• Quote

    Original von Logge1002:

    Sansan und Wassilis: Ich freue mich, dass euch der Film zugesagt hat. Der Film ist was ganz besonderes, da er wirklich in die Psyche eindringt und einen auch später noch beschäftigt.

    Willkommen im Club der Kranken :3:

    Naja, sind nicht alle die den Film geguckt haben irgendwie "krank"?
    Ich meine, hier wussten sicherlich schon einige vor dem Film-gucken was für Szenen sie erwartet - und dann?
    Richtig, sie haben ihn sich trotzdem reingezogen. Warum zum Schluss dann mit dem Zeigefinger auf andere zeigen und auf den Regisseur schimpfen? Trailer, Inhaltsangaben und Diskussionsrunden im Internet haben uns angeregt den Film zu gucken, obwohl wir wussten was auf uns zukommt, obwohl wir (meistens) wussten das es da sehr grenzwertige Szenen gibt. Und wir haben trotzdem hingeschaut (zu meiner eigenen Verteidigung möchte ich aber sagen, dass ich vor dem Schauen des Films keine Ahnung hatte was mich erwartet, ich bin also eine von den Guten :D...nicht). Wir sind alle irgendwie "krank" und total abgestumpft. Das und nichts anderes hat mir der Film gezeigt, auch wenn diese Erkenntnis erst vor einigen Minuten kam nachdem ich mir Zeit genommen habe die ersten Seiten des Threads gelesen zu haben (;

    Es ist jetzt fast 1 Jahr her das ich den Film geguckt habe und es ist wirklich komisch das der Film manchmal immernoch so present im Kopf ist. Sowas ähnliches hatte ich nach dem gucken von Paranormal Activity 1 (Katie wird aus dem Bett gezogen), ich konnte Wochenlang nicht schlafen und brauchte immer zwei Bettdecken.

    Ich hoffe ich habe niemanden mit meinem Text irgendwie beleidigt, wenn doch dann war das nicht so gemeint . Ich kann leider nicht genau beschreiben was ich mit "krank" meine (habe einfach das "Willkommen im Club der Kranken" von Logge1002 übernommen, aber wenn ich die Worte dafür finde dann melde ich mich nochmal.

    Just my two cents =)

  • Jetzt hab ich schon sooo viel von dem Film gehört und er reizt schon enorm.
    Gerade jetzt, wo ich einen Teil eurer Meinungen gelesen habe..
    Ich werd den mir die Tage mal anschauen, denke ich.

  • Also ich hab den Film in der Originalsprache mit englischen Subs und natürlich Uncut gesehen.
    Oh man, so ganz gesackt ist er noch nicht, aber ich muss wirklich sagen, dass er mir gut gefallen hat, so absurd das auch klingt. Das war jetzt wirklich kein Film, der der allgemeinen oder überhaupt der Unterhaltung dient, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich den wahrscheinlich nicht zum letzten Mal gesehen habe.

    Er war wirklich gut gemacht und hatte nicht nur eine interessante Kameraführung, sondern auch gute schauspielerische Leistung. Gerade der Vukmir kam mir ziemlich krass vor und man hat ihm wirklich abkaufen können, was er da von sich gegeben hat. Da lobe ich mir auch den Originalton, der war schon echt gut und ich bereue es nicht, einfach nur Subs eingespielt zu haben. Bis auf zwei, drei wirklich krasse Szenen (Newborn Porn und die Happy Family Szene inlusive 'Auge') fand ich den Film jetzt nicht zu krass, da gibts sicher abartigeres und ich habe mir ohnehin vorgenommen den Film nicht nach ein oder zwei Szenen zu bewerten sondern gleich das gesamte auf mich wirken zu lassen. Und der Gesamtfilm hinterlässt einen bleibenden Eindruck, es packt einen und man spürt ständig diesen leichten Schauer, der mal stärker und mal weniger stark ist, aber gefesselt hat der Film und ich glaube wirklich, dass die Mischung aus Story, Kamera und Spielerei schon ein wenig als stark abstrakte Kunst zu bezeichnen ist.
    Der Regisseur/Produzent, was auch immer, hat ganze Arbeit geleistet und war meiner Meinung nach sehr mutig, denn sowas habe ich noch nicht gesehen und ich fühlte mich kurz nach dem Film irgendwie ein wenig verstört aber auch gepackt und das passiert nun mal nicht bei jedem.

    Zu dem ganzen 'Bin ich jetzt krank, wenn ich den Film gut finde?' habe ich auch eine Meinung... Es kann unmöglich krank sein, denn es ist doch nur ein Film.. Ich meine klar, das ist eben nicht das, was die Gesellschaft als 'gut' bezeichnen würde, aber hey ich fühle mich jetzt nicht wirklich krank, es ist nichts seltenes, dass so etwas interessant wirken kann und wenn jemand mit dem Finger zeigen will, ja und? :D Ich glaube es ist nichts verkehrt daran, sich Filme anzuschauen, sie interessant und als gut zu befinden, solange man den Film Film sein lässt und nicht selbst zu einem Vukmir wird.

    Und ich muss Logge recht geben, der Film ist was ganz besonders und ehe ich mich jetzt noch ein paar mal wiederhole, weil ich irgendwie geflasht bin, gebe ich dem Film eine 9/10!

  • Miko, klasse Meinung!!! Krass ist er in meinen Augen auch schon allein wegen den zwei Szenen, besonders die "Happy-Family-Szene" werde ich wohl nie aus meinem Kopf verbannen können und ich sehe sie jetzt schon wieder vor mir. Das hat sonst schon lange kein Film mehr geschafft!

    Bin froh, dass du dem Film ne Chance gegeben hast :6:

  • Wenn ich ihn mir ansehen würde, dann natürlich unvoreingenommen. Mache ich bei jedem Film. Mich interessiert der Film aber einfach zu wenig, um ihn mir anzusehen, da gibt es noch zig andere Filme die ich vorher sehen will.
    Sollte der Film jedenfalls in Richtung Slaughtered Vomit Dolls gehen, ist es nichts was ich jetzt dringendst sehen muss.

    PS: Ich weiss, dass die Frage wahrscheinlich nicht direkt an mich ging, ich habe trotzdem mal geantwortet.;)

    What fools these Mortals be!

  • Mir fällt kein Film ein mit dem man 'A Serbian Film' vergleichen könnte...
    Es ist einfach ein besonderer Trip in abstrakte, gewaltbereite und pornografische Kunst.

  • ASF ist einfach grandios gefilmt, spricht eine wohl doch recht aktuelle Lage in Serbien an und bringt das Ganze mit Bildern rüber, die sich ins Hirn brennen. Kontrovers ja, aber nicht wie Slaughtered Vomit Dolls auf Grund von Ekelszenen, sondern auf Grund der Thematik und des gesamten Werkes. DeathShark den Film solltest du dir mal anschauen :6:

  • Quote

    Original von Trasher:

    Es werden immer mehr die doch etwas mehr in dem Film sehen und ihn als gut empfinden.Freut mich aber ungemein das es Leute gibt die den Film unvoreingenommen anschauen und nicht kritisieren was sie nicht gesehen haben.


    /sign

    Heut in der Uni kam der Film irgendwie wieder ins Gespräch.
    Zitat Typ 1: "Wenn du den ekelhaftesten, schlechtesten Film der Welt suchst solltest du dir "a Serbian film" angucken." - Und bevor ich irgendwas sagen konnte zerrissen sie sich alle wieder die Mäuler lolp Selbstverständlich ging es dann auch nur um die zwei Szenen denn in ihrer Welt besteht der Serbian-Film halt nur aus zwei Szenen...
    & der Soundtrack ist klasse

  • Quote

    Original von Logge1002:

    ASF ist einfach grandios gefilmt, spricht eine wohl doch recht aktuelle Lage in Serbien an und bringt das Ganze mit Bildern rüber, die sich ins Hirn brennen. Kontrovers ja, aber nicht wie Slaughtered Vomit Dolls auf Grund von Ekelszenen, sondern auf Grund der Thematik und des gesamten Werkes. DeathShark den Film solltest du dir mal anschauen :6:

    Irgendwann sehe ich ihn mir sicher an und dann gibts ne objektive Kritik. Weisst du wo es ne gute Uncut Version gibt?

    What fools these Mortals be!

  • Quote

    Original von DeathShark:


    Irgendwann sehe ich ihn mir sicher an und dann gibts ne objektive Kritik. Weisst du wo es ne gute Uncut Version gibt?

    Ja klar es gibt ihn in Schweden Uncut und als Uncut VÖ aus ???? Land :D Da sich kein Label dazu bekennen möchte. Hier mal der OFDB link:

    http://www.ofdb.de/view.php?page=…2842&vid=326895
    http://www.ofdb.de/view.php?page=…2842&vid=326626

    Die neue DVD aus USA ist jetzt auch Uncut:
    http://www.ofdb.de/view.php?page=…2842&vid=341101

    sansan: Du tust mir leid, aber ich glaube viele Leute kann man nicht umstimmen ;)

  • Hätte auch gerne mal ne schöne Uncut-Fassung hier stehen, aber so lohnt sich das nicht wirklich. Nervig, dass die UK-BR auch cut ist...

    I'm the cool dad. That's my thing. I'm hip. I surf the Web. I text. LOL: laughing out loud. OMG: Oh my God. WTF: Why the face? Um you know, I know all the dances to High School Musical so..

    [ Dienstag | 23:48 ] <Anyu> also wenn three fingers würstchen einen agenten hat, dann muss ich es mal anerkennend schütteln

  • So habe eben den Film mir zum ersten Mal angeschaut. Ich muss dazu sagen, das ich solche Filme noch nie geschaut habe. Allgemein kontroverse Filme, die einfach zu heftig sind. Ich gucke eigentlich nur Mainstream Sachen, normale Splatter Filme und sowas halt. Hab mich jetzt das erste Mal an so etwas herangetraut. Ich bin froh, das ich es geschafft habe den Film zu Ende zu schauen.

    Es gibt für mich nur ein Positives an dem Film & das is die Musik. Die is grandios gemacht.
    Ich finde ganz klar, das da Szenen bei sind, die einfach nicht gehen. Das der Regisseur dieses Filmes, solche Szenen zeigen musste, dafür habe ich keinerlei Verständnis. Damit meine ich die Szene mit dem Baby. Ich konnte es nicht fassen, als ich das sah. Das war das allerschlimmste. Oder die Szene, wo sie bei der Großmutter sind und die Großmutter meint, das Milosh das Kind entjungfern kann. Und die andern stehen da und filmen alles. Und zum Schluss die Szene mit seinem eigenen Sohn. Ich habe in der Szene Tränen verloren, weil es einfach so schockierend war. Wenn man den ganzen Film schaut und soviele brutale Szenen zu sehen sind, die Grenzen überschreiten und zum Schluss kommt sowas auch noch, dann is das nervlich gesehen, verdammt heftig. Das schlimme is, das Milosh nix machen konnte, er war voll mit Drogen vollgepumpt und konnte nicht anders. Er war total hilflos. Er war wie ein Monster. Es war zum Schluss das einzig richtige, sich und seine Familie umzubringen. Das was denen passiert is, war das brutalste überhaupt, weil jede Sekunde auf dieser Welt, wär ne Qual für die gewesen. Als die sich umgebracht haben und ich sah, das da noch welche waren, die dann die Kamera draufgehalten haben, dachte ich mir auch warum sind da noch welche am Leben. Milosh hatte die doch alle umgebracht. Ich finde, das der Film so, in dieser Härte nie gedreht hätte werden dürfen. Hier wurde eindeutig die Grenze überschritten. Soviele Szenen überschreiten das ganze einfach. Ohne gewisse Szenen in dem Film hätte ich gesagt, das der Film sehr gut gemacht wurde. Aber diese besagten Szenen zerstören das alles. Auch wenn der Regisseur, mit dem Film zeigen wollte, was es für grausame Menschen da draußen gibt, ich zeige keinerlei Verständnis dafür, sowas in dieser Brutalität zu zeigen. Es gibt Grenzen! lolp

  • Quote

    Original von Vorhees11:

    Als die sich umgebracht haben und ich sah, das da noch welche waren, die dann die Kamera draufgehalten haben, dachte ich mir auch warum sind da noch welche am Leben.

    Das soll nur zeigen, dass es immer wieder welche geben wird, die solche Kranken Sachen weiterführen und es kein Entrinnen davor gibt.

    Interessante Meinung Vorhees und ich finds klasse, dass du den Film bis zu Ende geschaut hast :6: Großes Lob dafür.

  • Ich finde es auch großartig, dass du dich herangetraut hast und wenn das dein erster kontroverser Film war, kann ich auch ein wenig verstehen, dass du absolut gegen die 'art' dieses Films bist. Natürlich ist es etwas ganz spezielles solche harten Sachen anzusprechen, aber auch noch zu drehen und in einen Film zu packen, joa das ist heftig aber auch sehr mutig.
    Ich hab den Film als fettes Ausrufezeichen gesehen: Er zeigt welche Perversen es auf dieser Welt gibt. Es ist irgendwie eine Art Aufruf etwas dagegen zu unternehmen und das ist sehr künstlerisch aber eben auch genauso hart dargestellt.

    Daumen hoch für dich, deine Review war super interessant :6:

  • @Vorhees: Klasse erklärt - hat mich auch in meiner Meinung bestätigt, diesen Film nicht gucken zu wollen - auch wenn es dann heißt, ich reduziere den Film auf diese Szenen (was nicht stimmt - ich halte mich nur an meine von mir aufgestellten Prinzipien, das sowas nicht gezeigt werden sollte und ich das nich unterstütze, indem ich mir so einen Dreck kaufe/leihe). Ich gucke nicht nur Mainstream, darf auch gerne mal was neben der Spur sein.Mir ist auch durchaus bewusst, das es da draußen ne Menge kranke Arschlöcher gibt, aber ich glaube kaum das sich durch das Zurschaustellen solcher Szenen in Filmen daran etwas ändern wird - Voyeurismus...nix weiter. Aber das haben wir ja schon ausdiskutiert..... :3: Hut ab, das Du Dir den Film angeschaut hast. Auf jeden Fall wirst Du erstmal vorsichtig sein, was kontroverse (oder perverse?) Filme angeht....Daumen hoch. :6:

  • @ all: Danke für das Lob Leute. Ich hab es versucht so gut wie möglich zu erklären, was der Film mit mir gemacht hat und wie meine Meinung über diesen Film is.

    @ Weißherbst: Gut zu wissen. Dann lasse ich mir lieber kein Filmtipp geben von Logge :3:

  • Quote

    Original von Weißherbst:

    Vorhees11:

    Meinen Respekt hast du. Man kann deine Entrüstung in jeder Zeile erlesen. Daher mein Tipp, da du für solche Filme genauso wie ich nicht gemacht bist: Nimm niemals Filmetipps von Logge an. Der schaut nur solche "Kunst"filme...

    Kann ja nicht jeder solch wertvollen Filme wie du schaun :5: A Serbian Film ist übrigens kein Kunstfilm und ich habe ihn auch nie so bezeichnet, bist wohl in nem Wahn mein Guter lolp ASF ist ein kontroverser Thriller.

    Vorhees schau einfach was dich reizt ;)

  • Quote

    Original von Vorhees11:

    @ all: Danke für das Lob Leute. Ich hab es versucht so gut wie möglich zu erklären, was der Film mit mir gemacht hat und wie meine Meinung über diesen Film is.

    @ Weißherbst: Gut zu wissen. Dann lasse ich mir lieber kein Filmtipp geben von Logge :3:


    Ich liebe Filmtipps von Logge und Trasher :0:

  • @ Vorhees :

    Klasse-Review, hast sehr gut wiedergegeben wie der Film auf dich wirkte. Kann deine Meinung nachvollziehen, vielleicht mit einer Ausnahme : Ob es das einzig Richtige war, dass der Protagonist sich und seine Familie am Ende ausgelöscht hat, möchte ich zumindest anzweifeln. Es ist allenfalls aus der Situation heraus verständlich.


    Lob fürs Anschauen bzw. fürs zuende Schauen? Mhhh... Klingt irgendwie komisch in einem solchem Zusammenhang Lob zu verteilen.

  • @ Hotte99: Danke. Freut mich, das mein Review zu den Film so gut rüberkam. Ich habe das so gut es geht, versucht zu erklären wie ich es aus meiner Sicht gesehen habe. Das er sich & seine Familie zum Schluss umgebracht hat, kann ich einfach nur verstehen. Nachdem man den Film komplett geschaut hat und gesehen hat, was der Familie passiert is alles.

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    Original von Vorhees11:

    @ Hotte99: Danke. Freut mich, das mein Review zu den Film so gut rüberkam. Ich habe das so gut es geht, versucht zu erklären wie ich es aus meiner Sicht gesehen habe. Das er sich & seine Familie zum Schluss umgebracht hat, kann ich einfach nur verstehen. Nachdem man den Film komplett geschaut hat und gesehen hat, was der Familie passiert is alles.

    Man kann es verstehen... das kann ich soweit stehen lassen... das EINZIG Richtige war es aber sicher nicht... Es gibt auf der ganzen Welt (leider) so viele Menschen denen ähnlich schreckliches wiederfährt... wenn dann jedesmal nur sogenannter "erweiterter Suizid" der einzige "richtige" Ausweg ist... Der Hauptprotagonist wollte nicht mehr leben... Wer sagt ihm denn, dass seine Familie trotz der traumatischen Erlebnisse nicht weiterleben wollte? Ich fand die Message gegen Ende sogar (neben den harten Szenen) noch mit das Bedenklichste an dem ganzen Film.


    Zusatz : Der Hauptdarsteller hatte schließlich die Schuldgefühle, ob begründet oder auch nicht... aber ich kann doch nicht über ein anderes Wesen, dem Schlimmes wiederfahren ist so plötzlich ein Todesurteil fällen! Überleg dir mal : Ne Frau, die zigfach vergewaltigt wurde und ihre Probleme im Leben definitiv haben WIRD!... Da kommt dann einer und erschießt diese Frau im Schlaf?!!!! Was soll daran richtig sein?

  • In den ganzen Jahren, seit ich mich jetzt mit Filmen beschäftige, habe ich selten gezögert. Tarkovskijs „Der Spiegel“ habe ich mir nie angesehen, aus Angst ihn nicht zu verstehen. Bei „A Serbian Film“ war es anders. Mich schreckten die im Vorfeld beschriebenen Szenen ab.
    Was hat man nicht alles gelesen. Ich wollte ihn nicht sehen, sowas brauche ich nicht, dachte ich mir immer wieder. Jetzt habe ich ihn doch gesehen. Natürlich war es nicht notwendig, der Film zeigte mir nichts, was ich nicht schon wusste oder mir nicht bewusst war. Das einzige was ich gelernt habe ist, dass ich mit einem Vorurteil gegenüber einem Film absolut falsch liegen kann und ich evtl. ein unglaublich wütendes, sowie sehr ausdrucksstarkes Stück Kino verpasst hätte, welches unter seiner Oberfläche doch so viel mehr als nur einen beliebigen Torture Porn bietet.

    Der Anfang macht es bereits deutlich, volkstümliche Musik wird vom eingeblendeten Titel unter waberndem Industrial Sound zertrümmert, der Film gibt gleich zu Beginn die harte Gangart vor. Danach wird Milos Familienleben vorgestellt, immer wieder Bezug zu seiner Vergangenheit hergestellt. Man sieht Milos an, dass er mit seiner Vergangenheit nicht abgeschlossen hat.
    Vukmirs Angebot ist für ihn verlockend, würde es für ihn doch Sicherheit und eine soziale Festigung bedeuten. Er lebt nicht in völliger Armut, aber ohne Erspartes kann er seiner Familie ihren Standard nicht weiter bieten. Der Neid seines Bruders und der Spott einer Kollegin kratzen zudem an seinem Ego.
    Mit dem Geld will er aus Serbien raus, sagt er zu seiner Frau eines Abends.

    “Victim sells, Milos. Victim is the priciest sell in this world. The victim feels the most and suffers the best. We are a victim, Milos. You, me, this whole nation is a victim.”

    Besonders an Vukmir, ein ehemaliger Staatsdiener, bemerkt man unmissverständlich die Intentionen des Regisseurs, arbeitet er doch hauptsächlich durch ihn die ganze Geschichte seines Landes auf. Der Völkermord in Serbien, die Jugoslawienkriege und das Milosevic Regime sind omnipräsent. Im Gespräch sagt Vukmir einmal, Serbien sei kein Land für die Kunst, denn wo es kein Leben gibt, gibt es auch keine Kunst. Er produziere für den Ausländischen Markt. Dieser Satz spiegelt einmal die Ohnmacht des Westens während des Krieges wieder und stellt ihn als voyeuristischen Zuschauer hin, während er Serbien doch als zutiefst zerstörtes und verlorenes Land hinstellt. Hier merkt man dem Film auch deutlich seinen Zorn an.

    Würde der Film nicht A Serbian Film heißen, er könnte doch an so vielen Orten spielt, hätte der Zuschauer keine Ahnung wo das Geschehen stattfindet. Mehr als graue, triste Straßen und ein paar Ruinen sieht man nicht.

    Spasojevic dreht in seinem Film das Grauen bis zum Anschlag auf, einige Szenen stoßen sicherlich an Grenzen, die man nicht unbedingt sehen muss oder will. Doch kann man dem Regisseur seine humanistischen Intentionen nie aberkennen, zu pointiert ist der Film, zu viel politischer Subtext versteckt sich in jeder einzelnen Szene. Die Gewalt erschreckt, sie nimmt einen zutiefst mit. A Serbian Film zeigt diesen ganzen Schrecken jedoch ohne jeglichen voyeuristischen oder unterhaltenden Gedanken, und genau deshalb wird die Gewalt im Film für den Zuschauer überhaupt erst reflektierbar. Warum sollte sich der Regisseur auch zurückhalten? Das was der serbischen Bevölkerung angetan wurde geht sowieso über jegliche visuelle Darstellungsmöglichkeit hinaus.

    Die Gewalt an Kindern und Frauen, die der Film aufzeigt, überhaupt die Gewalt an den Familien ist als direkte Analogie auf eben diese Kriege und Volksverstümmelungen zu verstehen, denn sind es nicht immer die Familien die darunter leiden? Vukmir beschreibt das Land als Waisenhaus, in dem Kinder von ihren Familien verstoßen werden, hat der Krieg doch ganze Generationen vernichtet. Am Ende tut Vukmir Milos Familie das an, was im Krieg noch allen Familien angetan wurde. Hier hat der Film etwas Gnade mit dem Zuschauer, das Finale wird etwas überzogener inszeniert, der Zuschauer wird wieder in die Wirklichkeit geholt. Der Film, ist doch immer noch nur ein Film.

    Not all films have a happy ending. Denn am Ende bleibt der Familie nichts mehr. Nicht einmal Erlösung. Die gibt es weder im Film, noch in der Wirklichkeit.

    What fools these Mortals be!

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