Arrietty - Die wundersame Welt der Borger

  • Originaltitel: Kari-gurashi no Arietti
    Produktionsland: Japan
    Produktion: Frank Marshall, Hayao Miyazaki, Toshio Suzuki
    Erscheinungsjahr: 2010
    Regie: Hiromasa Yonebayashi
    Drehbuch: Mary Norton (Roman), Hayao Miyazaki , Keiko Niwa
    Kamera: Atsushi Okui
    Schnitt: Rie Matsuhara
    Spezialeffekte: -
    Budget: ca. -
    Musik: Cécile Corbel
    Länge: ca. 94 Minuten
    Freigabe: FSK o.A.
    Darsteller: keine, CGI!


    Inhalt:

    In den Vororten von Tokio, versteckt unter dem Boden eines alten Hauses, inmitten eines riesigen Gartens, lebt die winzig kleine Arrietty mit ihrer Familie. Die Dinge, die sie zum Leben benötigen, borgen sie sich von den Menschen und dabei gilt es, so Manches zu beachten. Arrietty kennt die Regeln: geborgt wird nur, was benötigt wird und auch nur so wenig, dass die Bewohner des Hauses es nicht merken - und vor der Katze muss man sich in Acht nehmen. Am wichtigsten jedoch ist es, nicht von den Menschen gesehen zu werden, denn die dürfen nichts von Arrietty und ihresgleichen wissen. Sollten sie entdeckt werden, müssten sie ihr Heim samt Hab und Gut für immer verlassen. Arrietty weiß all dies, und doch, als der Menschenjunge Sho ins Haus einzieht, spürt sie, dass alles anders werden wird. Und so beginnt eine verbotene Freundschaft zwischen dem aufgeweckten, neugierigen Mädchen und dem kranken, geschwächten Jungen und ein unvergessliches Abenteuer, das das Leben beider für immer verändern wird...


    Trailer:


    Kinostart in Deutschland: 02.06.2011
    Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 11.11.2011

  • Kritik:

    Arrietty ist eine sehr liebevoll gezeichnete Animation, wo es um kleine Menschen geht die sich in einem Puppenhaus versteckt halten und dort eigentlich ganz gut zurechtkommen. Zumindest besser als draußen bei den Katzen, Waschbären und Vögeln. Sie dürfen sich vor allem nicht von Menschen entdecken lassen, ansonsten kann es ihnen an den Kragen gehen. Die atmosphärischen Animationen sind großartig geworden, habe ich so intensiv und Natur getreu bis dato nur selten gesehen. Die Figuren sind süß, aber nie kitschig. Die Liebesromanze um die es hier geht kann zwischen herzkranken Jungen mit Kulleraugen der schönen Arrietty überzeugen. Das Happy End fällt dann aber anders aus als gedacht.

    Das hier Meister Hayao Miyazaki das Drehbuch schrieb merkt man, denn die Ähnlichkeiten zu seinem großartigen Filmen wie Chihiros Reise ins Zauberland & Prinzessin Mononoke sind nicht zu übersehen. Die Schwäche ist nur, dass der Film ab Mitte etwas zu zahm wird, gerade der Beginn ist sehr viel versprechend und die Geschichte ist auch gut, rührend und unterhaltsam, aber etwas mehr Angriff/Action wie die hervorragend eingefangene aggressive Krähe hätten aus Arrietty auch ein Meisterwerk machen können. Es bleibt eine süße Animation mit einer gelungenen Geschichte und toller Grafik sowie überzeugender Soundtrack, die für den Genrefan ein Muss ist.

    [film]8[/film]

  • Kaum läuft der Abspann, wird einem klar, dass der Film gar nicht so einfach ist wie auf es auf den ersten Blick scheint. Ich muss den Film wohl nochmal sehen, vielleicht gibt es dann etwas ausführlicheres. Der Film hat aber eine unglaubliche Anzahl an wunderbaren Szenen; Die Erkundung des Hauses. Das erste Aufeinandertreffen von Arrietty und Sho. Arriettys Schatten hinter dem Blatt. Die Szene auf der Wiese. Der Abschied.

    Der Film ist bereits vom ersten Moment an eine unglaublich detailreiche Entdeckungsreise durch das Haus und den Kosmos der Protagonistin. Das Ende ist dann noch mal der perfekte Abschluss dieses Films.

    [film]9[/film]


    @Doom: Meine Güte, wo hast du hier während des Films nur hingesehen? Liebesromanze?Happy End? lol

    What fools these Mortals be!

  • SPOILER

    Aber das ist doch keine Liebe. Sie ist ja gerade mal so groß wie sein Daumen.

    Bei ihr ist es reine Neugier. Bei ihm hingegen geht es schon tiefer. Er könnte ja vielleicht bald sterben, durch sein schwaches Herz. Unter seinesgleichen fühlt er sich nutzlos. Wenn er hingegen Arrietty hilft, ist er trotz seiner Krankheit noch viel stärker als sie. Somit versucht er sich selbst noch etwas zu beweisen bzw. so merkt er, dass er überhaupt noch lebt.

    Dass ihm das nicht hilft merkt man dann, als sich die beiden auf der Blumenwiese treffen.

    What fools these Mortals be!

  • Nach Ocean Waves und Return of the Cats ist Arrietty für mich wieder ein gelungener Animationsfilm aus dem Ghibli Studio gewesen. Richtig viel geschieht zwar nicht, doch wird von Hiromasa Yonebayashi und Hayao Miyazaki wieder einmal eine phantastische Welt geschaffen. Die Animationen sind angesichts des Hintergrundes, die Umwelt aus der Sicht eines Liliputaners zu erleben, großartig, so tragen riesige Blätter, Insekten und ein facettenreiches Puppenhaus zum Sehvergnügen bei. Auf Action oder Spannung wird in diesem Film weitestgehend verzichtet, sondern stattdessen auf eine (fast) friedliche und entspannte Atmosphäre Wert gelegt. Dadurch fehlen diesem Film die dramaturgische Höhen und Tiefen, als auch ein merklicher Spannungsbogen, weshalb Arrietty nicht der beste, aber womöglich der konstanteste Ghibli Film ist. Ausgehend von den tollen Animationen und umfangreichen Perspektiven ist Arrietty ein leicht zugänglicher Animationsfilm für Jung und Alt, den ich etwa auf derselben Stufe wie Kiki's Delivery Service sehe.

    [film]7[/film]

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