• Produktionsland: USA
    Regie: Howard Hawks
    Erscheinungsjahr: 1948
    Drehbuch: Borden Chase, Charles Schnee, Richard Fielder
    Produktion: Howard Hawks
    Musik: Dimitri Tiomkin
    Kamera: Russell Harlan
    Schnitt: Christian Nyby
    Budget: ca. 2.700.000 Mio. US $
    Länge: ca. 133 Minuten
    Deutscher Kinostart: 9. Februar 1951

    Darsteller:

    John Wayne als Thomas Dunson
    Montgomery Clift als Matthew „Matt“ Garth
    Walter Brennan als Nadine Groot
    Joanne Dru als Tess Millay
    Coleen Gray als Fen
    Harry Carey als Mr. Melville, Vertreter der Greenwood Trading Company
    John Ireland als Cherry Valance
    Noah Beery Jr. als Buster McGee
    Harry Carey Jr. als Dan Latimer
    Chief Yowlachie als Two Jaw Quo
    Paul Fix als Teeler Yacey
    Hank Worden als Sims Reeves
    Ray Hyke als Walt Jergens
    Wally Wales als Old Leather

    Handlung:

    Tom Dunson und sein Adoptivsohn Matthew Garth wollen eine Rinderherde von Texas nach Missouri bringen. Dunson fordert hierbei, dass alle Beteiligten über Ihre menschlichen Grenzen gehen um das Ziel zu erreichen, dazu ist ihm jedes Mittel recht.

    RED RIVER ist (aus meiner Sicht) nicht nur der beste Film von Howard Hawks, sondern einer der drei besten US Western. Das einzige Manko welches ich dem Film vorwerfe ist dessen Ende. Hier kann man jedoch nicht von Inkonsequenz schreiben, denn das Finale ist durchaus gewagt (auch wenn es mir nicht zusagt).

    Robin Wood schreibt in seinem Hawks-Buch: „Mit diesem Ende hat Hawks nicht nur mit den Regeln des traditionellen Western gebrochen, sondern zudem noch mit den Regeln der klassischen Tragödie.“

    Das mag nicht nur stimmen, es stimmt tatsächlich. Die Frage die ich mir allerdings immer wieder stelle ist: Muss das Ende in dieser Form angelegt sein?

    Die USA ließen 1948 das European Recovery Program, (besser als Marshallplan bekannt) in Kraft treten. Der Große Bruder startete somit ein Wirtschaftswiederaufbauprogramm, welches den bedürftigen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf die Beine helfen sollte. Ferner verkündete Truman die Truman-Doktrin, welche den Kalten Krieg zwischen den Westlichen Mächten und dem Ostblock (die Braunschweiger Punk-Band Daily Terror titulierte es 1982 mit „Amis go Home – Ruskis verpisst euch“,) zur Folge hatte.

    Gemessen an diesen Tatsachen kann man die Personen Thomas Dunson und Matthew Garth einbringen. Dunson als Vertreter der Demokratischen Partei (Waynes Vorlieben für die Republicans außen vorgelassen) und Garth als der sich widerwillig Unterordnende. Die Möglichkeit, Garth würde Dunson erschießen, hätte als ein Aufstand gegen die Regierung von Truman interpretiert werden können, was in Anbetracht der damaligen politischen Lage nicht zu vereinbaren gewesen wäre. Wäre RED RIVER zu einer Zeit gedreht worden wie z.B. während des Vietnam-Krieg, so könnte man sich durchaus vorstellen, dass Garth den tödlichen Schuss auf Dunson abgefeuert hätte. Aber dieses ist reine Spekulation.

    Das Drehbuch von Borden Chase sieht übrigens ein Ende vor, welches einer Glorifizierung nachkommt. Dunson wird von einem Cowboy getroffen und versucht mit letzter Kraft, Garth zu erschießen. Dabei bricht er zusammen und seine letzten Worte sind: „Ich will in Texas sterben!“ Ein Ford-lastiger Abschluss der den Patriotismus und einen heldenhaften Tod in den Vordergrund schiebt und somit jede Chance der Auflehnung (seitens Garth) nicht allein verschenkt, sondern eliminiert.

    Die eigentliche Geschichte um das RED RIVER D und den großen Viehtreck nach Missouri bietet neben seinen beiden Hauptfiguren, mit Walter Brennan als Groot einen, für den Zuschauer wichtigen Part. Grot erzählt die Geschichte, ist stets zwischen den beiden Fronten und blockt diese mit Spitzfindigkeiten, Humor und Bauernschläue.

    Weiterhin sei John Ireland als Cherry Valance lobend erwähnt. Obwohl dessen Part eher klein angelegt ist, so kann der John immer wieder für eine gewisse Unberechenbarkeit gepaart mit Coolness sorgen.

    Der Charakter Tess Millay (gespielt von Joanne Dru) ist hingegen weniger erbauend und ein Bestandteil dessen, was den Film in sein unpassendes Finale steuern lässt. Der psychologische Aspekt wird hier entkräftet, denn Hawks lässt den harten Mann wieder weich werden. Fast rührend, aber überwiegend ärgerlich.

    Bildtechnisch hat Russell Harlan bei RED RIVER ein paar großartige Sequenzen geschaffen. Der Aufbruch im Morgengrauen, welches eine anfängliche Düsternis zu einem leicht euphorischen Start in eine bessere Zeit werden lässt. Auch die später folgenden Bilder im Nebel, die mit der Angst vor dem Rancher Dunson angereichert sind, hinterlassen einen intensiven Eindruck.

    Die Story lehnt sich an MEUTEREI AUF DER BOUNTY, sowie den Fanatismus mit dem Herman Melville seinen Kapitän Ahab ausstattete.

    Fazit: Ein großartiger Western, dessen Ende mich allerdings immer noch überfordert.

    Edited once, last by tom bomb (October 4, 2025 at 10:14 AM).

  • Er hört nicht auf... lol Red River? Obwohl in schwarz/weiß gedreht meint man die Landschaft direkt vor sich zu haben, was für eine Kulisse! Man besorgte sich übrigens 5000 Rinder! Da war noch nichts mit Computereffekten, was auch gut so ist. Auch dieses mal nicht ein üblicher Western sondern mit interessantem Vater Sohn Konflikt. [film]9[/film]

    Mein Herz schlägt für meine Mama &

  • Quote

    Original von sid.vicious:

    Habe heute die deutsche BluRay gesichtet. Wer die DVD hat der muss nicht upgraden.

    Review eingefügt.

    ...ist für mich auch nicht wirklich so entscheident, Red River lebt schon durch Waynes Präsenz.
    Der Film ist eine Wucht.

    Mein Herz schlägt für meine Mama &

  • Nach seiner Veröffentlichung war ersowohl bei den Kritikern, als auch an den Kinokassen ein Erfolg und wurde für zwei Oscars nominiert.

    1990 wurde er von der Library of Congress als „kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam“ für die Aufnahme in das National Film Registry der Vereinigten Staaten ausgewählt.

    Zudem wurde "Red River" wurde 2008 vom American Film Institute als fünftbester Western aller Zeiten in die Top 10-Liste des AFI gewählt.

    Mein Herz schlägt für meine Mama &

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