Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht

  • Produktionsland: Deutschland
    Produktion: Christian Reitz, Margaret Ménégoz
    Erscheinungsjahr: 2013
    Regie: Edgar Reitz
    Drehbuch: Edgar Reitzund Gert Heidenreich
    Kamera: Gernot Roll
    Schnitt: Uwe Kilmmeck
    Spezialeffekte: Helmut Neudorfer , Hans Neurohr
    Budget: ca. 8.000.000 Mio. Euro
    Musik: Michael Riessler
    Länge: ca. 240 Minuten
    Freigabe: FSK 6
    Deutscher Kinostart : 3. Oktober 2013

    Darsteller:

    Jan Dieter Schneider: Jakob Simon
    Antonia Bill: Henriette gnt. Jettchen Simon, geb. Niem
    Maximilian Scheidt: Gustav Simon
    Marita Breuer: Margarethe Simon
    Rüdiger Kriese: Johann Simon
    Mélanie Fouché: Lena Zeitz, geb. Simon
    Philine Lembeck: Florinchen Morsch
    Eva Zeidler: Großmutter
    Reinhard Paulus: der Unkel
    Barbara Philipp: Lotte Niem, Jettchens Mutter
    Martin Haberscheidt: Fürchtegott Niem
    Martin Schleimer: Walter Zeitz
    Christoph Luser: Franz Olm
    Rainer Kühn: Dr. Zwirner
    Andreas Külzer: Pfarrer Wiegand
    Julia Prochnow: Hebamme Sophie Gent
    Zoé Wolf: Margotchen
    Konstantin Buchholz: der junge Baron
    Jeroen Perceval: Auswanderungswerber
    Werner Herzog: Alexander von Humboldt

    Handlung:

    Jakob Simon ist ein romantisch veranlagter Sohn eines Dorfschmieds im Hunsrück-Dorf „Schabbach“.
    Er träumt von einem Leben in den Urwäldern Brasiliens. Vorbild sind ihm die vielen Auswanderer seiner Zeit, die den Hunsrück in Richtung des südamerikanischen Kontinents verlassen.
    Jakob lernt dafür verschiedene Sprachen, darunter die der Indianer Südamerikas, und liest zahlreiche Bücher.
    Seine Mutter bestärkt ihn, doch bei seinem bodenständigen, praktisch veranlagten Vater stößt er auf Unverständnis, was auch körperliche Auseinandersetzungen zur Folge hat.
    Einmal flüchtet er zu seiner Schwester Lena in den Moselort Wolf, die aufgrund ihrer Heirat mit einem Katholiken vom Vater verstoßen wurde.
    Während sein Vater ihn immer wieder als faulen, zu nichts zu Gebrauchenden verunglimpft, der in der Schmiede wegen zweier linker Hände nicht richtig arbeiten könne und ihm die Bücher versucht zu entreißen, in denen Jakob immerfort liest, hält sein im Haus lebender unverheirateter Onkel zu ihm.
    Nicht selten rettet er die Bücher, die sein Vater Jakob zuvor wegnahm und versteckt sie für Jakob.

    Mein Herz schlägt für meine Mama &

  • Die andere "Heimat – Chronik einer Sehnsucht" ist ein Kinofilm von Edgar Reitz aus dem Jahr 2013, der auf der ebenfalls von Edgar Reitz stammenden Filmreihe Heimat beruht.
    Der Film thematisiert die Epoche des Vormärz in den Jahren 1842 bis 1845 und die damalige Welle von Auswanderungen aus dem Hunsrück nach Brasilien.
    Der Film ist fast ausnahmslos in Schwarz-Weiß und einige Elemente sind in Farbe gehalten.

    Hintergrund:

    Nach seiner dreiteiligen Heimat-Saga wollte Edgar Reitz eine weitere Hunsrück-Geschichte verfilmen und entschied sich für die Zeit der Auswanderungswelle in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts.
    Als konkreten Auslöser für den neuen Film nannte Reitz einen Brief, den er während der Dreharbeiten zu "Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende" bekam; in dem Brief schrieb eine Krankenschwester aus Brasilien, sie habe Reitz im Fernsehen gesehen, und er habe große Ähnlichkeit mit ihrem Chef, der ebenfalls Reitz heiße.
    Daraus habe sich ein längerer Kontakt ergeben, der schließlich in der Idee zu dem Film mündete.
    Allerdings spielt der Aspekt Brasilien auch schon in "Heimat – Eine deutsche Chronik („Heimat 1“)" eine Rolle:
    So in der ersten Folge (Fernweh), als der Großvater Mathias Simon sagte: „Früher wie mei Großvater noch gelebt hat, da sind die Leut nach Brasilien ausgewandert.
    Und die heißen heut: Emilio, Francesco, Roberto und Magrilia“ – Mathias war nach seinem Alter in der Generation der Enkel des Jakob Simon.
    In der letzten Folge (Das Fest der Lebenden und Toten), in der die Hauptfigur Maria Simon stirbt, tauchen zwei Anverwandte Männer aus Brasilien auf (Edmundo und Joao), die von der Beerdigung erfuhren und sie zum Anlass nahmen nach Schabbach zu fahren und den Spuren ihrer Ahnen nachzugehen.

    Als sein Bruder Guido starb, der zurückgezogen den elterlichen Uhrmacherladen in Morbach betrieb, fand Reitz zu seinem Erstaunen heraus, dass dieser als Privatgelehrter indigene Sprachen erforschte.
    Niemand in der Familie wusste etwas davon.
    In Fachkreisen war Guido Reitz allerdings durch seine Expertise bekannt.
    Seine umfangreiche Privatbibliothek wurde der Uni Marburg vermacht.
    Inspiriert dadurch wurde der Rolle des Jakob autodidaktische Fähigkeiten zum Erlernen der Indianersprache hinzugefügt.
    Den Film widmete Reitz seinem Bruder.

    Edgar Reitz wollte mit Die andere Heimat vor allem eine Geschichte über die Auswanderung nach Brasilien im Hunsrück des 19. Jahrhunderts erzählen.
    Der Rückgriff auf „Schabbach“ und auf die Familie Simon war für ihn eher Mittel und nicht Zweck.
    In einer Pressekonferenz im April 2012 brachte Reitz zum Ausdruck, dass er nicht zwingend die Vorgeschichte der Familie Simon erzählen wollte.
    Reitz bezeichnete es gleichwohl als vorteilhaft, wenn Fans der Heimat-Trilogie allein schon deshalb ins Kino gingen, weil sie sich von dem Film erhofften, die Vorfahren der Simons zu sehen.
    Die Vorgeschichte des Dorfs Schabbach erzählt der Film ohnehin nur zum Teil, da viele Orte und Plätze, die aus Heimat 1 bis 3 bekannt sind (z. B. die Kirche, das Wiegand-Haus, das Schirmer-Haus, der Saal und der Kolonialwaren-Laden) im Film nicht mehr auftauchen, weil sie in Woppenroth stehen bzw. standen. Reitz hatte sich entschlossen, Woppenroth für "Die andere Heimat" nicht zu berücksichtigen und hauptsächlich im Nachbardorf Gehlweiler zu drehen.
    Das aus "Heimat 1 bis 3" bekannte Schabbach ist in „"ie andere Heimat" deshalb nur noch in der Simon-Schmiede erkennbar.

    Mein Herz schlägt für meine Mama &

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