• Produktionsland: Dänemark, Frankreich
    Produktion: Johnny Andersen, Lene Børglum uva.
    Erscheinungsjahr: 2013
    Regie: Nicolas Winding Refn
    Drehbuch: Nicolas Winding Refn
    Kamera: Larry Smith
    Schnitt: Matthew Newman
    Spezialeffekte: Vitch 'Toon' Chavasit
    Budget: ca. $4.800.000
    Musik: Cliff Martinez
    Länge: ca. 90 min
    Freigabe: noch unbekannt
    Darsteller: Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Tom Burke, Yayaying, Vithaya Pansringarm, Byron Gibson, Gordon Brown, Sahajak Boonthanakit, Joe Cummings, Charlie Ruedpokanon, Oak Keerati


    Inhalt:
    Die Geschichte, um die es geht, ist schnell erzählt: Julian (Ryan Gosling) lebt in Thailand und betreibt dort einen Thai-Box-Club, der allerdings vor allem dazu dient, seine Drogengeschäfte zu kaschieren. Als sein Bruder nach der Vergewaltigung und dem grausamen Tod einer minderjährigen Prostituierte selbst vom Vater des Opfers ermordet wird, reist Crystal (Kristin Scott Thomas) nach Thailand und fordert ihren jüngeren ungeliebten Sohn Julian dazu auf, Rache zu üben für den Tod des großen Bruders. Auf seiner erzwungenen Suche nach Gerechtigkeit stößt Julian auf einen mächtigen Gegner, den kompromisslosen Polizisten Chang (Vithaya Pansringarm), der seine ganz eigenen Vorstellungen von Gerechtigkeit hat und diese buchstäblich mit dem Schwert durchsetzt.
    (Quelle: Kino-Zeit.de eigene Inhaltsangabe folgt nach Sichtung)


    Kinostart in Deutschland: 18.07.2013
    Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 18.11.2013

    Meinung:

    Nicolas Winding Refn und Ryan Gosling sind zurück. Nachdem das Duo mit Drive schon für Begeisterungsstürme gesorgt hat, schlagen sie nun mit Only God Forgives erneut zu. Doch was genau erwartet den geneigten Zuschauer hier? Können sie an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen oder haben die zahlreichen vernichtenden Kritiken vom Filmfestival in Cannes doch Recht?

    Näheres zur Geschichte zu sagen, möchte ich mir an dieser Stelle direkt sparen. Nicht weil sie so schlecht ist oder gar langweilig, sondern weil der Film enorm davon profitiert, dass man so wenig wie möglich von ihm weiß. Ein kleines Detail kann man allerdings verraten und zwar, dass auch in Only God Forgives das zentrale Thema Rache ist, genauso wie in Drive. Allerdings hören hier die Gemeinsamkeiten der beiden Werke auch schon auf. Wo Drive noch auf einen guten Mix aus Romantik, Ehre, Beschützerinstinkt, Action und Gewalt setzte, fehlt dies bei OGF komplett. Dieser ist vielmehr ein Rachestück, welches allerdings zu keinem Zeitpunkt wirklich Stellung bezieht. Das heißt man weiß nie wer hier der Gute oder der Böse ist. In Drive waren die Rollen da viel klarer verteilt und man wusste von der ersten bis zur letzten Sekunde wer der Böse und wer der Gute ist.

    Immer wieder merkt man hier deutlich, dass Drive viel mainstreamiger und massentauglicher war als sein Nachfolger. In Only God Forgives zeigt Winding Refn, das er Filme nicht für das breite Publikum machen will, sondern viel mehr für Fans des Arthouse Kinos. Besonders schön dabei ist, dass er seinen neusten Streich Alejandro Jodorowsky, welcher für Filme wie El Topo und Montana Sacra verantwortlich war, gewidmet hat. Dessen Filme waren ja auch alles andere als normal. Von der ersten Minute an merkt man dem Film an, dass er viel ruhiger und behäbiger agiert als Drive. Die Gesichter werden manchmal minutenlang eingefangen ohne sich jemals zu bewegen oder auch nur eine minimale Regung zu tätigen. Das verleiht dem Ganzen den Eindruck, man würde ein Standbild anschauen. Hierbei muss man sich besonders die Szenen in der Karaoke Bar vor Augen halten. Denn während der Polizeichef auf der Bühne steht und ein herzerwärmendes Lied nach dem anderen trällert, sieht man in den Gesichtern der Gäste absolut keine Regung. Wie versteinert sitzen sie auf ihren Platz und alles um den Zuschauer scheint still zu stehen.

    Wo Winding Refn in Drive noch auf schnelle Action, markante Sprüche, sowie auf die schon angesprochen herzzerbrechende Story Wert gelegt hat, setzt er hier auf das genaue Gegenteil. Kaum Dialoge und wenn dann wird meistens nur auf thailändisch gesprochen. Wenn die Akteure dann doch miteinander kommunizieren, dann sieht man den Darstellern auch dabei keinerlei Gefühlsregung an, ein Highlight ist hier Ryan Gosling, der während dem kompletten Film wie ein Eisblock wirkt und das ist hier äußerst positiv. Man kann den Charakter des Julian nicht lesen, egal wie sehr man es probiert. Viel mehr sind hier die Taten aussagekräftiger als alles andere.

    Darüber hinaus bleiben die Charaktere den ganzen Film über mysteriös und werden kaum näher beleuchtet. Wo Drive darauf gesetzt hat, dass man sich mit den Charakteren verbunden gefühlt hat, da entzieht einem Only God Forgives förmlich diese Grundlage. Man sucht Halt in dem Charakter des Julian nur um immer wieder abzurutschen und den Halt zu verlieren. Das mag sicherlich einige Leute abschrecken, da man eben den ganzen Film über auf der Suche nach einem Sinn und einem Haltepunkt ist. Für Fans des etwas anderen Films dürfte aber genau dies ein Punkt sein, den sie so oft in den großen Hollywoodproduktionen vermisst haben.

    Only God Forgives hält einem zu keinem Zeitpunkt an der Hand oder erklärt vorab groß was als nächstes passieren wird. Immer wieder befindet man sich als Zuschauer in einer Situation in der man nicht so richtig weiß, wieso beispielsweise ein Mensch getötet wird, nur um im Nachhinein zu erfahren was bzw. wer dahinter steckt. Wo in Drive alles mit einem roten Faden verbunden war, reißt dieser in Only God Forgives nicht nur einmal ab, um dann nicht mehr aufgegriffen zu werden. Man muss den Film einfach erleben und den Kopf teilweise ausstellen, um die gewünschte Wirkung zu erhalten. Unterstützt wird das Ganze darüber hinaus von einer Farbgebung die dermaßen unwirklich und abseitig ist, dass es für Fans des Experimentellen Films ein wahrer Traum ist. Hinter jeder Ecke warten Neonfarben auf einen, Gesichter werden in blaues, rotes oder orangenes Licht getaucht und immer wieder sehen die Figuren Gesichter oder gar ganze Menschen, die entweder da sind oder aber auch nicht. Man weiß nie was wirklich passiert oder was nicht. Sind einzelne Figuren wirklich da, oder sind dies nur Sinnbilder für andere Charaktere. Die Tendenz zum Mindfuck, also Szenen die mit dem Kopf des Zuschauers spielen und ihn verwirren wollen, ist allgegenwertig, ein gutes Beispiel dafür ist die Szene als Julian eine Stripperin zu sich einlädt. Da man nicht zu viel von dem Film verraten sollte, muss jeder selber diesen Trip erleben und für sich selber eine Deutung finden.

    Die Musik, welche wie in Drive auch von Cliff Martinez, erstellt wurde zeigt sich eher zurückhaltend. Wo sich in Drive zu dem Score auch noch ein paar richtige Songs gesellt haben, beschert einem der Score von Only God Forgives viel mehr eine sehr unterschwellige, fast unwirkliche Geräuschuntermalung, die für sich gesehen absolut überzeugen kann, aber sehr dezent eingesetzt wird. Lediglich die kurzen thailändischen Lieder, welche in der deutschen Fassung leider nicht übersetzt worden sind, bieten hier etwas Abwechslung. Gepaart mit den extremen Farben ergibt sich dadurch ein Audiovisueller Trip, der so für ein außergewöhnliches Erlebnis sorgen kann. Natürlich waren die Bild- und Tonkompositionen auch in Drive schon sehr gut, doch hier erreicht Winding Refn wirklich den nächsten Level. Alles ist unheilvoll, brutal und kalt. Die Nerven des Zuschauers sind angespannt und man weiß nie was als nächstes auf einen wartet. Wird der Film in eine Gewaltorgie explodieren oder passiert etwas, mit dem man nicht rechnet?

    Apropos Gewalt, was Only God Forgives hier zeigt, oder viel mehr andeutet ist nicht gerade leichte Kost. Wo Drive zwar noch deutlich stärker drauf hält und einen wahrlich mit der Gewalt schockt, da eben während des gesamten Filmes eine romantische Grundstimmung vorherrscht, da hofft man in Only God Forgives förmlich drauf, dass das Ganze in einer Gewaltspitze endet. Doch diese bleibt immer wieder aus. Dafür bekommt man diese Szenen eben dann präsentiert, wenn man am wenigsten damit rechnet, wodurch sie einen noch viel stärken Eindruck hinterlassen als in Drive. Zwar hält der Film nicht immer voll drauf, aber wenn er es dann tut, sind die Ergebnisse meist dermaßen gut und extrem umgesetzt, dass man sich als Zuschauer nur fragend an den Kopf fassen kann, wie hier eine FSK 16 Freigabe vergeben werden konnte.

    Fazit: Was ist Only God Forgives nun geworden. Ein Film, der einen zu keinem Zeitpunkt bei der Hand nimmt, einen immer wieder ins kalte Wasser wirft und eine Story verfolgt die nicht wirklich Sinn macht. Für all diejenigen, die solchen Filmen etwas abgewinnen können, ist Only God Forgives sicherlich empfehlenswert. Wer außergewöhnliche Filme mag, die sich nicht an Konventionen festhalten dürfte dieser Film vielleicht sogar eines der Highlights des Jahres sein. Wer allerdings einen Film wie Drive erwartet, der wird sicherlich enttäuscht werden. Dennoch schafft es die Kombo Winding Refn und Gosling auch hier wieder zu zeigen, warum man immer wieder mit ihnen rechnen muss und für mich ist dieser Film genau das geworden, was ich mir nach dem Trailer erwartet und erhofft habe. Ein Film der zeigt wozu das Medium Film gut ist. Ein Trip der ganz anders ist, als die ganzen Hollywoodfilme die man jedes Jahr zu tausenden um die Ohren geworfen bekommt.

  • Mir hat der Film ausgesprochen gut gefallen. Vorweg muss ich auch zugeben ich hatte enorme Erwartungen und obwohl ich dann oft enttäuscht werde, war das hier nicht der Fall. Trotzdem werden den Film viele nicht gut finden.

    Zur Handlung steht eigentlich schon das wesentliche oben. Im Prinzip ist es ein ewiger Rache-Thriller bei dem es keine Gewinner gibt. Eine Geschichte wie viele anderen, aber hier hat man sich bei der Umsetzung sehr viel Mühe gemacht. Man taucht ins Nachtleben Bangkoks ein und wird förmlich von den Kulissen, Etablissement und der Atmosphäre hypnotisiert und gefesselt. Der Film ist ähnlich ruhig wie "Drive", stellenweise gibt es wenig Dialoge, vor allem am Anfang. Dafür sind die Bilder gewaltig und stetig mit imposanten Klängen hinterlegt. Ganz leisen Momentaufnahmen folgen dann laute brutale Szenen. Gewalt gibt es viel, so schockierend fand ich den Film aber nicht. Er bringt das einfach brutal und direkt rüber.

    Es gibt sehr viele Aufnahmen nachts und oft in einem puffähnlichem Hotel, in dem es nur rotes Licht gibt. Das schafft auch eine besondere Atmosphäre, die hypnotisch und bedrohlich wirkt. Die Schauspieler sind hervorragend. Ich habe lange nicht mehr solche Perfektion an Darstellung gesehen. Obwohl man auch sagen muss, dass die meisten Thailänder absolut mimiklos und ohne Emotionen dargestellt werden. Aber auch Julian (Ryan Gosling) muss vieles stillschweigend hinnehmen, wie die Beschimpfungen und Unterstellungen seiner rabiaten Mutter, um dann kurz darauf draußen vor seiner Freundin auszuticken. Die Mutter (Kristin Scott Thomas) ist sehr aggressiv dargestellt und ist absolut überzeugend. Teilweise kam sie mir wie Don Corleone vor wie sie sich immer Feuer von Julian geben lässt und ihm befiehlt aufzustehen ihr einen Kuss zu geben.

    Man verliert sich in diesem sehr realistisch inszenierten Werk irgendwann. Bei einigen Szenen ist man sich nicht sicher ob das nur ein Traum oder Einbildung ist. Eben diese sind wieder ganz langsam gedreht mit nur leiser musikalischer Untermalung und Klängen. Wiederum die vielen Gewaltszenen sind laut und aggressiv. Als der Polizist den Freund von Julian bearbeitet um raus zu kriegen wer den Auftrag seiner Ermordung befohlen hat, leidet man förmlich mit. Der Polizist steckt ihm mehrere große Nadeln durch einige Körperteile, dabei schreit sich das Opfer die Seele aus dem Leib und es geht dem Zuschauer durch Mark und Bein. Allerdings konnte ich diesen Film im OT genießen und kann nur hoffen, dass die deutsche Synchro auch nur ansatzweise das und andere Szenen gut rüber bringt.

    Später gibt es dann einen großen Kampf, der ebenfalls hervorragend gedreht ist mit einer Kamerafahrt um den Gegner und 80er-90er Elektro-Musik im Hintergrund. Herrlich. Das Ende wird vielen nicht gefallen. Ich fand es absolut perfekt, weil es eben das aussagt, was der Film aussagen will. Zumindest für mich.

    Ein unendlicher Rache-Thriller ohne Helden, bei dem eine Tat endlose Gewalt hinter sich zieht und die Rache eigentlich erst ein Ende finden könnte, wenn alle tot wären. Wunderbar gespielt, geradezu fesselnd, hypnotisch umgesetzt. Wie ein ewiger Alptraum mit viel direkter Gewalt ohne das jemand Befriedigung findet.

    [film]10[/film]

  • Ich vergebe auch volle 10/10-Punkte. Only God Forgives ist genau meine Art Film. Ruhig, langsam, hypnotisch, anders. Inzwischen locken mich nur noch derart interessante Filme ins Kino. Dieser Streifen ist jedenfalls ein Meisterwerk. Jedoch sollte man auf gar keinen Fall einen zweiten Drive erwarten.

    Habe mir auch direkt den Soundtrack gekauft. :)

    [film]10[/film]

  • Uff, wo Refn mit Drive noch immer einen Fuß ins amerikanische Kino Gesetz hatte, taucht er hier noch nicht mal mehr den kleinen Zeh ein. Er kackt von Beginn an auf jegliche Sehgewohnheiten, erzeugt eine melancholische fast (alb-)traumhafte Atmosphäre mit Bildern, Farben und Musik die ineinander verschmelzen, greift dabei wieder auf seine ganz eigenen Erzähltechniken zurück und ist dabei so herrlich vage, dass man zum hineininterpretieren angestachelt wird. Für mich beeindruckendes Arthouse-Kino, was teilweise fast einen Theaterstück nahe kommt... Am Ende bekommt man dann aber keine Verbeugung sondern den Mittelfinger ins Gesicht gehalten.

    [film]9[/film]

  • Quote

    Original von Der Doctor Schnabel von Rom:

    Mmh...hätte noch morgen die Chance auf Kino, dann wohl nicht mehr...sind schon die "letzten Tage" im Programm.

    Läuft sogar im O-Ton...muss ich mir fast geben!


    Ja, ich würde ihn dir unbedingt im O-Ton empfehlen wenn du die Möglichkeit hast! Ich hab zwar keinen Vergleich zur deutschen Synchro, aber die kann unmöglich so gut sein wie das Original.


    Wassily: Ich finde der Aha-Effekt ist schon da und der Film konnte nur so enden. Auch wenn ihn eben viele nicht befriedigend finden werden und vielleicht nicht verstehen, was so ein Ende aussagen will.

  • Quote

    Original von bossbitchOla:


    Ja, ich würde ihn dir unbedingt im O-Ton empfehlen wenn du die Möglichkeit hast! Ich hab zwar keinen Vergleich zur deutschen Synchro, aber die kann unmöglich so gut sein wie das Original.


    Wassily: Ich finde der Aha-Effekt ist schon da und der Film konnte nur so enden. Auch wenn ihn eben viele nicht befriedigend finden werden und vielleicht nicht verstehen, was so ein Ende aussagen will.

    Läuft sogar nur im O-Ton. Ist im Kino Pflicht, sonst gehe ich gar nicht rein (Bsp Evil Dead)

  • Also...

    Display Spoiler

    Am Ende gibt es ja schon wie den Film über keine Gewinner und das Ende ist ziemlich offen gehalten aber so oder so, ob ihm am Ende wirklich die Hände abgeschlagen werden oder nicht denke ich, dass der Film einfach aussagen will wie sinnlos solche Rache-Geschichten sind. Man sieht es ja auch zuvor an all den Toten. Das sind teilweise nur Mittäter oder, wie die Frau des Polizisten, vollkommen unschuldige. Der Polizist übt Selbstjustiz aus und meint damit vermutlich gerecht zu handeln, was absoluter Quatsch ist, denn es ist nicht allein an ihm das zu entscheiden. Billy, der am Anfang von dem Vater der minderjährigen Nutte getötet wird, hätte auch nicht über sie urteilen und sie töten sollen. Die Welt, Gesellschaft ist nun mal nicht perfekt und am Ende werden wir die gerechte Strafe für unsere Taten kriegen, ob von einem Gericht oder letztendlich Gott. Es ist einfach falsch aus Rache zu töten, kein Mensch hat das Recht jemand anderen auf diese Art zu "bestrafen". Am Ende wenn keiner der beiden Seiten wirklich gewonnen hat, wird das einem denk ich klar... es kann auch nachwirkend irgendwann kommen. lolp

  • Display Spoiler

    Mach das, ich finde es auch interessant wie unterschiedlich der interpretiert wird, sag mir dann bescheid wenn du magst. :)
    Ich denke es trifft ihn eben kein härteres Schicksal, weil es den Zuschauer freudig gestimmt hätte. Irgendwo hätte dann ja die andere Seite von Ryan Gosling, dessen Bruder getötet wurde weil er ein Kind! getötet hat, ja Recht bekommen. So haben alle Verluste erlitten, es gibt keinen Gewinner, aber beide leben noch.

  • Film sehr, sehr geil!

    Stimmung, Bildersprache und audioviseull eine Wucht! Obwohl viele der Figuren nicht "gut" sind wirken sie nicht unsympathisch und die Darsteller machen einen super Job!

    Nur sehr wenig Action / Gewalt, aber die hat es in sich!

    Die ruhige Art und Weise, die vielen monotonen Bilder und ruhigen Kamerafahrten, ebenfalls eine Wucht und für mich als Gegner der "modernene zu schnellen und verwackelten" Kamerafahrten ein Genuss!

    Sehr stimmiger, ruhiger Film, wo man sogar noch über gewisse Dinge nachdenen kann! Super!

    Wird ganz sicher in meine Sammlung wandern!

    Und denn Drive sollte ich mir auch Mal ansehen in dem Fall, auch wenn dieser sicher mainstream orientierter ist als Only G F....

    [film]8[/film]

    PS: Der Thai Cop sah fast aus wie John Woo :0:

  • Kritik:

    Hände weg von der gefährlichen Drogen eines Nicolas Winding Refn, der als Independent-Filmregisseur längst abgedankt hat. Nach der visuellen Crystal Meth Achterbahnfahrt eines Walhalla Rising, gefolgt von Drive folgt nun die nächste Chemiebombe mit Only God Forgives. Ein hochexplosives Gemisch was Gehirnzellen genau so abtötet wie aktuell Hollywood im Optik und 3D Wahn. Nicolas Winding Refn steht längst für das postmoderne Bilderrauschkino von Heute, an denen sich Kritiker und viele Kinojünger einen reiben. Die einen werden das Kino allerdings auch wieder stöhnend verlassen oder einschlafen, die anderen die Kinoleinwand voll wichsen. Die Härte ist vorhanden aber nichts Außergewöhnliches. Die Story ist hingegen nicht vorhanden und nicht zu verstehen da der ruhige Ablauf inhaltlich zu wenig zu erkennen ist, sicher wurde auch eine Handlung vorweg geschrieben, nur dann halt bei Dreh durch Pseudo Symbolik ersetzt. Die Dialoge werden zu langsam gesprochen, lächerlich wird es vor allem dann, wenn die sehr blassen, lustlosen und humorlosen Pseudo-Gesichter Sekundenlang ohne erklärbaren Sinn erstarren und in der meist noblen, rot getönten Kulisse so tun als ob die Szenerie etwas besonderes darstellt, man schämt sich dabei nur zu Grund und Boden.

    Das ist Bodensatzkino von Heute, es ergibt überhaupt keinen Sinn, sondern dient nur dazu anhand der optischen Reize gepaart mit Drogen- oder Rauscheinfluss in Ekstase versetzt zu werden.

    [film]0[/film]

    [pilz]10[/pilz]


  • Ohne Worte lolp

  • @Doom:
    War dir nicht vor vorneherein klar, dass dir der Film nicht gefallen wird anhand der Reviews?
    Zumal du Drive wohl schon sehr mies fandest.
    Oder wolltest du nur wenigstens eine Contra-Meinung hier vertreten haben?

    Ist wohl wie bei den Tarantino Filmen hier im Forum oder wie mit der Freundin.
    Geht nicht mit, aber auch nicht ohne. Werde ich wohl nie verstehen.

  • [film]0[/film] Punkte ist schon Blasphemie Doom. Aber deine Kritik ist mal wieder sehr amüsant geschrieben. lolp Ich habe mir schon gedacht das er dir vielleicht nicht gefällt. Mir dafür sehr gut, schade, dass ich die Kinoleinwand nicht anwichsen kann. lolp

    Über den Sinn des Films haben wir uns in den Spoilern weiter oben mit Wassily unterhalten, falls dich das interessiert. Allerdings kann ein Film nur den Sinn haben, den man selbst hineininterpretiert.

  • Ich kann nachvollziehen das man ihm nicht mag, Only God Forgives ist genau die Art Film den man entweder liebt oder eben hasst.
    Einiges hat mich gestört, so wird versucht Bilder anstatt der Schauspieler "sprechen" zu lassen, das muss nicht jederman verstehen können oder auch wollen.
    Problematisch ist das eine ganzes Meer an schrillen Farben und Tönen zu sehen und zu hören ist, die Geschichte die erzählt werden möchte aber relativ wenig zu bieten hat.
    In Zeiten von Wackelkamera ein Genuss für Fans der langen Einstellung, aber diese nehmen natürlich im selben Moment das Tempo heraus und zwingen den Zuschauer hinzusehen, und zwar genau, fast erbarmungslos.
    Wenn Gosling auf Drogen ist sind die Bilder prägnant, sehr eindrucksvoll, den Sprung in die reale Welt schaffen diese Bilder aber nur ganz gewöhnlich.
    Ich kann nicht sagen es ist das was ich sehen wollte eher ist das Gegenteil eingetroffen, es kam etwas neues, etwas anderes, und so wenig kann ich meine Worte von oben als Hopp oder Top Film in der Wertung nicht ausdrücken.
    Insgesamt bin ich mir auch nicht sicher ob Regisseur Refn das erreicht hat was er wollte, insgesamt bin ich wohl nur von meinen eigen Erwartungen enttäuscht, Only God Forgives ist das Opium für Cineasten. [film]7[/film]

    Mein Herz schlägt für meine Mama &

  • grad im kino gesehen und für großartig befunden. hatte nach "drive" schon recht hohe erwartungen an den film und diese wurden auch durchweg erfüllt. in zeiten wo man schon alle arten dämlicher filmdialoge in etlichen streifen durchgehört hat finde ich es doch recht angenehm einfach mal die bilder sprechen zu lassen, das regt den zuschauer zum denken an und bietet raum für eine schöne musikalische untermalung. für mich als grafikdesigner ist natürlich, wie schon bei "drive", diese perfekte farbige ausleuchtung der einstellungen eine wucht gewesen. ich muss zwar zugeben, dass wenn man sich die gesamte story des films einfach mal so zu gemüte führt, nichts besonderes oder neues finden wird, jedoch wird durch die extreme ästhetisierung alles wieder rausgeholt. die starke und direkte gewalt des films hat sogar einige leute zum verlassen des kinos bewegt, was von meiner freundin und mir doch sehr belächelt wurde (sie hat lautstark geäußert was das denn für muttis sind lol )
    alles in allem ist der film vielleicht nicht jedermanns sache, doch ich fand ihn super, werde auch sicherlich zeitnah an einem alternativem filmposter arbeiten.

    [film]9[/film]

  • Quote

    Original von Buzz'n'Frog:

    @Doom:
    War dir nicht vor vorneherein klar, dass dir der Film nicht gefallen wird anhand der Reviews?
    Zumal du Drive wohl schon sehr mies fandest.
    Oder wolltest du nur wenigstens eine Contra-Meinung hier vertreten haben?

    Ist wohl wie bei den Tarantino Filmen hier im Forum oder wie mit der Freundin.
    Geht nicht mit, aber auch nicht ohne. Werde ich wohl nie verstehen.

    Ich hatte den Film garnicht auf den Schrim, da ich schon längst an neuen Filmen sehr viel auslassen, nur anhand der hohen Bewertungen hier, hab ich ihn dann in betracht gezogen. Kritiken hab ich erst jetzt durchgelesen.

  • wenn doom null punkte gibt, dann landet der film eindeutig auf meiner liste :)
    eija und es ist falsch postmodern zu modernen sachen zu sagen, denn sei sind ja aktuell gerade modern und demnach nicht "nach"-modern :)

    ich kratze mich übrigens immer noch am kopf, wie man "masters of the universe" 8 punkte geben kann und alles was neu raus kommt verreißt (bis ein oder zwei ausnahmen)

  • Quote

    Original von Dr.Doom:


    Genau und wenn ich nichts hineininterpretieren kann, ist das ganze Unternehmen fürn Arsch.

    es stellt sich halt die frage ob man es überhaupt zulässt einen sinn zu sehen ... oder sich nur von anafang an denkt... ach gott der kam nach dem jahr 2000 raus! MUSS sionnlos sein ;)

  • Quote

    Original von filmewelt.net:


    wenn doom null punkte gibt, dann landet der film eindeutig auf meiner liste :)
    eija und es ist falsch postmodern zu modernen sachen zu sagen, denn sei sind ja aktuell gerade modern und demnach nicht "nach"-modern :)

    ich kratze mich übrigens immer noch am kopf, wie man "masters of the universe" 8 punkte geben kann und alles was neu raus kommt verreißt (bis ein oder zwei ausnahmen)

    Masters of the universe passt allerdings rein garnicht als Vergleich hier in den Thread. :6: lol

  • An sich ist Dr. Doom doch nur genauso konsequent, wie diejenigen, die diesen Film in den Klee loben. Was mich anbelangt, kann ich mir weder vorstellen, dass Only God Forgives ein Meisterwerk, noch dass er eine filmische Gurke ist. Vermutlich liegt die Wahrheit, wie immer, in der Mitte. Die Bewertung von Dr. Doom kann ich jedenfalls nachvollziehen, zumal er schon mit David Lynch nichts anfangen kann, und ist vermutlich so auch richtig, um den viel zu positiv gehaltenen Bewertungen entgegenzuwirken. Ein Blick auf die Imdb genügt mir, um zu wissen, dass dieser Film kein Meisterwerk sein kann. Natürlich werde ich mich davon selbst überzeugen. Irgendwann. Denn, nachdem ich einige Szenen aus Only God Forgives gesehen habe, ärgert es mich schon jetzt maßlos, dass Nicolas Winding Refn sämtliche Stilmittel offenbar aus Mulholland Dr. entzieht.

  • Quote

    Original von Venom:
    zumal er schon mit David Lynch nichts anfangen kann

    Ich finde zwar das du es sehr gut geschrieben hast, aber mit einigen David Lynch Filmen kann ich schon was anfangen. Bei der Storygurke von Eraserhead merkt man das Lynch hier nicht gezwungen auf Kunst was ausgerichtet hat, sondern dass die Gelder gefehlt haben, die Atmosphäre des Streifens ist ansonsten großartig, auch wenn ich Experimentelles ansonsten nicht mag, vor allem wenn es mit bedacht so gemacht wurde, was auf Eraserhead ja nicht zutrifft. Elefantenmensch ist ein ordentlicher Film, Dune ein durchwachsener Langeweiler und Blue Velvet sein Meisterstück, alles was dann von Lynch kam und was ich gesehen habe, war dann experimenteller extrem langgezogener Schrott für mich.

  • Quote

    Original von Venom:

    An sich ist Dr. Doom doch nur genauso konsequent, wie diejenigen, die diesen Film in den Klee loben. Was mich anbelangt, kann ich mir weder vorstellen, dass Only God Forgives ein Meisterwerk, noch dass er eine filmische Gurke ist. Vermutlich liegt die Wahrheit, wie immer, in der Mitte. Die Bewertung von Dr. Doom kann ich jedenfalls nachvollziehen, zumal er schon mit David Lynch nichts anfangen kann, und ist vermutlich so auch richtig, um den viel zu positiv gehaltenen Bewertungen entgegenzuwirken. Ein Blick auf die Imdb genügt mir, um zu wissen, dass dieser Film kein Meisterwerk sein kann. Natürlich werde ich mich davon selbst überzeugen. Irgendwann. Denn, nachdem ich einige Szenen aus Only God Forgives gesehen habe, ärgert es mich schon jetzt maßlos, dass Nicolas Winding Refn sämtliche Stilmittel offenbar aus Mulholland Dr. entzieht.


    Das ist ja schade, dass du dich schon vorher derart beeinflussen lässt ohne den Film zu kennen. Du willst jetzt schon wissen, dass der film keine Gurke oder ein Meisterwerk ist und berufst dich auf die imdb...! Du willst dir zwar selbst ein Bild davon machen, gehst aber mit vielen Vorurteilen da ran, weil du ja zu wissen meinst, dies kann kein Meisterwerk sein. Schade..

    Der Film ist eben mal was anderes. Entweder man versteht den Sinn dahinter und lässt sich von Bild und Ton hypnotisieren. Oder man vermisst dümmliche Dialoge und ist am Ende des Films unbefriedigt. Der Film spaltet wohl wieder die Gemüter extrem.

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