
Alternativer Titel: In die Wildnis - Allein nach Alaska
Produktionsland: USA
Produktion: David Blocker, Frank Hildebrand, Art Linson, Sean Penn
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Sean Penn
Drehbuch: Sean Penn, Jon Krakauer (Romanvorlage)
Kamera: Eric Gautier
Schnitt: Jay Lash Cassidy
Spezialeffekte: /
Budget: ca. 15 Mio. Dollar
Musik: Eddie Vedder, Michael Brook, Kaki King
Länge: ca. 148 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Emile Hirsch, Vince Vaughn, Marcia Gay Harden, William Hurt, Jena Malone, Kristen Stewart, Catherine Keener, Hal Holbroock
Inhalt:
Nach einem wahren Fall: Das fertige Grundstudium in der Tasche, eine erfolgreiche Karriere in Aussicht - doch das alles interessiert im Jahr 1990 den jungen Christopher McCandless (Emile Hirsch) überhaupt nicht. Die Lebenslügen seiner Eltern satt bis auf die Knochen und mit einer gehörigen Portion Zivilisationsekel, verschenkt er sein Geld, verbrennt seine Ausweise und verschwindet in den Weiten Amerikas. Frei und ungezwungen reist und wandert herum, sieht sich das Land an und genießt die Natur, arbeitet nur, wenn es gar nicht anders geht. Nach einigen Abenteuern entschließt er sich 1992, seinen großen Traum anzugehen: eine Reise in das hinterste Alaska, die absolute Einsamkeit, die Rückbesinnung auf die ureigensten Werte.
In einem alten Bus findet er schließlich im Nirgendwo ein Domizil - seine Erfüllung, aber auch sein Schicksal...
Trailer:
Meine Meinung:
(Wertung stammt von November 2009)
"Into the Wild"
Keine Effekthascherei. Kein CGI Overkill. Keine Explosionen en Mass.
Keine brutalen Kills. Keine Splatter und Gore Orgien.
Kein X-ter Aufguss. Kein Remake. Kein Sequel. Auch kein Prequel.
Sondern ein Film mit Inhalt und Aussage!
Kurz nach seinem College Abschluss entscheidet sich der 22 jährige Chris, sein altes Leben aufzugeben und durch die Wildnis zu reisen. Sein Ziel Alaska. In völliger abgeschiedenheit von der Zivilisation, will er "einfach" leben.
Ohne Frage, "Into the Wild" gehört zu den besten Filmen, die ich in den letzten Monaten gesehen habe.
Sean Penns Vefilmung des Bestseller Romans von Jon Krakauer ist auf der einen Seite sehr extrem: der junge Chris stammt aus reichem aber zerrütteten Elternhaus. Seine Zukunft sieht blendend aus, unter anderem steht ihm ein Jurastudium an der Harvard Universität bevor. Doch er entscheidet sich einen anderen, krasseren Weg zu gehen. Er zerschneidet seinen Ausweis und seine Kreditkarten, verbrennt sein Bargeld und trampt ohne einen Cent in der Tasche durch Amerika. Seine Eltern lässt er im ungewissen. Nur seine Schwester weiß was er vorhat. Ihre Stimme erzählt dem Zuschauer im off Sachen aus Chris Leben, berichtet wie es in ihm Aussieht und wie es dazu kam, dass Chris diesen Schritt gewählt hat.
Auf der anderen Seite ist "Into the Wild" ein zutiefst menschlicher Film. Auf seiner Reise durch die Staaten nach Alaska lernt Chris die unterschiedlichsten Menschen, an den unterschiedlichsten Orten kennen. Jeder der auftauchenden Protagonisten hat eine Geschichte mit tragischem Hintergrund und Chris verweilt dann immer eine zeitlang bei den Leuten. Erfahrungen und Weltanschauungen werden ausgetauscht, was bewirkt, dass Chris in fast jedem der Charaktere etwas aufweckt, was lange Zeit am schlafen war. Er selbst nimmt die neugewonnen Eindrücke weiter mit auf seine Reise.
Schließlich kommt Chris irgendwann in der weisen Einöde von Alaska an, wo er in einem alten Bus seine letzte Zuflucht findet. Denn hier in Alaska endet die Geschichte und das Leben von Chris.
Während der Sichtung kamen mir immer wieder Van Sants "Gerry", Gallos "The Brown Bunny", sowie "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse in den Sinn. "Gerry" als Location und Ausweglosigkeit, "The Brown Bunny" als Reise, "Der Steppenwolf" als Ruf nach Freiheit und Zerrisenheit von Chris.
Optisch ist der Film eine absolute Wucht. Orte, Bilder, Locations alles ist ein Traum. Die Kamera ist der absolute Genuss.
Darstellertechnisch überzeugt der Film auf kompletter Linie. Von den kleinen Rollen: Jena Malone, Vince Vaughn, William Hurt, Catherine Keener, Marcia Gay Harden bis hin zum sehr überzeugenden Emile Hirsch (den ich vorher nur aus dem lowen "Alpha Dog" kannte) alles perfekt besetzt.
Zwar war ich nach der Sichtung etwas verwundert, warum ein millionenschwerer Schauspieler und Regisseur wie Sean Penn, den Ruf nach Freiheit damit glorifiziert, in dem man Geld verbrennt und ein Leben in der Einsamkeit wählt.
Auf der anderen Seite ist dies tausend mal glaubwürdiger, als wenn dies ein Michael Bay oder ein Roland Emmerich getan hätten.
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