Emergency Room: Die Notaufnahme

  • Herstellungsland: USA
    Ausstrahlungsjahr: 1994 bis 2009
    Originaltitel: ER
    Genre: Drama
    Staffeln: 15
    Episoden: 331
    Laufzeit: 45 Minuten, Episoden 1 und 331: 90 Minuten
    Idee: Michael Crichton
    Ausstrahlender Sender: NBC
    Ausstrahlungstermin: 19. September 1994
    Deutscher Serienstart: 30. Oktober 1995 auf ProSieben

    Darsteller:

    Anthony Edwards
    George Clooney
    Noah Wyle
    Sherry Stringfield
    Eriq La Salle
    Jörg Hengstler
    Julianna Margulies
    Cathrin Vaessen
    Gloria Reuben
    Anna Carlsson
    Laura Innes
    Maria Bello
    Alex Kingston
    Kellie Martin
    Paul McCrane
    Goran Višnjić
    Erik Palladino
    Michael Michele
    Ming-Na Wen

    Handlung:

    Hauptschauplatz ist die Notaufnahme in dem fiktiven Bezirkskrankenhaus County General Hospital, das sich im Stadtzentrum von Chicago befindet.
    Ein wichtiger Nebenschauplatz ist die Chirurgie in einem der oberen Stockwerke.
    Wie in den Vereinigten Staaten üblich, ist die Notaufnahme interdisziplinär, das heißt, darin sind Mediziner verschiedener Fachrichtungen tätig, darunter neben Notfallmedizinern auch Chirurgen, Pädiater, Radiologen und Psychiater.
    Weil es sich beim County General um ein Lehrkrankenhaus handelt, beschäftigt es in vielen Abteilungen auch Medizinstudenten.

    Jede Staffel spielt in der Regel – ähnlich zur Dauer der US-Erstausstrahlung – im Zeitraum eines Jahres bzw. medizinischen Ausbildungsjahres, das von Juli bis Juni dauert.
    Die meisten Episoden erzählen die Ereignisse je eines Tages zwischen Morgen und Abend.
    Entsprechend spielt der überwiegende Teil der Episoden während der Tagesschicht; wenige Episoden erzählen von der Nachtschicht.
    Die Serie folgt dem Arbeitsalltag sowohl von einem Teil des in der Notaufnahme tätigen medizinischen Personals, hauptsächlich von Ärzten, als auch von Chirurgen, die die zuerst in die Notaufnahme eingelieferten Patienten anschließend operieren.

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  • Idee:

    Michael Crichton, als Bestseller-Autor, Regisseur und Produzent bekannt geworden, war bis 1969 Medizinstudent im Massachusetts General Hospital in Boston und schrieb dort bereits in seinem vierten Studienjahr die dokumentarische Arbeit Fünf Patienten (Five Patients), die auf den Beobachtungen und Erfahrungen in der Notaufnahme des MGH basierte und 1970 veröffentlicht wurde.
    1974 schrieb er das Drehbuch für einen Film über eine Unfallstation, das er im selben Jahr fertigstellte.
    Dieses bot er in den folgenden Jahren mehreren Produktionsstudios und Fernsehsendern an, die es alle mit der Begründung ablehnten, es bedürfe einer Menge Verbesserungen.
    Die Idee zu dem Drehbuch war den einzelnen Meinungen nach zwar interessant, aber zu technisch, zu schnell, zu anspruchsvoll und zu fremd.
    Die Forderungen nach Änderungen, beispielsweise der Vereinfachung der medizinischen Terminologie oder der Entwirrung der vielen Handlungsstränge, widerstrebten Crichton jedoch stets.
    Er wollte sich nicht auf Kompromisse einlassen und war der Ansicht, dass sein Drehbuch etwas Einzigartiges sei und man es deshalb keinem bereits bestehenden Schema anpassen könne.

    1989 bekundete der Regisseur Steven Spielberg starkes Interesse an dem Drehbuch und kaufte es mit der Absicht, daraus einen Spielfilm zu machen.
    Doch die Realisierung verzögerte sich, da sich die beiden zunächst der Verfilmung des Kinofilms Jurassic Park widmeten, zu dem Crichton das Drehbuch lieferte.
    Erst im Oktober 1993 ergab sich wieder die Gelegenheit, über die Verwirklichung von ER nachzudenken.
    Inzwischen gingen die Überlegungen jedoch mehr in Richtung einer Fernsehserie.
    Crichton stimmte unter der Voraussetzung zu, dass die Eigenheiten seines Drehbuchs erhalten bleiben, die bisher jeden Fernsehsender das Projekt hatten ablehnen lassen.
    Da Crichton und John Wells als Ausführende Produzenten auftraten, Steven Spielberg das Projekt unterstützte und Jurassic Park sich zu einem großen Erfolg entwickelt hatte, wurde ER schließlich mit Einverständnis des Senders NBC verwirklicht.
    Der Pilotfilm wurde im Frühjahr 1994 einem Testpublikum in verschiedenen Landesteilen vorgeführt, das mit den höchsten Testwerten aller dramatischen Pilotfilme der vergangenen Jahre reagierte.

    Zu Beginn von Episode 316, Arzt, heile Dich selbst (Staffel 15), würdigt Eriq La Salle im Namen von Besetzung und Stab den am 4. November 2008 verstorbenen Michael Crichton in einem Nachruf als „wahren Gentleman, freundlich und geistreich“, als „brillanten Schreiber, intelligent und unfehlbar“ und als „guten Freund“, den „wir vermissen werden“.

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  • ER startete in den USA bei NBC am Montag, dem 19. September 1994, mit dem zweistündigen Pilotfilm.
    Die Episoden liefen fortan donnerstags um 22 Uhr.
    Die finale, zweistündige Episode begann bereits um 21 Uhr, ihr ging am selben Abend (2. April 2009) eine einstündige Retrospektive voran.

    Zuschauerzahlen:

    Bereits in der ersten Staffel erreichten die Erstausstrahlungen durchschnittlich 30 Millionen Zuschauer, was seit 1976 keiner Dramaserie mehr gelungen war.
    Auch in den folgenden Staffeln der 1990er Jahre waren Zuschauerzahlen von durchschnittlich 35 Millionen pro neuer Episode die Regel.
    Je nach Quelle wurde die höchste Einschaltquote bei Episode 32, Der Held des Tages (Hell and High Water, Staffel 2, etwa 48 Millionen Zuschauer), bzw. bei Episode 91, Liebesdienst mit Todesfolge (A Hole in the Heart, Staffel 4, etwa 47,8 Millionen Zuschauer, gemessen.
    ER konnte sich in der Rangfolge der landesweit meistgesehenen Sendungen während der ersten acht Staffeln durchweg unter den ersten vier platzieren und dabei dreimal die Spitzenposition einnehmen.
    Bezogen auf die Zuschauerzahlen in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen platzierte sich die Serie mit den Staffeln 2, 3, 5 und 6 auf dem ersten Platz.
    Die ersten zehn Staffeln lang war sie in den USA die meistgesehene Dramaserie, unter den von NBC ausgestrahlten Dramaserien sogar die ersten zwölf Staffeln lang.
    Obwohl die durchschnittliche Reichweite in der neunten Staffel sank, konnte die Serie in diesem und im zehnten Jahr ein mit anderen Primetime-Sendungen verglichenes, hohes Zuschauerniveau erreichen.
    In den folgenden Jahren sanken die Zuschauerzahlen weiter, beispielsweise erreichte Staffel 12 bei den Erstausstrahlungen durchschnittlich nur noch rund 14 Millionen Menschen.
    Die Episoden der letzten Staffel wurden mitunter von weniger als acht Millionen Menschen gesehen, die finale Episode kam noch einmal auf 16,4 Millionen Zuschauer.

    Kosten:

    Während der ersten vier Staffeln betrug der Preis, den NBC für jede Episode an Warner Bros. zahlen musste, zwischen 1,5 und 1,8 Millionen US-Dollar, womit die Serie damals eine der teuersten war.
    Damit der Sender die Rechte an ER behalten konnte und nicht an einen der Konkurrenten ABC, CBS und FOX abgeben musste, willigte NBC in einem Dreijahresvertrag in die Zahlung von 13 Millionen US-Dollar pro Episode der Staffeln 5, 6 und 7 ein, was ER den Status als teuerste Fernsehserie in der Geschichte der USA einbrachte.
    Der Episodenpreis für die Staffeln 8, 9 und 10 lag bei 8 bis 9 Millionen US-Dollar,für die 14. Staffel wird er auf 5 Millionen US-Dollar geschätzt.

    Serienende:

    Ursprünglichen Planungen der Produzenten und NBC zufolge sollte ER mit der 14. Staffel beendet werden. Wegen eines Streiks der Drehbuchautoren und dem dadurch verursachten Produktionsstillstand, aber auch, um Wiederholungen zu vermeiden, setzte NBC die Ausstrahlung der 14. Staffel im Februar 2008 aus.
    Der Streik, durch den für die 14. Staffel weniger Episoden als geplant fertiggestellt werden konnten, war auch NBCs Grund dafür, eine letzte, 15. Staffel produzieren zu lassen.
    Damit sollte den Produzenten mehr Zeit für das Schreiben der Drehbücher für das Serienende gegeben werden.
    Die Notwendigkeit, die Serie zu beenden, ergab sich den Produzenten zufolge aus einer Kombination aus hohen Produktionskosten, niedrigeren Einschaltquoten und schrumpfenden Werbeeinnahmen.
    Obwohl NBC noch über eine weitere, 16. Staffel nachdachte, lehnten die Produzenten ab, um die Serie beenden zu können, während sie noch ein „respektables Publikum“ besitzt.

    ER war nach der von 1990 bis 2010 ausgestrahlten Krimiserie Law & Order die zweitlängste gesendete Primetime-Fernsehserie von NBC und ist zudem eine der am längsten im amerikanischen Fernsehen präsenten Serien aller Zeiten.
    Deutschland, Österreich, Schweiz

    In Deutschland wurde ER beginnend im Oktober 1995 von ProSieben gezeigt. Zunächst montagabends um 20:15 Uhr ausgestrahlt und während der zweiten Staffel auf den Dienstagabend verschoben, liefen die Erstausstrahlungen wöchentlich, mitunter auch in Form von Doppelfolgen und meistens unterbrochen durch mehrmonatige Pausen zwischen den Staffeln.
    Dabei bewegten sich die Reichweiten bis zur achten Staffel zwischen 2,1 und 2,7 Millionen Zuschauern (ab 3 Jahren) und die durchschnittlichen Marktanteile zwischen 7,3 und 9,4 Prozent je Staffel.
    Da bei der mittwochs gezeigten neunten Staffel die Einschaltquoten mit 1,72 Mio. bzw. 5,3 % deutlich niedriger waren, kehrte die Serie mit der zehnten Staffel wieder auf den Dienstagabend zurück, die Quoten bewegten sich nun mit 2,3 Mio. bzw. 6,9 % wieder auf dem vorherigen Niveau.
    Die Staffeln 11 und 12 sowie die erneut mittwochs gesendeten Staffeln 13 bis 15 erreichten wieder meist deutlich niedrigere Einschaltquoten, die durchschnittliche Reichweite bewegte sich nun nur noch zwischen 1 und 2 Millionen Zuschauern und der Marktanteil zwischen 5 und 6 Prozent.

    Wiederholungen zeigten sowohl ProSieben als auch Kabel Eins, oft im arbeitstäglichen Vormittags- oder Nachmittagsprogramm. Dabei wurde Episode 62, Wer Gewalt sät (The Long Way Around, Staffel 3), aufgrund des Jugendschutzes oft ausgelassen und im Nachtprogramm gesendet. Seit 2010 werden Wiederholungen auf sixx ausgestrahlt.

    In Österreich startete die Erstausstrahlung im November 1995,[45] ausstrahlender Sender ist ORF 1, als Titel wird E.R. – Emergency Room verwendet.

    In der Schweiz wurde ER zwischen 2006 und 2009, meist arbeitstäglich im Frühprogramm, durch 3+ ausgestrahlt.

    ER war bzw. ist zudem bei den deutschen Pay-TV-Sendern DF1 Herz & Co., Sunset bzw. Premiere Serie, Premiere Start und TNT Serie zu sehen.

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