Der Mann, der zuviel wusste

  • Alternativer Titel: Der Mann, der zuviel wußte
    Originaltitel: The Man Who Knew Too Much
    Produktionsland: Großbritannien
    Produktion: Herbert Coleman, Alfred Hitchcock
    Erscheinungsjahr: 1956
    Regie: Alfred Hitchcock
    Drehbuch: John Michael Hayes
    Kamera: Robert Burks
    Schnitt: George Tomasini
    Spezialeffekte: John P. Fulton
    Budget: ca. 2.500.000 Mio. US $
    Musik: Bernard Herrmann
    Länge: ca. 120 Minuten
    Freigabe: FSK 16
    Deutscher Kinostart: 11. Oktober 1956

    Darsteller:

    James Stewart: Dr. Ben McKenna
    Doris Day: Jo McKenna
    Brenda de Banzie: Lucy Drayton
    Bernard Miles: Edward Drayton
    Ralph Truman: Inspektor Buchanan
    Daniel Gélin: Louis Bernard
    Mogens Wieth: Botschafter
    Christopher Olsen: Hank McKenna
    Reggie Nalder: Rien, Auftragskiller
    Alan Mowbray: Val Parnell
    Alix Talton: Helen Parnell
    Hillary Brooke: Jan Peterson
    Carolyn Jones: Cindy Fontaine
    Alexis Bobrinskoy: Premierminister
    Noel Willman: Polizeiassistent Woburn
    Richard Wattis: Manager der Albert Hall
    Yves Brainville: Polizeiinspektor in Marrakesch
    Richard Wordsworth: Ambrose Chappell Jr.
    George Howe: Ambrose Chappell Sr.

    Handlung:

    Dr. Benjamin McKenna (James Stewart) befindet sich mit seiner Frau Jo (Doris Day) und seinem Sohn in Marokko auf der Durchreise.
    Bei einer Busfahrt lernt die Familie den zwielichtigen Franzosen Louis Bernard (Daniel Gélin) kennen.
    Keiner von ihnen ahnt, dass Bernard ein Geheimagent ist, doch bereits einen Tag später kommt die Wahrheit ans Licht, als der Franzose Opfer einer Messerattacke wird.
    In seinen letzten Atemzügen teilt der Spion Benjamin eine brisante Information mit, durch die das Leben der McKennas aus den Fugen gerät.

    Kritik:

    1956 entschloss sich Alfred Hitchcock zu einer Generalüberholung seines 20 Jahre zuvor verfilmten The Man That Knew Too Much, besetzte die Schauspieler mit James Stewart und der Sängerin Doris Day neu und veränderte einige Passagen. Dramaturgisch gibt es an diesem Remake wenig zu bemängeln - zumindest was die zweite Hälfte betrifft, denn darin, dass der Film in der ersten Stunde nur behäbig in den Trott kommt, liegt sein größtes Problem. Für meinen Geschmack nimmt sich Hitchcock zu viel Zeit, um die nicht sonderlich tiefen Charaktere und im Vorfeld bekannte Rahmenhandlung zu präsentieren.

    Erst in Hälfte Zwei steigert sich der Film dramaturgisch und inszenatorisch beachtlich. Der kuriose Auftritt McKennas in einem Geschäft für Tierpräparate, das durch Doris Day besungene "Que Sera Sera" und die Sequenz in der Royal Albert Hall, in der nur durch Bildgestaltung, Schnitt und der Soundkulisse Spannung erzeugt wird, zählen zu den erinnerungswürdigen Momenten dieses Films. Der Höhenflug wird einzig durch das zu abrupte Ende gestoppt, ohne jenes dieses Werk, ebenso wie mit einer strafferen ersten Hälfte, womöglich sogar an den großartigen North by Northwest heranragen würde, so hingegen im Direktvergleich leicht abfällt.

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  • Preise:

    1957: Oscar an Jay Livingston und Ray Evans für „Que Sera, Sera“ als Bester Song
    1990: ASCAP-Award an Jay Livingston und Ray Evans für „Que sera, sera“ als Most Performed Feature Film Standard
    Außerdem war Hitchcock für die Goldene Palme in Cannes nominiert.

    Hintergründe:

    Der Mann, der zuviel wußte" ist die Neuverfilmung eines Films, den Hitchcock bereits 1934 in England gedreht hatte.
    Gegenüber dem rund 45 Minuten kürzeren Original des Films wurden Schauplätze verlegt, die Handlung gestreckt, neue Handlungsstränge eingefügt und einzelne Filmelemente in einen neuen Zusammenhang gebracht.
    Außerdem tauchen andere handelnde Personen auf. So beginnt die Neuverfilmung in Marrakesch und nicht in St. Moritz.
    Der Mord an Louis Bernard geschieht im Original nach wenigen Minuten, in diesem Film dauert es rund eine halbe Stunde bis zum Mord.
    Neu sind die Szene beim Tierpräparator und das Finale in der Botschaft, es fehlt der mit den Verschwörern zusammenarbeitende Zahnarzt.
    Andere Szenen wiederum wurden im Wesentlichen übernommen, wenn auch zum Teil mit anderen Personen, wie etwa beim Gottesdienst in der Kapelle.
    Fast identisch ist die Konzert-Szene in der Royal Albert Hall.

    Neben John Michael Hayes war vor allem Angus MacPhail an dem Drehbuch beteiligt.
    Der Drehplan zwang Hitchcock den Film zu beginnen, obwohl dessen Drehbuch noch nicht fertig war. So wurden die Entwürfe von Hayes oft noch einen Abend vor dem Dreh von Hitchcock und MacPhail umgeschrieben.
    Ein Teil der Dreharbeiten fand an Originalschauplätzen in Marrakesch statt.
    Aufgrund der Termin- und Drehbuchprobleme hinkten sie dem eigentlichen Drehplan allerdings stark hinterher, so dass viele Szenen im Studio vor Rückprojektionen nachgedreht werden mussten. Insgesamt überzog Hitchcock den Drehplan um 34 Drehtage.

    Das Studio wollte die Popularität Doris Days als Sängerin ausnutzen, deshalb wurde vertraglich festgelegt, dass sie in dem Film ein Lied singen musste.
    Sie sträubte sich erst, den eigens komponierten Song Que Sera, Sera zu singen, da es sich „nur um ein Kinderlied“ handele.
    Der Song gewann jedoch einen Oscar und verschaffte Day den größten Erfolg ihrer Platten-Karriere.
    Hitchcocks Komponist Bernard Herrmann tritt in diesem Film persönlich in Erscheinung.
    Sein Name wird auf den Plakaten an der Royal Albert Hall genannt, und wenig später sieht man ihn während des Konzertes, in dessen Verlauf der Mord geschehen soll, am Dirigentenpult stehen.
    Er dirigiert hier die Storm Clouds Cantata des australischen Komponisten Arthur Benjamin, die bereits in Hitchcocks Original von 1934 erklang.

    Zusammen mit vier weiteren Filmen (Cocktail für eine Leiche, Das Fenster zum Hof, Immer Ärger mit Harry und Vertigo) war dieser Film jahrzehntelang nicht verfügbar, da Hitchcock die Rechte daran zurückgekauft und sie als Teil seines Erbes an seine Tochter vorgesehen hatte.
    Sie waren lange bekannt als die berüchtigten „fünf verlorenen Hitchcocks“ und wurden erst 1984, nach 25-jähriger Abwesenheit, wieder gezeigt.

    Cameo:

    Auch in diesem Film hat Hitchcock einen Cameo-Auftritt: Er steht auf dem marokkanischen Marktplatz mit dem Rücken zur Kamera und beobachtet die Artisten (vor der Mordszene, zu sehen bei 24:19 min).
    Einige Zeit zuvor, im Bus nach Marrakesch, ist zwei Sitzreihen vor Familie McKenna, am äußeren rechten Rand des Bildes, ein Mann zu sehen, dessen Gesicht zunächst verdeckt bleibt, der aber in all seinen sichtbaren Eigenschaften eine starke Ähnlichkeit mit Hitchcock aufweist und der aufgrund seiner Platzierung die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zieht.
    Wenig später wird dieser Mann von der Seite gezeigt, und man kann sehen, dass es sich bei ihm ganz eindeutig nicht um Hitchcock handelt.

    Mein Herz schlägt für meine Mama &

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