten Leiche betreibt, allerdings ist bei der Leiche zu sehen, dass da ein Netz oder dergleichen über den angefertigten Kopf gezogen wurde, also so richtig gut ist die Präparation der Leiche nicht, zumindest wenn man dabei genau hinschaut. Zum Finale gibt es etwas überraschendes und verwirrendes zu gleich, es soll wohl der größte Kunstgriff sein. Es fehl einfach an mehr Handlung um dies dann zu glauben, denn es verbirgt sich nicht hinter jeder Tür ein Nekromatiker. Das Ende mit dem Spaten auf dem Grabe, soll wahrscheinlich den Nekromantik doch huldigen.

    Necrophile Passion ist zwar kein totaler Rohkrepierer, dafür ist er schon zu eklig und man muss nicht ganz sauber sein das Teil überhaupt rein zu pfeifen, dabei sollte besser keiner mitschauen. :D Zumindest ist die Handlung sehr schwach, wie bei einem Porno nicht vorhanden. Zum schocken reicht es, für mehr reicht es nicht, kommt weder an den Kultfilm Nekromantik sowie Aftermath noch an den arg trashigen Necro Files ansatzweise heran, es fehlt einfach an einer interessanteren Story, was als Kunstfilm gedacht ist, entpuppt sich als Laientheater an nekrophilier Porno-Handlung. Für die mutige Herangehensweise und das ich die nicht mal eine Stunde Spielzeit nicht die große Langeweile empfunden habe, gibt es noch die Bewertung für Regieneuling Tom Heidenberg.

    [film]5[/film]

    [pilz]9[/pilz]

  • lol Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die YouTube-Richtlinie zu Nacktheit oder sexuellem Content verstößt.

    ...war da jetzt ein neuer Teaser zu sehen? das projekt ist doch glaube schon seit 2007? oder so in Planung. habs mal bei horror-splatter gesehen, da hieß blacklava noch Naca7 glaube und da wurde es auch kurzzeitig auf eis gelegt? irgendwie war mir so.. :221:

    die leiche sah damals aber schon sehr gut aus, soweit ich mich noch daran erinnern kann :5:

    I know nobody's listening 'cos you're all looming, but I got a shot of hot rock 'n roll for you anyway... - KOKLA Red River Rock 'n Roll Request.

  • :5: kommt der film jetzt doch? gibts auch einen neuen teaser? mehr infos? neue bilder? das video kann ja denn auch hier hochgeladen werden, wenns nicht gegen einen paragrafen verstößt lolp lolp

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  • Allein der Name schreckt mich mehr als ab...

    Arthur Spooner: "Ah, ihr jungen Leute mit eurem Gesundheits- und Schlankheitstick. Zu meiner Zeit hatte man mit Mitte fünfzig einen ordentlichen Herzinfakt. Und wir haben ihn zu schätzen gewusst!"

  • schön zu hören. zu dem zeitpunkt wo der teaser geschnitten wurde, war aber erst ca 1/3 des films im kasten ;)
    ich schätze mal der neue trailer wird innerhalb der nächsten 2 wochen online sein. da bei youtube alles was mit dem film zu tun hat dauernd gelöscht wird, vermutlich wieder nur bei vimeo, die sind da etwas unkomplizierter wie es scheint...

  • Quote

    Original von blacklava:

    schön zu hören. zu dem zeitpunkt wo der teaser geschnitten wurde, war aber erst ca 1/3 des films im kasten ;)
    ich schätze mal der neue trailer wird innerhalb der nächsten 2 wochen online sein. da bei youtube alles was mit dem film zu tun hat dauernd gelöscht wird, vermutlich wieder nur bei vimeo, die sind da etwas unkomplizierter wie es scheint...

    Bin auch sehr gespannt, freue mich schon sehr drauf. Könnte schön Kontrovers sein^^

  • Quote

    Original von Dawsons Crack01:

    Wer weiß was Necrophil bedeutet hat bereits gewonnen!!!Finger weg da wird mir schlecht.... :11:

    Da versucht halt wieder irgendein unbedarfter Möchtegernregisseur Grenzen zu überschreiten. Kann mit solchem Dreck auch nichts anfangen.

  • ist klar das die thematik nicht jedermanns sache ist ;) mit em film einfach nur grenzen zu überschreiten ist hier allerdings nicht der plan auch wenn das natürlich aufgrund der thematik vielleicht passieren wird, es geht um viel mehr als nur leichenschändung in dem film... mehr wird vorerst aber noch nicht verraten, weitere infos folgen in kürze

  • Und Thomas Binder und ich sind seit einiger Zeit befreundet!

    Auf deutsch, alle seine VÖ und alles was er über BlackLava raus gebracht hat, kann man auch bei mir bekommen!

    Übrigens, habe auch zwei Trash Container noch hier liegen!

    Bei Interesse kontaktiert mich.

    Sind mehrere Kurzfilme von Thomas Binder drauf, sehr zu empfehlen!

    Lg


    P.S.

    Necrophile wird es auch bei mir zu kaufen geben!
    Ganz vergessen!! lol

  • So Fans des Kontroversen Films, es gibt wieder Neuigkeiten zu Necrophile Passion. Der Film wird wohl, wenn alles gut geht, im Sommer/Herbst diesen Jahres veröffentlicht werden. Zudem haben schon einige Labels Interesse bekundet und man darf gespannt sein, was für ein Knaller da auf uns zu kommt. Sobald es weitere Infos zum Release gibt, werde ich berichten.

  • Die neue Woche hat begonnen und wir haben schon die nächste gute Nachricht:

    Necrophile Passion ist komplett fertig geschnitten und auch die weitere Bildbearbeitung ist abgeschlossen. Es fehlt nur noch der Soundtrack, welchen wir sehr bald erwarten.

    Und dann schauen wir mal wann es so weit ist und wir Necrophile Passion auf euch los lassen :6:

  • :6: ich freu mich schon sehr auf das Werk :6:

    Quote

    "Ich weiß auch, dass die einzige Möglichkeit, einen von den Geistern dieses Buches Besessenen aufzuhalten, darin besteht, seinen Körper völlig zu zertückeln."

  • Was lange währt wird endlich gut. Nun ist es endlich soweit. Necrophile Passion ist fertig geschnitten und bearbeitet, sodass einem Release nichts mehr im Weg steht. Wir freuen uns sehr euch mitteilen zu können, dass der Film im Oktober seine Premiere auf DVD feiern wird und das der Streifen über das österreichische Label Black Lava Entertainment veröffentlicht wird. Zudem haben wir uns überlegt den Film in deutscher Sprache und zusätzlich mit englischen Untertiteln zu veröffentlichen, damit auch die Fans im Ausland den Film gleich in seiner reinsten Form genießen können. Wir freuen uns sehr darauf, zu sehen wie euch der fertige Film gefällt und hoffen dass diese kleine Bastard auch in eurem Herz einen Platz findet. Für alle die nicht genug von Necrophile Passion bekommen können, gibt es auf Splatgore auch ein exklusives Interview mit dem Genie hinter Necrophile Passion, also stattet den Jungs doch mal einen Besuch ab.

  • Nekrophilie, ein Thema welches eine ungemeine Brisanz bietet. Allein die Vorstellungen, dass ein Mensch eine Beziehung bzw. den Geschlechtsakt mit einer Leiche vollzieht dürfte wohl niemanden kalt lassen. Als Jörg Buttgereit damals, 1987, mit seinem Film Nekromantik auch dieses Tabu gebrochen hat, ging ein Aufschrei los. Wie kann man so etwas nur zeigen? Nun ganze 26 Jahre später macht sich ein neuer Regisseur daran diese Thematik erneut zu verfilmen. Tom Heidenberg heißt der bisher unbekannte Kopf hinter diesem Werk. Doch was erwartet einen mit Necrophile Passion? Ein simples Remake von Nekromantik oder werden hier die Grenzen des guten Geschmacks noch weiter gedehnt, als man es sich als Filmfan wünschen würde?

    Ein Mann wandert gedankenverloren durch einen Wald, als er plötzlich eine Leiche entdeckt. Hin und her gerissen entschließt er sich die Leiche mit zunehmen und an ihr seine Lust zu stillen. Doch das ist erst der Beginn eines Teufelskreises der unweigerlich in Tod und der Zerstörung enden muss.

    Die Geschichte von Necrophile Passion wirkt zunächst recht dünn, entfaltet aber schon nach wenigen Minuten eine immense Anspannung beim Zuschauer. Der Hauptdarsteller, der wie alle Charaktere namenslos bleibt, steht vor den Scherben seines Lebens. Die Freundin hat ihn verlassen, sein Leben ist am Ende und sein kompletter Lebensmut wurde ihm geraubt. Genauso lethargisch wie der Hauptdarsteller, fühlt sich nach wenigen Minuten auch der Zuschauer. Gebannt beobachtet man das Treiben und versucht sich immer wieder den qualvollen Bildern zu entziehen, doch es gelingt einem nicht und so wird man zu einem Voyeur der sich genauso verdorben fühlt, wie die Leiche, an derer der Hauptdarsteller seine Lust stillt. Necrophile Passion ist wirklich ein schweres Werk und wenn man bedenkt das der Regisseur vorher noch keinen Film gedreht hat, ist dies wirklich eine sehr große Leistung. Die Kraftlosigkeit und das Gefühl, man hätte jegliche Lust verloren, konnten vorher nur die wirklich außergewöhnlichen Werke von Jörg Buttgereit (Todesking) erwecken. Doch genau das schafft Tom Heidenberg auch hier, mit seinem Einstandswerk. Immer wieder versucht der Film dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzureißen, seien es die interessanten Erinnerungen des Hauptdarstellers, aus dessen Kindheit. Und wenn man sich diese so ansieht, dann ist es nicht sehr verwunderlich, dass der Charakter so geworden ist. Zudem wirft der Regisseur uns immer, fast experimentell wirkende Szenen vor, z.B. als der Fernseher beginnt mit dem Charakter, bzw. dem Zuschauer direkt zu sprechen. Man fühlt sich ertappt, gefangen und verängstigt. Und spätestens wenn der Abspann läuft und man vorher von einer Frauenstimme die Frage gestellt bekommt, was denn die eigene Passion sein, muss man sich genau diese Frage unweigerlich stellen. Die Bestie Mensch!!!

    Ein ganz großes Lob muss man an dieser Stelle den Schauspielern aussprechen. Allen voran natürlich Günter Brandl, der ja zusammen mit seinen Geschwistern selber Filme macht (Deep in my Mind, Feuerrose, Matzeder, Hot Dreams,…). Dieser spielt die Rolle des lethargischen, traurigen und verstörten Mannes, als wäre diese ihm auf den Leib geschneidert worden. Seine Mimik schafft es, den Zuschauer fast in einen Spiegel schauen zu lassen, denn immer wieder fühlt auch der Zuschauer sich genau so, wie eben jener Mann der gedankenverloren versucht sein Leben doch noch zu retten und diesem einen Sinn zu geben. Die weiblichen Darsteller sind allerdings nicht weniger ausdrucksstark. Besonders Eldrid Remy, die die Freundin des Mannes spielt, erzeugt besonders im männlichen Zuschauer eine fast zerstörerische Wut, denn sie behandelt den Mann wie den letzten Dreck. Hier hat man es wirklich geschafft, die heikle Thematik an Hand der grandiosen Schauspielerleistung noch weiter zu unterstreichen.

    Kameratechnisch wird man hier mit wundervollen langsamen Einstellungen verwöhnt, die immer voll drauf halten und das Geschehen zu jederzeit ungeschönt und eindrucksstark einfangen können. Seien es die Szenen in denen die Nekrophilie in vollen Zügen ausgelebt werden, oder aber die Gedanken in denen Mann sich an die Anfangszeit der Beziehung zwischen den beiden, nun verhassten Menschen besinnt. Alles wirkt fast wie ein Traum, der zweifelsohne sehr abartig und krank, auf der anderen Seite aber auch verspielt und interessant gestaltet wurde. Immer wieder wird man in Traumhafte Szenerien gelotst, um dann heraus gerissen zu werden, wenn beispielsweise der Mann unter der Dusche steht und versucht sich sein Blut abzuwaschen, denn mit einem Mal befindet er sich in einem Wald und wird von einem bewaffneten Mann gejagd. Was soll das? Wovor flüchtet er? Vor der Schuld, die er sich durch die Nekrophilie auferlegt hat? Flieht dann nicht auch unweigerlich der Zuschauer vor dem Grauen, welchem er voyeuristisch beigewohnt hat? Genau solche Szenen sind es die den Film zu etwas besonderem machen und ihm eine ganz besondere Wirkung verleihen.

    Atmosphärisch bekommt man hier, wie man sich sicherlich schon denken kann, einiges geboten und das kann man eigentlich nur zwei Menschen verdanken. Einmal natürlich dem Regisseur und dem Musik Komponist René Bidmon, welcher hier genau wie der Regisseur seinen Einstand gibt. Und was für ein Einstand das geworden ist. Die Musik von René Bidmon gibt dem Film eine ganz eigene Note und genau dadurch wird das Geschehen, was vorher zwar auch schon verstörend genug war, noch den letzten Schliff. Die Musik allein wäre es schon wert, mehrere Seiten darüber zu schreiben, denn sie lädt einen förmlich dazu ein, seine Gedanken schweifen zu lassen und sich mit der Thematik zu beschäftigen. Fast der gesamte Film wird mit dem grandiosen Score aus der Feder Bidmons untermalt. Die ersten 10 Minuten hört man außer den orchestralen Klängen absolut nichts und genau das ist es, was das Gezeigte fast unerträglich für den Zuschauer macht. Es gibt nichts, was einem aus dem Treiben reizt, wodurch man quasi gezwungen ist, den Abartigkeiten des Mannes an der Leiche beizuwohnen. Doch wer das schon für unerträglich erachtet, der wird mit weiterem Verlauf des Filmes eines besseren belehrts. Der Score wächst immer mehr an, um dann in einem fast technolastigen Abspann zu enden und den Zuschauer von den Qualen zu erlösen. Man kann nur hoffen, dass das nicht die letzte Arbeit von René Bidmon gewesen sein wird, denn hier versteckt sich ein wahres Genie, was es schafft jeder Szenen noch das Tüpfelchen auf dem i zu verleihen.

    Die Effekte von Necrophile Passion sind zu guter Letzt genau so geworden, wie man es bei diesem Werk nur erwarten kann. Grandios. Die Leichen, denn es gibt derer zwei, sind wunderschön gestaltet. Die erste ist natürlich kein Effekt an sich, denn es handelt sich um eine unverweste Leiche, welche von einer Frau dargestellt wird. Die zweite Leiche hingegen wurde aufwendig hergestellt und wirkt dadurch wirklich echt. Besonders die Nekrophilie Szenen profitieren natürlich sehr davon und können dadurch umso mehr anekeln und zeitgleich auch, durch die wunderschönen Bilder, verzaubern. Ein krankes Spiel zwischen Ekel und Leidenschaft. Immer wieder sieht man auch kleinere Verletzungen die natürlich auch sehr schön umgesetzt worden sind, um dem ganzen noch ein wenig mehr Rohheit zu geben, wurden diese Einstellung mittels Close-Up umgesetzt, sodass man das verletzte Fleisch ganz nah und ungeschönt sehen kann.

    Abschließend sollte man noch kurz etwas zu Laufzeit sagen, denn der Film an sich läuft ca. 51 Minuten, was dem einen jetzt vielleicht ein wenig kurz vorkommen könnte, dürfte für den anderen mehr als genug sein. Denn der Film schafft es die Laufzeit so zu dehnen, dass man denkt er würde schon gut 20-30 Minuten länger laufen, ohne sich dabei aber zu langweilen. Dies wird anhand des tollen Scores und den albtraumhaften Bildern geschaffen, denn der Zuschauer verliert sich in dieser Welt, wird gefangen genommen und erst der Abspann erlöst ihn daraus. Dadurch dürfte es wohl keinen geben, der nach der Sichtung denkt, dass der Film zu kurz war. Zudem gibt es eben auch keinerlei Leerlauf, man kommt sich fast vor wie in einem Marathon der Gefühle, bei welchem man am Ende ausgelaugt und kraftlos ist.

    Fazit: Necrophile Passion ist ein Werk geworden, wie vor ihm wohl kaum ein anderes. Verstörend, ergreifend, fesselnd und einfach anders. Für Fans des Experimentellen Kinos und für alle die, die ihre Grenzen ausloten wollen, ist dieser Film ein absolutes Muss! Anschauen, ekeln und verzaubern lassen.

    [film]10[/film]

  • Quote

    Original von Slayer:

    Starkes Review Logge, hoffe ich bekomme denn Film auch bald, da mir Nekromantik gefallen hat bin ich sehr gespannt auf dieses Werk :3:

    Danke fürs Lob. Habe mir viel Mühe damit gegeben.

    VÖ ist in der Mache mein Guter, daher musst du dich nimmer allzu lange mit dem Warten abplagen :D

  • Quote

    Original von Salvage:

    auch haben will :0:

    Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Einige der Darsteller kenne ich auch persönlich und bin sowas von neugierig auf das Teil .

    Bravo Logge! Tolles Review :6:

    Dankeschön Salvage ;) Denke dir wird das Ding super gefallen. Freu mich schon auf deine Meinung dazu :6:

  • Ja wann ist es denn endlich so weit? :0:

    Großes Hobby alte und auch neue Horrorfilmreihen sammeln.

    Fertige Projekte: Final Destination, Chucky, Freddy, Jason, SAW

    Aktuelle Projekte: Halloween, Hellraiser

    Zukünftige Projekte: macht mal vorschläge!!! :0:

  • :5: also, was ich da an den bilder jetzt gesehen habe geht garnicht, voll pervers. sowas gehört echt verboten. ich habe bereits die behörden informiert und einen indexierungsantrag empfohlen und die sachbearbeiter auf diesen thread aufmerksam gemacht. ich hoffe die werden das ganze schnellstmöglich bearbeiten und diesen kranken, abartigen schund aus unserem land verbannen und beschlagnahmen und natürlich einziehen und sämtliche medienträgerkopien mit gutem gewissen vernichten lolp

    I know nobody's listening 'cos you're all looming, but I got a shot of hot rock 'n roll for you anyway... - KOKLA Red River Rock 'n Roll Request.

  • Fan´s von einen gewissen Herrn Buttgereit wurden bei dem Namen Necrophile Passion extrem hellhörig, als er das erste mal im Internet auftauchte. Andere hingegen dachten sich, das es sich hierbei bestimmt um einen billigen Abklatsch von Nekromantik handeln mag. Ich muss gestehen, das auch ich sofort an einen Herrn Buttgereit denken musste. Daher freute es mich sehr, das es endlich mal wieder ein Film geben wird, der genau die Thematik beinhaltet, die ein Nekromantik 1 und auch 2 beinhaltet. Und als ich das erste mal den durchaus genialen Trailer vor die Augen bekommen hatte, war ich hin und weg und demnach waren meine Erwartungen extrem hoch. Konnten diese dann auch zufrieden gestellt werden? Das, meine werten Filmfreunde erfahrt in in folgenden Zeilen...
    Die Handlung ist recht flott erzählt. Eines Tages macht ein junger Mann einen gemütlichen Waldspaziergang und findet dort eine weibliche Leiche. Er überlegt hin und her, ob er die Leiche mitnehmen soll, was er dann letztendlich auch tut, da er gewisse Triebe hat. Ob das die richtige Entscheidung war???
    Schon von Anfang an wirkt der Film enorm spannend, da man sich fragt, was geschieht? , Wie abartig wird der Film? Gibt es explizite Gewalt und sieht man Titten? Leute, die sich mit Splatter und Amateurfilmen auseinandersetzen haben ja schon gewissen Ahnungen und genau deswegen sind sie auch so gespannt, was sie demnach erwarten wird. Bei mir war es auch so der Fall. Der Anfang wird durch eine tolle Kulisse eingeleitet, die sich durch solide Kameraarbeit und tollen Naturaufnahmen Aufmerksamkeit auf sich reisst. Hierbei möchte ich die soundtechnische Untermalung bestens loben, denn diese gibt dem Ganzen einen enorm-atmosphärischen Flair, der es echt in sich hat. Als dann das erste mal das tote Weibchen ins Spiel kommt und es demnach in eine Wohnung geschliffen wird, kommen dann Fragen auf, wie weit der Film wohl geht und ob er Grenzen überschreiten wird. Und genau das " befürchtete " Erscheinungsbild rückt immer näher, je länger man den Film laufen lässt. Gutmenschen drücken mit sehr großer Sicherheit schon nach den ersten 8 Minuten die Stoptaste, denn das Gezeigte ist schon bei der ersten Szene, die in der besagten Wohnung spielt echt nicht ohne. Explizite Handlung und rohe und ungeschliffene Bildfolgen, die an Menschenfeindlichkeit kaum zu überbieten sind, sind demnach nicht zu übersehen. Wer glaubt, das dass schon alles war, der hat sich geirrt, denn der wahre Schrecken geht erst richtig los.
    Bis Blut aufkommt, dauert es auch nicht sehr lange, wer aber puren Gore und Splatter erwartet, der wird micht Sicherheit enttäuscht sein. Emos und Selbstvernichtungs Black Metaler werden die erste Szene, in der Blut fliesst hingegen lieben (Ein kleiner spiolender Spaß am Rande muss sein). Und dieser Effekt wurde liebevoll und recht real inszeniert. Vón Schminke oder Ähnlichen hat man kaum was bemerkt. Und was die Effekte angeht, diese steigern sich, sowie die Enormität des Films, je länger man den Film laufen lässt. Besonders hervorheben möchte ich die Gestaltung der Leiche. Statts ein einfaches Skelett zu verwenden, das mit Stofffetzen bedeckt ist, hat man darauf geachtet, das der künstliche Leichnahm dem Realismus sehr nahe ist. Demnach wurde der tote Körper nicht nur schwarz angemalt, nein, man gab ihm auch einen leichten Schimmer, der einer Verwesung sehr nahe kommt.
    Kommen wir zu den darstellerischen Leistungen. Hiebei muss ich sagen: Hut ab. Gerade die weibliche Seite muss ich in aller höchsten Tönen loben und demnach großen Respekt zollen. Die Szenen hätten kaum normal sterbliche Frauen mit sich machen lassen, da sie für den Normalschauer an Ekel und Abnormen kaum zu überbieten sind. Schön zu wissen, das es auch weibliche Horrorfans gibt, die kranken Szenen nicht abgeneigt sind. Und ja, die Szenen sind teils schon gut pervers und krank. Aber auch der männliche Part wurde gut umgesetzt und Kenner des Amateurfilms wissen, wer den Hauptpart übernommen hat. Dieser wurde durch eine leicht poetische Ader verkörpert, was dem Gesamtbild Zusatzpunkte verleiht.
    Die Atmosphäre, die ich anfangs schon erwähnte schwangt zwischen poetischen Charme und krankhaften Trieben und wirkt zu keiner Zeit langweilig. Das kann auch an der durchaus gut abgestimmten Laufzeit von knapp 52 min. liegen. Länger hätte der Film auf keinen Fall funktioniert. Das die Kulisse monoton und steril gehalten wird, macht in dem Fall auch rein gar nichts, denn die Haupthandlung findet ja eh in der Wohnung statt. Zur Abwechslung dienen auch bei diversen Szenen ein paar Farbfilter und Bildeffekte, was die jeweiligen Szenen ein wenig untermalt.
    Wer bei Necrophile Passion den poetischen Charme und die " Botschaft " eines Nekromantik erwartet, der wird sicher keinen Spaß mit dem Film haben. Nein, vielmehr ist der Film dreckig, roh und menschenfeindlich. Mir hat der Film auf jeden Fall gefallen, gerade weil er so menschenfeindlich agiert. ANTI HUMAN- ANTI LIFE!!! Bitte mehr davon!!!

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